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Frankfurt Radrennen

Eschborn–Frankfurt "Der Radklassiker"

Alles, was Sie zum Radrennen am 1. Mai wissen müssen

Am Dienstag ist es wieder so weit: Das traditionelle Radrennen am 1. Mai findet in Frankfurt und dem Taunus statt. Wo führt die Strecke entlang? Wer wird gewinnen? Was muss ich rund um die Rennstrecke beachten? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Wie heißt das Rennen jetzt eigentlich? 

In den Köpfen der Fans wird es wohl immer das Rennen „Rund um den Henninger Turm“ bleiben. Seit dem ersten Radrennen im Jahr 1962 lagen bis ins Jahr 2008 Start und Ziel unterhalb des Henninger Turms in Sachsenhausen. Nachdem sich dieser Hauptsponsor jedoch zurückzog, musste ein neuer Name her. 2009 hieß das Rennen daher „Eschborn-Frankfurt City Loop“. Start war dabei erstmals in Eschborn, das Ziel im Frankfurter Stadtteil Riedberg. Ab 2010 trug das Rennen den Namen „Rund um den Finanzplatz Eschborn–Frankfurt“. Das Ziel wanderte an die Alte Oper.

Im vergangenen Jahr änderte sich der Name erneut, in „Eschborn–Frankfurt "Rund um den Finanzplatz"“. Grund dafür war, dass das traditionelle Rennen erstmals Teil der hochkarätigen UCI WorldTour war und damit offiziell in den Kalender der wichtigsten Profi-Rennen der Welt aufgenommen wurde. Dennoch änderte sich der Name in diesem Jahr ein weiteres Mal. Nun heißt das Rennen „Eschborn – Frankfurt "Der Radklassiker"“. Dieser Name, zu dem extra ein eigenes Logo entworfen wurde, soll nun aber längerfristig bestehen.

Wo führt die Strecke entlang? 

Die 212,5 Kilometer lange Strecke startet in Eschborn und endet an der Alten Oper in Frankfurt. Vom Start in der Elly-Beinhorn-Straße geht es auf direktem Weg nach Frankfurt zu einer ersten Durchfahrt des kurzen Rundkurses im Zielbereich. Von dort führt der Weg über den Riedberg nach Bad Homburg und Oberursel, ehe sich die Fahrer auf den Feldberg quälen. Von dort geht es nach Ruppertshain. Dort startet der Taunusrundkurs. Dabei wird zunächst zweimal aus Sulzbach und Schwalbach kommend der Mammolsheiner Berg überfahren, ehe es über die Billtalhöhe zurück nach Ruppertshain geht. Anschließend stehen zwei kleinere Runden bevor, bei denen der Mammolheiner Berg zweimal Richtung Kronberg angefahren wird. Ist dies geschafft, fährt das Feld auf direktem Weg nach Eschborn und vor dort weiter in die Frankfurter Innenstadt. Mit der Frankfurter Skyline im Rücken begeben sich die Rennfahrer in traditionelle Gefilde. Auf dem Wendelsweg und dem Hainer Weg befahren die Profis im Frankfurter Süden die historische Strecke früherer „Rund um den Henninger Turm“-Zeiten. Nach dieser Südschleife geht es auf einen drei Kilometer langen Rundkurs in der Innenstadt. Dieser wird zweimal befahren, ehe an der Alten Oper der Sieger feststehen wird.

Wo kann ich die Radfahrer am besten sehen? 

Es ist wie bei jedem Radrennen: Dort wo es besonders Spektakuläres zu sehen gibt, stehen vermutlich auch die meisten Zuschauer. Dennoch lohnt sich ein Ausflug an die Hot-Spots der diesjährigen Strecke. Kurios wird es in Bad Homburg: Dort radeln die Profis genau über die Fußgängerzone. Auch in der Nachbarstadt Oberursel wird es eindrucksvoll: Denn dort fahren die Teilnehmer mit Vollgas über das Kopfsteinpflaster in der Altstadt. Je langsamer das Feld unterwegs ist, desto mehr hat der Zuschauer davon. Der längste Anstieg geht dabei hinauf auf den Feldberg. Deutlich kürzer, dafür umso steiler ist der Mammolsheiner Berg. Mit seinen 23 Prozent ist er längst eine gefürchtete Instanz beim Traditionsrennen am 1. Mai. Hier werden wie jedes Jahr etliche Fans am Straßenrand stehen, immerhin kämpfen sich die Profis gleich viermal den Berg hinauf.

