Augustusplatz Leipzig
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Ein Anhänger der „Querdenken“-Demonstration am 07.11.2020 auf dem Augustusplatz in Leipzig.

Initiative „Querdenken 69“

Corona-Demos in Frankfurt: Maskenpflicht für Teilnehmer - Bei Verstößen drohen Konsequenzen

  • Svenja Wallocha
    vonSvenja Wallocha
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Bis zu 2000 Teilnehmer werden am Samstag (14.11.2020) in Frankfurt zu einer Demo der Initiative „Querdenken 69“ erwartet. Bei Verstößen gegen Corona-Auflagen will die Stadt durchgreifen.

  • Für Samstag (14.11.2020) ist eine Demo der Initiative „Querdenken 69“ in Frankfurt geplant.
  • Laut Ordnungsamt werden etwa 2.000 Teilnehmer erwartet.
  • Zudem seien bisher drei Gegendemonstrationen angemeldet.

Update vom Freitag, 13.11.2020, 14.37 Uhr: Die „Querdenken“-Demo am Samstag (14.11.2020) findet unter strengen Auflagen statt, das gab die Stadt Frankfurt in einer Pressemitteilung bekannt. Die Route des Zuges wurde jedoch um mehr als die Hälfte der Strecke gekürzt und auf andere Straßen verlegt. Sie führt nun vom Kaisersack über den Hauptbahnhof und die Mainzer Landstraße zum Rossmarkt/Rathenauplatz, dem Areal der Abschlusskundgebung. Für die Teilnehmer gilt außerdem Maskenpflicht, auch die Abstandsregelungen müssen eingehalten werden, heißt es vonseiten der Stadt.

Laut der Stadt Frankfurt sei dem Anmelder des „Querdenken 69“-Demozuges unmissverständlich klargemacht worden, dass Verstöße gegen die Corona-Auflagen Konsequenzen haben werden. Die Polizei werde den Demozug begleiten. Sicherheitsdezernent Markus Frank machte noch einmal deutlich, dass die Versammlungsfreiheit ein hohes Gut sei, man die verstörenden Bilder aus Leipzig jedoch noch vor Augen habe. „Dieses Verhalten von Versammlungsteilnehmenden ist inakzeptabel und gehört sanktioniert“, sagte er. Gerade mit den verfügten Auflagen werde dazu beigetragen, dass Versammlungen auch in Zeiten von Corona stattfinden könnten.

Corona-Demos in Frankfurt: Polizei will gegebenenfalls „konsequent einschreiten“

+++ 16:59 Uhr: Am Samstag wollen sich Kritiker des „Lockdown light“ zu einer Demonstration in Frankfurt treffen. Auch Gegendemonstrationen sind geplant, unter anderem unter dem Namen „Gegen den Auftritt von rechten Verschwörungstheoretikern und Coronaleugnern“. Die Polizei hat sich jetzt zu den Demonstrationen am Wochenende geäußert. Die zuständige Versammlungsbehörde befasse sich aktuell mit den Anmeldungen, heißt es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Frankfurt. Die Polizei plant, die gegensätzlichen Lager voneinander zu trennen und dadurch mögliche Auseinandersetzungen zu verhindern. Passanten sollen sich während der Demos auf massive Verkehrsbeeinträchtigungen rund um den Hauptbahnhof und in der Innenstadt Frankfurts einstellen.

Frankfurter Polizei will freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit schützen – aber auch Corona-Auflagen

„Im Vordergrund stehen die freie Meinungskundgabe und das Recht auf Versammlungsfreiheit“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Auch die Einhaltung der Auflagen und Vorgaben geltender Corona Verordnungen soll beobachtet werden. „Kommt es zu Verstößen, wird unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit aber dennoch konsequent eingeschritten.“

Bei den Demonstrationen gelten Abstandsregeln und die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung, wie der Frankfurter Polizeipräsident ausführt. „Eine Diskussion mit den Einsatzkräften vor Ort über die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen ist sinnlos und nicht zielführend.“

Bei einer „Querdenker“-Demo Ende Oktober demonstrierten Teilnehmer am Goetheplatz gegen die Corona-Maßnahmen.

Corona-Kritiker ziehen durch Frankfurt: Tausende Teilnehmer und Gegendemonstrationen erwartet

Update vom Donnerstag, 12.11.2020, 11.14 Uhr: Am kommenden Samstag (14.11.2020) wollen Kritiker der Corona-Maßnahmen in Frankfurt auf die Straße gehen. Laut Ordnungsamt sind 500 Teilnehmer für einen Demozug angemeldet und 2000 für eine Kundgebung in der Innenstadt.

Wie eine Sprecherin der Initiative „Querdenken 69“ auf Anfrage von „hessenschau.de“ erklärte, rechne sie mit etwa 1.000 Teilnehmern. Die Demo in Frankfurt richte sich „explizit gegen den ‚Lockdown light‘“. Was auch das Motto der Versammlung („Kein Lockdown für Bembeltown!“) wiedergibt. Wie die Hessenschau vom Ordnungsamt erfahren habe, seien für Samstag bisher drei Gegendemonstrationen angemeldet.

