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Sandsteinpoller sollen den Gerechtigkeitsbrunnen künftig vor Beschädigungen schützen. 

Immer wieder Schäden

Stadt stellt Poller vor Gerechtigkeitsbrunnen am Römer auf - das steckt dahinter

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Graue Granitpoller rund um den Gerechtigkeitsbrunnen: ein ungewohntes Bild auf dem Römer in Frankfurt. Wir erklären, was dahinter steckt.

  • Poller sollen Ziergitter von Justitia am Gerechtigkeitsbrunnen schützen
  • Rechteckige Poller aus Granit werden eingelassen
  • Große Schäden in der Vergangenheit

Frankfurt - Nanu, was ist das denn? Ins Pflaster rund um den Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Römerberg werden seit Anfang der Woche rechteckige Poller aus Granit eingelassen, je zwei pro Seite. Das sei dringend nötig gewesen, sagt Gabriele Schuster, die beim Kulturamt für die Maßnahme zuständig ist. Denn die Autofahrer, die den Römerberg bis 11 Uhr zum Be- und Entladen befahren dürfen, nähmen keinerlei Rücksicht. Immer wieder sei es vorgekommen, dass Lieferwagen auf das Ziergitter rund um den Brunnen aufgefahren seien und es beschädigt hätten.

Frankfurt Römer: Poller vor Gerechtigkeitsbrunnen

"Nun, da die Freunde Frankfurts das Gitter dankenswerterweise sanieren, mussten wir uns etwas überlegen." Nach reiflicher Überlegung habe sich das Kulturamt für die Poller-Variante entschieden. "Unserer Meinung nach beeinträchtigen sie die Optik am wenigsten", sagt Schuster. Neben ihrer Schutzfunktion hätten sie zudem einen weiteren, für den Römerberg unschlagbaren Vorteil: Touristen und Einheimische können sich darauf niederlassen und ausruhen. Zwei der Poller wurden bereits im vergangenen Jahr eingesetzt, seit Anfang der Woche werden die übrigen 14 montiert.

Doch die Baustelle ist keine einfache: Weil auf dem Römerberg immer wieder Veranstaltungen stattfinden, muss sie immer wieder auf- und abgebaut werden. Bereits nächste Woche weicht sie für den Fastnachtsumzug am 23. Februar, Mitte März dann für die Luminale. Läuft alles nach Plan, sollen die Arbeiten Ende März abgeschlossen sein. "Dann werden wir schauen, ob die Poller unseren Ansprüchen genügen", sagt Schuster. Insgesamt kostet die Maßnahme - ohne Gittersanierung - rund 130 000 Euro.

Frankfurt Römer: Gerechtigkeitsbrunnen wird saniert

Nicht nur das Ziergitter, auch die Justitia und die Brunnenrohre werden seit Mai vergangenen Jahres saniert. Damals war Wasser in die Tiefgarage unterm Römerberg gelaufen, Untersuchungen hatten ergeben, dass säurehaltige Flüssigkeit in den Brunnen gekippt worden war, die Rohre im Brunnen und in der Justitia-Figur waren verätzt. Eine Fachfirma musste sie austauschen. Wenn die letzte Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind, soll laut Kulturamt auch das erneuerte Ziergitter wieder aufgestellt werden.

Das Gitter einfach wegzulassen, weil nun die Poller dessen Schutzaufgabe übernehmen, habe nie zur Debatte gestanden: Das Brunnenensemble ist denkmalgeschützt, das Gitter ist bereits auf Fotos aus dem Jahr 1888 zu sehen. Ein Brunnen stand dort allerdings schon viel früher: 1543 wurde der Vorgängerbau des heutigen Gerechtigkeitsbrunnens eingeweiht. 

Unterdessen darf der Grüneburgpark nicht untertunnelt werden. Gute Nachrichten gibt es von den Straßenbahnen: Die Stadt Frankfurt verlängert sie, um mehr Fahrgästen Platz zu bieten.

von Sarah Bernhard

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