Zwei Polizisten stehen in Alt-Sachenhausen in Frankfurt auf der Straße und beobachten das Treiben
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Alt-Sachsenhausen in Frankfurt ist bekannt für Vergnügen und Gewaltexzesse.

Gewaltexzess

Nach Angriff auf die Polizei - Alt-Sachenhausen drohen Konsequenzen

  • vonRebecca Röhrich
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Im Vergnügungsviertel Alt-Sachenhausen in Frankfurt ist die Gewalt eskaliert: Eine Gruppe von 50 Personen griff Polizisten an. Nun steht eine frühere Sperrstunde zur Debatte.

  • Die Polizei wird in Frankfurt Alt-Sachsenhausen verfolgt und angegriffen.
  • Ein Beamter wird verletzt und muss ins Krankenhaus.
  • Nun sprechen Stadt und Polizei über eine frühere Sperrstunde.

+++ Update vom Donnerstag, 24.09.2020, 14 Uhr: Wer demnächst im Frankfurter Stadtteil Alt-Sachsenhausen zu später Stunde unterwegs ist, könnte bald früher als gewohnt aus der Kneipe müssen. Denn die Polizei will die Sperrstunde deutlich vorverlegen. Das meldet die FAZ. Auslöser war der Vorfall am vergangenen Sonntag, als gut 50 Personen die Polizeibeamten mit Steinen und Flaschen angriffen.

Gewaltexzess in Alt-Sachsenhausen (Frankfurt): Mob war aggressiv und gewaltbereit

Die Sperrstunde beginnt aktuell um 5 Uhr morgens. Spätestens ab 3 Uhr morgens kippe aber meistens die Stimmung in dem Vergügungsviertel, sagte die Polizei der FAZ. Denn in den frühen Morgenstunden kämen häufig alkoholisierte Personen zusammen, die aggressiv und gewaltbereit seien. Nun sei das Polizeipräsidium in Gesprächen mit der Stadt über eine frühere Sperrstunde in Alt-Sachsenhausen. Bevor die Sperrstundenverordnung von der Stadt aber angepasst werden könne, so heißt es, müsse die Verhältnismäßigkeit geprüft werden.

Das Ausgehviertel Alt-Sachsenhausen ist bereits seit Längerem bekannt für das ausfallende Verhalten seiner Nachtschwärmer. Schon vor ein paar Jahren war eine frühere Sperrstunde diskutiert worden.

Gewalt gegen Polizisten in Frankfurt Alt-Sachsenhausen: Eine Person festgenommen

+++ Update vom Dienstag, 22.09.2020, 13 Uhr: Nach dem Angriff auf Polizeibeamte im Vergnügungsviertel Alt-Sachsenhausen in Frankfurt am Wochenende wurde ein 33-Jähriger festgenommen. Er sollte am Montag dem Haftrichter vorgeführt werden. Das berichtet die „Bild“. Zwei weitere Männer seien wegen fehlender Haftgründe wieder freigelassen worden.

Hessens Innenminister Peter Beuth äußert sich mit klaren Worten zu dem tätlichen Angriff gegen die Polizei: „Einmal mehr wird für mich deutlich, dass wir die von Hessen seit Langem geforderte Erhöhung der Mindeststrafe auf sechs Monate dringend benötigen. Damit klar ist, wer unsere Polizistinnen und Polizisten angreift, geht in den Knast und kommt nicht mit einer Geldstrafe davon“, so Beuth.

+++ Erstmeldung vom Dienstag, 21.09.2020, 14:20 Uhr: Frankfurt - Es scheint, als hat die Gewalt im Frankfurter Vergnügungsviertel Alt-Sachsenhausen eine neue Dimension erreicht. Wie die Polizei berichtet, wurden Beamte am frühen Sonntagmorgen (21.09.2020) von einer großen Gruppe Menschen nicht nur verfolgt, sondern schließlich auch angegriffen. Ein Polizist musste anschließend ins Krankenhaus.

Gewalt in Frankfurt Alt-Sachsenhausen eskaliert erneut: Polizeivizepräsident Seubert ist erschüttert

Gegen 5 Uhr am Sonntagmorgen wurden Beamte laut der Polizei Frankfurt auf einen lautstarken Streit in einem Lokal in der Großen Rittergasse in Alt-Sachsenhausen in Frankfurt aufmerksam. Dort hatte ein Wirt Probleme, seine stark alkoholisierten Gäste loszuwerden.

Die Polizei habe dann, nach eigenen Angaben versucht, die Lage zu entspannen und ließ sich von allen Beteiligten den Sachverhalt erklären. Zeitgleich „rotteten sich etwa 50 Personen zusammen“, wie es die Polizei in ihrer Mitteilung schreibt, um lautstark gegen die Einsatzkräfte zu skandieren. Die Situation im Lokal habe sich dann geklärt, die Beamten zogen sich zurück - zumindest war das die Absicht, denn die Polizisten wurden verfolgt.

„Die Grenze des Erträglichen ist erreicht. Ich verurteile die Angriffe auf Polizeibedienstete in Alt-Sachsenhausen und die massiven Beleidigungen beim Einsatz auf der Zeil vom vergangenen Wochenende aufs Schärfste. Solche Angriffe, auch verbaler Art, sind immer ein Angriff auf den Wesenskern unserer Gesellschaft – und unser friedliches Zusammenleben“, äußert sich Frankfurts Polizeivizepräsident Dr. Walter Seubert.

Frankfurt: Gruppe verfolgt Polizisten und greift sie mit Flaschen und Steinen an

Die johlende Gruppe folgte nämlich den Beamten, um einige Meter weiter im Bereich Große Rittergasse/Frankensteiner Straße die Polizisten mit Glasflaschen, Gläsern und Steinen zu bewerfen. Daraufhin haben die Einsatzkräfte die Gruppe mithilfe von Pfefferpray zurückgedrängt, was zu weiteren Flaschenwürfen geführt haben soll. Ein 37-jähriger Polizist wurde dabei von einer Glasflasche im Gesicht getroffen und musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Situation geriet offenbar derart außer Kontrolle, dass die Beamten Verstärkung holten mussten.

Am Ende wurden drei Männer festgenommen. Ein 33-Jähriger ohne festen Wohnsitz, ein 18-jähriger aus Dietzenbach sowie ein 18-Jähriger aus Frankfurt. Die beiden Jugendlichen kamen aus „Ermangelung an Haftgründen" wenig später wieder auf freien Fuß, der 33-Jährige nicht. Er hatte in der Vergangenheit eine mehrjährige Haftstrafe wegen Körperverletzung abgesessen und soll nun dem Haftrichter vorgeführt werden.

Gewaltexzess in Frankfurt Sachsenhausen: Gruppe greift Polizisten an

Zeugen hatten den Angriff auf die Polizei beobachtet, die Beamten selbst hatten die Attacke selbst gefilmt. Heftige Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Bürgern sind seit Wochen Gesprächsthema in Frankfurt. Oft jedoch, weil es mutmaßlich zu Polizeigewalt gekommen ist. Erst vor wenigen Wochen sollen Beamte in Sachsenhausen einen jungen Mann körperlich schwer misshandelt haben.

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