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Polizei ist auf Frankfurter Party-Szene vorbereitet

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Von: Thomas J. Schmidt

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Polizisten stehen im Juli 2020 kurz nach Mitternacht vor der Alten Oper. Damals war es zu Krawallen gekommen. FOTO: dpa
Polizisten stehen im Juli 2020 kurz nach Mitternacht vor der Alten Oper. Damals war es zu Krawallen gekommen. © Frank Rumpenhorst/dpa

Feiern im Freien ist in Frankfurt erlaubt, doch die Ordnungshüter sollen notfalls einschreiten.

Frankfurt - Die Polizei und Stadtpolizei rechnen auch in diesem Sommer wieder mit Menschengruppen, die sich im Freien treffen, besonders an Wochenenden. Im Frankfurter Stadtgebiet hat sich in den letzten Jahren vermehrt das gesellige Beisammensein in der Öffentlichkeit etabliert. Insbesondere bei warmen Wetter fanden sich regelmäßig Menschen in öffentlichen Grünanlagen oder auf öffentlichen Plätzen zusammen.

Die Situation in der Corona-Pandemie war besonders: Gaststätten, Biergärten und Clubs hatten zeitweise geschlossen. Deshalb traf sich, wer feiern wollte, in der Stadt: Auf Plätzen und in den Grünanlagen. Der Günthersburgpark, Grüneburgpark, Hafenpark, das Mainufer und die Taunusanlage und der Opernplatz waren einschlägige Treffpunkte geworden - besonders, wenn pandemiebedingte Restriktionen wie etwa kein Aufenthalt in größeren Gruppen wegfielen.

Feiern in Frankfurt: Polizei hat Einsatzkonzept erweitert

Nun sind alle Allgemeinverfügungen der Stadt Frankfurt ebenso weggefallen wie landes- oder bundesrechtliche Regelungen. Zwar haben auch Clubs, Bars und Gaststätten wieder geöffnet, doch die Polizei geht davon aus, dass der Trend zum Aufenthalt im öffentlichen Raum trotzdem anhält.

Michael Jenisch vom Ordnungsamt der Stadt Frankfurt bestätigt die Erwartung: "Wir glauben das auch. Zudem: Es ist ja schon vor Corona losgegangen, beispielsweise am Friedberger Platz." Die Stadtpolizei werde an einschlägigen Orten präsent sein.

Auch die Landespolizei ist vorbereitet: Aus diesem Grund hat die Frankfurter Polizei mit Beginn des laufenden Monats ihre Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Kriminalitätsbekämpfung in diesen Bereichen mit einem erweiterten Einsatzkonzept intensiviert. Zur Verbesserung der Situation steht die Polizei auch mit allen anderen beteiligten Behörden in Frankfurt in einem intensiven und regelmäßigen Austausch, teilten die Gesetzeshüter mit.

Feiern in Frankfurt: Ruhestörung und Lärm treten immer wieder auf

Dabei sei der Aufenthalt von vielen tausend Menschen in den Grünanlagen und auf anderen öffentlich zugänglichen Plätzen für eine Großstadt typisch und noch kein Anlass für polizeiliches Einschreiten. Doch in Verbindung mit Alkoholkonsum und gruppendynamischen Prozessen können bestimmte Kriminalitätsphänomene einhergehen, die am Rande von Menschenansammlungen immer wieder zu verzeichnen sind und im vergangenen Jahr auch in Frankfurt registriert wurden.

Dabei handelt es sich etwa um Diebstahl, Körperverletzungen, Raubstraftaten und vereinzelt auch Sexualdelikte. Hinzu kommen Begleiterscheinungen, die immer auftreten, wenn zu viele Menschen zusammenkommen: Ruhestörender Lärm, insbesondere durch den Betrieb von Bluetooth-Lautsprechern, das Urinieren im öffentlichen Raum - und schließlich Berge von Müll.

In Erinnerung geblieben sind vor allem gewalttätige Ausschreitungen auf dem Opernplatz im Juli 2020, wobei mehrere Polizisten verletzt wurden. Der Krawall erregte bundesweit Aufmerksamkeit, so wie kurz zuvor ein ähnlicher Vorfall in Stuttgart. (Thomas J. Schmidt)

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