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Frankfurt: Feldmann befragt sich in Interview selbst - „Wollte Pokal einfach auch einmal in den Händen halten“

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Von: Georg Leppert

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Peter Feldmann steht unter Druck.
Peter Feldmann steht unter Druck. © ROLF OESER

Der Frankfurter Oberbürgermeister nimmt in einer Mail an alle städtischen Beschäftigten Stellung zu den Vorwürfen gegen ihn.

Frankfurt – Zahlreiche Medien wollen in diesen Tagen mit Peter Feldmann ein Interview zur Frage führen, wie er sich seine politische Zukunft vorstellt. Bislang hatte der Frankfurter Oberbürgermeister diese Wünsche stets zurückgewiesen. Nun aber hat er ein Gespräch über einen möglichen Rücktritt und die Vorwürfe gegen ihn geführt. Mit sich selbst.

In einer E-Mail an alle städtischen Beschäftigten, die auch auf der Internetseite der Stadt Frankfurt nachzulesen ist, bewertet der unter Korruptionsanklage stehende Frankfurter Oberbürgermeister die Situation. Dabei stellt er sich Fragen, die er dann selbst beantwortet. Das geht dann so…

Über Feldmanns Pokalklau: Oberbürgermeister stellt Fragen an sich selbst

Frage: „Warum treten Sie nicht einfach zurück?“

Antwort: „Für mich wäre das Flucht aus der Verantwortung. Die Frankfurterinnen und Frankfurter haben mich 2018 gewählt, damit ich die ihnen wichtigen sozialen Themen weiter voranbringe (…). Zugleich käme ein Rücktritt für mich in jedem Fall einem Schuldeingeständnis gleich. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft sind maßlos.“

Frage: „Aber Ihre ehemalige Frau hätte doch diesen Job bei der Arbeiterwohlfahrt ohne Sie nie ergattert, oder?“

Antwort: „Da unterschätzen Sie meine ehemalige Frau. Sie brachte alles mit, was man für die Leitung einer deutsch-türkischen Kita braucht…“

Nächste Frage von Feldmann an Feldmann: „Warum haben Sie der Eintracht auf der Feier den Pokal geklaut?“

Antwort: „Geklaut? Ich wollte den Pokal einfach auch einmal in den Händen halten. Dabei habe ich die notwendige Sensibilität vermissen lassen.“

Oberbürgermeister von Frankfurt: Feldmann weist Korruptionsvorwürfe zurück

Entschieden weist Feldmann den Vorwurf der Staatsanwaltschaft zurück, die AWO habe im OB-Wahlkampf Spenden für ihn gesammelt, im Gegenzug habe es eine stillschweigende Übereinkunft gegeben, dass die Hilfsorganisation vom OB wohlwollend berücksichtigt werde. „Da ist nichts dran“, sagt Feldmann und verweist auf einen Bericht in der Frankfurter Rundschau, wonach der aktuelle AWO-Vorstand keine Hinweise auf Spendenzahlungen an ihn gefunden hat. „Aber endgültig klären lassen wird sich dieser Vorwurf erst im anberaumten Gerichtsverfahren, dem ich nicht nur deshalb gelassen entgegensehe“, so Feldmann.

Die Stadtverordneten hatten den Oberbürgermeister vor zwei Wochen aufgefordert, zurückzutreten. Am 14. Juli wollen sie ein Abwahlverfahren einleiten, das zu einem Bürgerentscheid am 6. November führen könnte. (Georg Leppert)

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