Frankfurt: Querdenken-Demo zieht durch die Innenstadt - Gegendemonstrationen geplant

Wie viele Teilnehmer zu den Gegendemonstrationen in Frankfurt erwartet werden, war am Mittwoch noch unklar. Die Frankfurter Polizei wollte am Mittwoch zu dem Thema noch nichts sagen. Man beurteile die Lage nach Möglichkeit auf Basis der neuesten Erkenntnisse, sagte eine Sprecherin. Das sei Ende der Woche der Fall.

Corona-Demo in Frankfurt: „Querdenken“ mobilisiert Hunderte Teilnehmer

Erstmeldung vom 10.11.2020: Frankfurt - Bei sogenannten „Querdenken“-Demos gehen immer wieder hunderte Menschen auf die Straße, um gegen die aktuellen Maßnahmen zu demonstrieren. Für den kommenden Samstag (14.11.2020) ist auch in Frankfurt eine Versammlung angemeldet. Laut der Homepage des Frankfurter Ablegers „Querdenken 69“ ist das Motto der Veranstaltung „Kein Lockdown für Bembeltown“.

Die „Querdenken“-Demo soll um 12 Uhr auf der Kaiserstraße beginnen gegen 14.30 Uhr am Rathenauplatz/Goetheplatz enden. Danach ist noch eine Kundgebung geplant. Zwischenkundgebungen soll es zudem an der Hauptwache, Konstablerwache und dem Eschenheimer Tor geben. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau erwartet Querdenken 69 nach eigenen Angaben bis zu 2000 Teilnehmer.

Folgende Demo-Route ist geplant:

  • Start auf der Kaiserstraße
  • Hauptwache
  • Konstablerwache
  • Eschenheimer Tor
  • Ende Rathenauplatz/Goetheplatz

Frankfurt: „Querdenken“-Demo geplant - Maskenpflicht für Teilnehmer

Gefordert werde bei der Demo in Frankfurt eine offene Diskussion über den Umgang mit der Corona-Pandemie. Erneute Einschränkungen im öffentlichen Leben werden abgelehnt, sagte Malin Joy Singh von „Querdenken 69“ der Frankfurter Rundschau. Die Frankfurterin betonte zudem, dass die Bewegung „kein großer Freund von Maskentragen“ sei. Man wolle sich jedoch bemühen auf die Abstandsregeln zu achten.

Es ist nicht die erste Anti-Corona-Demo in Frankfurt. Bereits am 24.10.2020 waren bei einer Demonstration der Initiative „Querdenken“ etwa 600 Menschen zusammengekommen. Viele von ihnen ohne Maske. Frankfurts Oberbürgermeister kritisierte das Verhalten Demonstranten. Für eine geplante Demo am 05.11.2020 sind die Teilnehmer zuletzt zum Tragen von Masken verpflichtet worden. Die mit Allgemeinverfügung für den Frankfurter Innenstadtbereich geregelte Maskenpflicht müsse auch für die Teilnehmenden der Querdenken 69-Demonstration gelten, sagte Amtsleiterin Karin Müller damals einen Tag vor der Demo.

Demo gegen Corona-Auflagen in Frankfurt: Redner angekündigt

Bei der „Querdenken-Demo“ am kommenden Samstag sind laut einem Facebook-Post der Initiative „Querdenken 69“ als Redner unter anderem der Ulmer Anwalt und Mitglied der Initiative Markus Haintz und Sänger SchwrzVyce angekündigt. „Mit musikalischen Untermalung und fröhlichem Beisammensein bringen wir die Lebensfreude und den Freiheitsgeist zurück in unser geliebtes Bembeltown“, heißt es in dem Beitrag. Gruppierungen haben bereits zu Gegendemonstrationen aufgerufen.

Die Demos der Initiative sind umstritten. Erst kürzlich lief eine Versammlung in Leipzig aus dem Ruder. Laut Polizei waren mindestens 20.000 Menschen aus der ganzen Bundesrepublik gekommen. Der allergrößte Teil trug keine Masken. Nach Auflösung der Versammlung erzwang eine große Menschenmenge einen Gang über den Leipziger Ring. Die Polizei hatte zunächst versucht, dies zu verhindern, ließ sie aber schließlich ziehen. An den Polizeisperren kam es zu Rangeleien gegeben und es wurde Pyrotechnik gezündet.

Frankfurt: Bildungsstätte fordert Vorgehen gegen Corona-Verschwörungsmythen

Die Bildungsstätte Anne Frank wies auch im Zusammenhang mit der Demo in Leipzig auf die zunehmende Militanz und den Antisemitismus der Szene der Coronaleugner hin. „In einer Zeit, da antisemitische Verschwörungsideologien und antisemitisch motivierte Gewalt Hochkonjunktur haben, reicht es nicht aus, einmal im Jahr mit Blick auf die nationalsozialistischen Verbrechen ritualhaft „nie wieder“ zu sagen“, erklärte Mendel. Nötig sei ein konsequentes Vorgehen gegen Falschbehauptungen und verfassungswidrige Äußerungen etwa in den sozialen Netzwerken und eine Prüfung, ob entsprechende Symbole verboten werden könnten. (svw mit dpa)

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