Polizeiaufgebot bei einer „Querdenken“-Demo in Frankfurt im Dezember 2020:
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Polizeiaufgebot bei einer „Querdenken“-Demo in Frankfurt im Dezember 2020: Jetzt wehrt sich die Polizei nach einer erneuten Corona-Demo gegen Falschmeldungen.

Corona-Pandemie

Arzt warnt angeblich aus Polizeiauto vor Corona-Impfung: Dreister Fake enttarnt

  • Isabel Wetzel
    vonIsabel Wetzel
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Falschmeldungen zur Corona-Pandemie sind auf Facebook und Twitter keine Seltenheit. Die Polizei Frankfurt klärt jetzt einen dreisten Fake auf, von denen sie selbst betroffen ist.

  • In Zusammenhang mit der Corona-Pandemie kursieren in sozialen Netzwerken allerhand Falschmeldungen.
  • Bei einer Corona-Demo in Frankfurt soll ein Arzt aus einem Polizeiauto heraus vor der Corona-Impfung gewarnt haben.
  • Die Polizei klärt auf: Das stimmt nicht.

Frankfurt ‒ Die Frankfurter Polizei hat sich am Montagabend (04.01.2021) bei Twitter gegen eine Falschmeldung gewehrt. Über Facebook, Telegram und Twitter waren Videos und Bilder verbreitet worden, die den Eindruck erwecken sollten, ein Arzt habe mit Lautsprecherdurchsagen aus einem Streifenwagen der Polizei Frankfurt vor der Corona-Impfung gewarnt. „Geniale Aktion in Frankfurt“, heißt es im Titel der Meldung. „Es tut sich was bei der Polizei“, wird kommentiert. Doch die Geschichte ist frei erfunden.

Polizei Frankfurt: Falschmeldung zu Corona-Impfung entlarvt

Die Polizeibeamten aus Frankfurt klären ebenfalls via Twitter auf: Das „stimmt nicht. Die Durchsage kam von einem Wagen der Demo, der hinter unserem Lautsprecherwagen fuhr. Keine Durchsage der Polizei“.

Corona in Frankfurt: Polizei enttarnt Falschmeldung – Reaktionen im Netz

Die Kommentare zu der Fake-Aufklärung der Polizei gehen in alle Richtungen. Während sich einige fragen, warum die Corona-Demo in Frankfurt überhaupt stattfinden durfte, machen sich andere lustig, dass solche Falschmeldungen und Verschwörungstheorien überhaupt jemand glaube.

Einige räumen ein, das Bild von dem Polizeiwagen in der Demo sei durchaus verwirrend und einige fragen nach Konsequenzen: Kann gegen die Urheber solcher Falschmeldungen vorgegangen werden? Fällt so etwas schon unter Amtsanmaßung?

Falschinformationen in der Corona-Krise: Auch Bundesregierung will aufklären

Falschmeldungen, die im Internet verbreitet werden, können allerdings nur selten geahndet werden. Denn „das Strafgesetzbuch enthält bislang keine eigenständigen Bestimmungen für Falschmeldungen“, klärt Elisa Hoven in einem Artikel auf, der im Wissenschaftsmagazin „Forschung und Lehre“ des Deutschen Hochschulverbands (DHV) erschien. Hoven ist Professorin für Strafprozessrecht und Medienstrafrecht an der Universität Leipzig. Nur wenn zusätzlich der Verdacht der Volksverhetzung besteht, können die Urheber von Fake-News belangt werden. Das ist aber gerade in der Corona-Krise eher selten. Grund für die fehlenden Gesetze in Bezug auf Falschmeldungen ist, dass die Grenze zwischen Lüge und plakativer Zuspitzung oft nicht klar erkennbar ist, so Hoven. Dadurch könne vieles nicht als faktisch falsch bewertet werden: Stichworte Meinungsfreiheit und Zensur.

Wichtig ist daher Aufklärung und Information, wie die Polizei Frankfurt sie auf Twitter zur Verfügung stellt. Auch das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung hat Informationen zu Mythen und Falschmeldungen veröffentlicht, die insbesondere in Lagen wie der Corona-Pandemie für Falschmeldungen sensibilisieren und aufklären sollen. (iwe)


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