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Eng geht es auf den Frankfurter Straßen zu, wie hier auf der Kurt-Schumacher-Straße. Fahrrad-Spuren sollen das ändern.

Veränderungen auf Straße

Radfahrer bekommen mehr Spuren - Autofahrer müssen Platz machen

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Fahrradfahrer in Frankfurt bekommen mehr Platz auf den Straßen. Die Autos müssen dafür auf die eine oder andere Spur verzichten. An der Konstablerwache und rund um den Hauptbahnhof geht es los.

  • Radfahrer bekommen mehr Platz auf den Straße
  • An der Konstablerwache und rund um den Hauptbahnhof geht es los
  • Gefährliche Ecke an der Friedberger Straße bleibt

Frankfurt - Der Platz auf Frankfurts Straßen wird neu verteilt. Für Auto- und Lastwagenfahrer steht künftig weniger Raum zur Verfügung, für Radler mehr. Stück für Stück setzt die Stadt im Laufe des Jahres den Ausbau des Radwegnetzes fort und markiert eigene Fahrrad-Spuren. Schon morgen soll es weitergehen.

Ob auf der Mainzer Landstraße, der Schönen Aussicht oder in der südlichen Kurt-Schumacher-Straße: Das leuchtende Rot der Fahrradstreifen auf den Fahrbahnen wird zum Markenzeichen der veränderten Verkehrspolitik. Mit der Farbe markiert die Stadt provisorische Radwege. Für die Autofahrer wird es enger, wenn ihnen Spuren genommen werden.

Frankfurt: Radfahrer bekommen mehr Platz auf der Straße 

Beschlossen hat dies das Stadtparlament im vorigen Jahr mit breiter Mehrheit. Auf das Ausbauprogramm hatte sich die Koalition aus CDU, SPD und FDP mit den Initiatoren des Radentscheids geeinigt. Unter anderem fahrradfreundliche Nebenstraßen, radgerechte Umbauten von Kreuzungen und deutlich mehr Fahrradparkplätze sieht es vor.

Am stärksten für alle zu spüren ist das Umwandeln von Auto- in Radspuren. In der südlichen Kurt-Schumacher-Straße hatte die Stadt das in Richtung Norden bereits 2019 umgesetzt, ebenso in der Schönen Aussicht. Die nächsten Projekte stehen nun an, erklärt der für den Radverkehr zuständige Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), Stefan Lüdecke. Diese Reihenfolge ist vorgesehen:

Kurt-Schumacher-/Konrad-Adenauer-Straßenach Norden von Battonstraße über Konstablerwache bis Friedberger Tor: Vom 9. Februar an soll an drei Sonntagen unter Vollsperrung statt der rechten Autospur ein Radstreifen markiert werden. Die Arbeiten sind aber nur möglich, wenn es mindestens acht Grad warm ist und auch nicht regnet.

Hanauer Landstraße zwischen Osthafenplatz und Ratswegkreisel: Der bestehende Radweg stadtauswärts wird durch neue Poller von geparkten Autos freigehalten, der Radweg in Einmündungsbereichen rot markiert. Die Arbeiten laufen. In der Gegenrichtung wird der Radweg stadteinwärts punktuell ausgebessert.

Friedberger Landstraßezwischen Friedberger Tor und Friedberger Platz (beide Richtungen): In den Sommerferien wird statt der rechten Autospur ein Radstreifen markiert.

Frankfurt: Auf der Hanauer und der Mainzer Landstraße ändert sich einiges

Hanauer Landstraße von Allerheiligentor bis Ostbahnhof (beide Richtungen): Entweder werden die rechten Fahrspuren, die teils zum Parken freigegeben sind, als Radstreifen markiert. Oder die Radler werden über eine Parallelstrecke geführt. Hier läuft aktuell die Prüfung, bis Jahresende soll es umgesetzt sein.

Mainzer Landstraßeabschnittsweise (beide Richtungen): In der zweiten Jahreshälfte werden Radstreifen auf der überbreiten oder der rechten Autofahrspur markiert. Hier muss zuvor aber noch eine Planung erstellt werden.

Am Hauptbahnhof, Düsseldorfer, Baseler Straßevon Platz der Republik bis Baseler Platz (beide Richtungen): In der zweiten Jahreshälfte werden Radstreifen auf den rechten Autospuren markiert. Hier gebe es besonders viele Beschwerden von Radfahrern über fehlende Infrastruktur, betont Lüdecke.

Mörfelder/Offenbacher Landstraßezwischen Auf dem Mühlberg und Breslauer Straße (beide Richtungen): In der zweiten Jahreshälfte wird ein baulich getrennter Radweg eingerichtet, die dritte Autofahrspur fällt weg. Da die Straße recht eng sei, sei die Umsetzung "relativ kompliziert", eine externe Planung nötig, erklärt Lüdecke. Ampelschaltungen müssten geändert und die Straßenbahn berücksichtigt werden.

Frankfurt: Friedberger Straße bleibt Engstelle

Trotz des Programms bleibt eine gefährliche Engstelle: auf der Friedberger Landstraße zwischen Friedberger Platz und Wielandstraße. Auf diesen Ausbau habe sich die Koalition nicht einigen können, daher sei er nicht beschlossen worden, erinnert der Referent Oesterlings.

Wegen der Enge der Straße sei der Lückenschluss tatsächlich recht kompliziert: Würde bloß die rechte Spur ummarkiert, würde sich der Autoverkehr stärker auf der linken Spur stauen - auf der hier aber auch die Straßenbahnlinien 12 und 18 rollen. "Das erfordert noch Hirnschmalz", sagt Stefan Lüdecke.

Da dieser Bereich jedoch nicht zum Parlamentsbeschluss gehöre, werde das Dezernat dieses Vorhaben "aktuell auch nicht forcieren", unterstreicht der Referent. "Außer der Ortsbeirat kommt auf uns zu." Von großem Nutzen sei aber auch schon der durchgehende Radstreifen von Süden her bis zum Friedberger Platz, betont Lüdecke. Von hier aus könnten Radfahrer gut in die ruhigen Parallelstrecken Rotlintstraße und Günthersburgallee fahren. Diese Wegeführung werde bei den Markierungsarbeiten auch umgesetzt. 

Die Kurt-Schumacher-Straße wird an den Sonntagen 9., 16. und 23. Februar von Allerheiligen- bis Seilerstraße in Fahrtrichtung Norden gesperrt.

Fahrradfahren ist in Frankfurt am gefährlichsten. In Hessens größter Stadt ereigneten sich im vergangenen Jahr die meisten Radunfälle, wie aus dem Jahresbericht des Statistischen Landesamts hervorgeht.

An der Ecke Mainzer Landstraße und Düsseldorfer Straße, ganz in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs, sorgt derweil ein Dieselaggregat für Ärger, das seit Monaten ununterbrochen läuft. Lärm und Gestank nerven Passanten und Geschäftsinhaber. 

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