Das alte, denkmalgeschützte Polizeipräsidium zwischen Hauptbahnhof und Messe steht bereits seit 2002 leer. Der Projektentwickler Gerchgroup hat es im März 2018 für rund 212,5 Millionen Euro gekauft. Nun beginnt die Planungsphase für Hotel, Büros und Wohnungen. Foto: Arne Dedert/dpa
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Das alte, denkmalgeschützte Polizeipräsidium zwischen Hauptbahnhof und Messe steht bereits seit 2002 leer. Der Projektentwickler Gerchgroup hat es im März 2018 für rund 212,5 Millionen Euro gekauft. Nun beginnt die Planungsphase für Hotel, Büros und Wohnungen.

Realisierungswettbewerb

Nach fast 20 Jahren Leerstand: So geht es mit dem alten Polizeipräsidium weiter

  • vonUte Vetter
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Projektentwickler und Stadt Frankfurt wollen aus dem alten Polizeipräsidium auf der Mainzer Landstraße unter anderem Büros, 400 Wohnungen, ein Hotel, eine Kita und eine Turnhalle bauen.

  • Altes Polizeipräsidium seit fast 20 Jahren leer
  • Frankfurt plant modernes Quartier auf Areal von Polizeipräsidium
  • Realisierungswettbewerb mit 15 Architekturbüros

Frankfurt - Fast 20 Jahre stand es leer, das ehemalige Polizeipräsidium an der Friedrich-Ebert-Anlage 11 in Frankfurt. Der Projektentwickler Gerchgroup (Düsseldorf) hatte die Immobilie erst im März 2018 vom Land Hessen für rund 212,5 Millionen Euro gekauft. Dem Verkauf des Areals war ein Streit um den Verkaufspreis zwischen der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen vorausgegangen. Am Dienstag (04.02.2020) nun hat die Gerchgroup zusammen mit der Stadt Frankfurt einen Realisierungswettbewerb für die Quartiersentwicklung "Das Präsidium" ausgelobt - das ist der Startschuss.

Auf dem Areal des alten Polizeipräsidiums im Bereich zwischen Friedrich-Ebert-Anlage, Mainzer Landstraße, Ludwig- und Hohenstaufenstraße kann jetzt also tatsächlich ein modernes Quartier entstehen. Das Vorhaben wird als "Bindeglied" zwischen den bereits bestehenden umgebenden Stadtquartieren und dem neuen Europaviertel angesehen. Das gesamte Investitionsvolumen soll nach den letzten Angaben der Gerchgroup rund eine Milliarde Euro betragen. Der Baubeginn ist bislang auf das Jahr 2022 terminiert, die Fertigstellung des Gesamtprojektes könnte im Jahr 2026 sein.

Frankfurt: Altes Polizeipräsidium soll zu modernem Quartier werden

Mark Gellert, Sprecher von Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD), erklärte gestern, die Stadt freue sich außerordentlich über diese positive Entwicklung des lange brachliegenden Areals zwischen Messe und Hauptbahnhof - vor allem, weil auf Wunsch der Stadt auch rund 400 Wohnungen gebaut werden; davon rund 40 Prozent frei finanziert und rund 30 Prozent öffentlich gefördert. Sie sollen im Schnitt 100 Quadratmeter groß sein.

Im geplanten Zusammenspiel aus dem teilweise denkmalgeschützten Bestand und dem modernen Gebäudeensemble stehen Nutzungen aus Büros, Hotel, Wohnungen und ergänzende öffentlichkeitswirksame Nutzungen im Fokus, erklärte die Gerchgroup. Gellert erläutert das näher: "Das sind etwa ein oder zwei Kitas und die Turnhalle für die direkt benachbarte Falkschule". Aber auch ein Fitnessstudio, Gastronomie oder Dienstleistungsgeschäfte seien dort durchaus vorstellbar. "Diese wichtigen Pflöcke hat die Stadt bei den sehr konstruktiven Verhandlungen mit dem Projektentwickler rechtzeitig eingeschlagen."

Altes Polizeipräsidium in Frankfurt: Realisierungswettbewerb mit 15 Architekturbüros

Für den zweiphasigen und nichtoffenen Realisierungswettbewerb wurde bereits ein internationales Teilnehmerfeld von 15 Architekturbüros ausgewählt. Diese haben etwa sechs Monate Zeit ihre Entwürfe zu erarbeiten. In der ersten Phase geht es um eine städtebauliche Ordnung des Areals. Eine Jury - in dieser sitzen neben Akteuren der Gerchgroup auch Vertreter städtischer Ämter wie Planung, Bauaufsicht und Denkmalschutz - wird rund sieben Büros auswählen, die sich dann in der nachfolgenden zweiten Phase mit den Themen der architektonischen Gestaltung beschäftigen werden. Das Verfahren soll im August 2020 mit der Kür des Siegerentwurfs enden.

Wie groß das Areal in Frankfurt ist, auf dem auch das Polizeipräsidium (gelb) steht, zeigt diese Luftaufnahme vom Juli 2018.

Auf dem insgesamt 15 430 Quadratmeter großen Areal können rund 100 000 Quadratmeter Bruttogeschossflächen realisiert werden. Diese sollen sich künftig auf das teilweise denkmalgeschützte "Alte Polizeipräsidium" in Verbindung mit einem neu zu planenden Hochhaus und ergänzender Sockelbebauung verteilen. Alexander Pauls, Chief Development Officer bei der Gerchgroup, erklärt: "Die Vorfreude und die Erwartungen sind groß. In intensiven Abstimmungsgesprächen haben wir in den letzten Monaten eine gute Auslobung erarbeitet. Kombiniert mit einer so herausragenden Lage und dem Renommee der eingeladenen Architekten lässt der Wettbewerb viele gute Entwürfe erwarten."

Altes Polizeipräsidium in Frankfurt: Matthäusgemeinde plant auch Umbau

Der Aufstellungsbeschluss zur notwendigen Änderung des Bebauungsplans wurde seitens der Stadt im Februar 2018 gefasst. Laut Gellert ist auch ein Hochhaus geplant; es darf nach Planungsrecht bis zu 145 Meter hoch werden. "Doch wir stehen noch ganz am Anfang". Heißt, es könnten eventuelle auch zwei niedrigere Hochäuser gebaut werden.

Im Zuge der Entwicklung des Gesamtareals will auch die evangelische Kirche in Frankfurt das Grundstück der direkt benachbarten Matthäuskirche weiterentwickeln. Die neue Gemeinde soll um den Turm der alten Kirche herum gebaut werden. Das Areal umfasst rund 3100 Quadratmeter, für die neue Matthäuskirche ist eine Grundfläche von 450 Quadratmetern vorgesehen.

Die Gerchgroup ist ein bundesweit tätiger Projektentwickler mit Sitz in Düsseldorf. Das Unternehmen wurde von Mathias Düsterdick (Vorstandsvorsitzender) und Christoph Hüttemann (Vorstand) Ende Oktober 2015 gegründet, nachdem beide zuvor ihre Anteile an der PDI-Gruppe verkauft hatten. Aktuell realisiert die Düsseldorfer Gerchgroup nach eigenen Angaben ein Gesamtprojektentwicklungsvolumen von rund fünf Milliarden Euro. 

Von Ute Vetter

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