Doch nicht nur der Streckenrand ist verlockend, auch am Startbereich in Eschborn lohnt sich ein Besuch. Vor dem Möbelhaus in der Elly-Beinhorn-Straße können die Fans ihren Idolen ganz nahekommen und diese beim Warmmachen beobachten. Zudem wird dort ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Weitere Streckenfeste sind am Eschborner Rathaus, in Sulzbach, Schwalbach und auf dem Berliner Platz in Kronberg geplant. Ein weiterer lohnender Ort zum Zusehen, ist der Zielbereich. Hier sind den ganzen Tag über Rennen des Nachwuchses zu bestaunen, ehe am Nachmittag die Profis mit Höchstgeschwindigkeit über den Zielstrich rasen. Abschließend kann der Gewinner bei der Siegerehrung auf dem Opernplatz nochmal in Ruhe bestaunt werden.

Wann die Radfahrer an welchem Ort vorbeifahren, können Sie dieser Tabelle entnehmen.

Wo muss ich am 1. Mai mit Straßensperrungen rechnen? 

Damit die Polizei einen „höchstmöglichen Grad an Sicherheit“ garantieren kann, soll nahezu die gesamte Strecke den ganzen Tag über Verkehrsfrei bleiben. Das trifft auch auf die Frankfurter Innenstadtrunde zu. Auf dem gesamten Kurs kann lediglich zu genau festgelegten Zeiten die Strecke gequert werden. Denn nicht nur das Profifeld fährt am 1. Mai durch den Taunus, bereits am Vormittag starten das Jedermannrennen sowie diverse Nachwuchsrennen. Die Schleusenpunkte sind genau festgelegt, ebenso wie deren Öffnungszeiten. Wer die Strecke queren möchte, sollte sich zuvor genau informieren, wann dies an welchem Ort möglich ist. Lediglich in Frankfurter Stadtgebiet werden die Schleusen spontan geöffnet, insofern dies die jeweilige Rennsituation erlaubt.

An diesen Orten können Sie die Strecke queren.

Zuschauer sollten daher schon frühzeitig planen, an welchem Ort sie das Rennen ansehen wollen. Um etwa auf dem Feldberg die Radfahrer anfeuern zu können, sollten die Fans spätestens um neun Uhr ihre Zelte dort aufgeschlagen haben. Ab dann wird eine Auffahrt mit dem Auto nicht mehr möglich sein. Gleiches gilt für den Mammolsheiner Berg. Wer hier morgens mit dem Auto hinfährt, muss damit rechnen, dass er bis zur letzten Durchfahrt am Nachmittag dort nicht mehr wegkommt. Lediglich die Südschleife in Sachsenhausen wird nur für die Durchfahrt der Profis gesperrt. Dort wird zwischen 16 Uhr und 17.20 Uhr kein Autoverkehr möglich sein.

Für dringende Fragen gibt es ein Service-Telefon, das ab dem 28. April unter folgenden Nummern erreichbar ist:

069 686 070 42 und 0160 256 165 8

Was gilt es beim ÖPNV zu beachten? 

Da viele Straßen im Frankfurter Stadtgebiet an diesem Tag gesperrt sein werden, sind auch Straßenbahnen und Buslinien von Änderungen betroffen. So empfehlen Veranstalter und RMV die S-und U-Bahnen zu nutzen.

Ein weiteres Servicetelefon hat der RMV eingerichtet:

069 24 24 80 24

Kann ich mein Fahrrad mit in die Bahn nehmen? 

Es werden an diesem Tag sehr viele Radfahrer unterwegs sein. Entsprechend werden sich auch viele Radfahrer in den S-Bahnen tummeln. „Grundsätzlich ist eine Mitnahme von Fahrrädern zulässig“, betont TraffiQ-Pressesprecher Klaus Linek. Jedoch empfiehlt er Radfahrern, die den ÖPNV nutzen wollen, etwas mehr Zeit einzuplanen, um gegebenenfalls eine spätere Bahn zu nehmen, sollte die Eigentliche bereits zu voll sein.

Kann ich am 1. Mai den Opelzoo besuchen?

Das ist möglich, jedoch gibt es dort genaue Zeiten zu beachten, da der Zoo nur in bestimmten Zeitfenstern mit dem Auto erreichbar ist. So ist eine Zu- und Abfahrt nur zu folgenden Zeiten möglich: Bis 10.30 Uhr, zwischen 13 Uhr und 14.30 Uhr, zwischen 15 Uhr und 15,30 Uhr sowie ab 16.30 Uhr. Der Waldparkplatz ist an diesem Tag nur von den Parkplätzen des Opel-Zoo zu erreichen, also nur über die B455.

Zurück zum Sport: Wer sind die Favoriten auf den Sieg? 

147 Fahrer aus 21 Teams gehen am 1. Mai an den Start. Hochgehandelte Namen auf den Sieg sind dabei Kristoff, Zabel, Politt, Boasson Hagen und Gaviria. Der Lokalmatadort John Degenkolb musste seine Teilnahme wegen Kniebeschwerden absagen. Auch der Weltmeister Peter Sagan wird nach seinem kläglichen Auftritt im vergangenen Jahr nicht dabei sein. Großer Favorit ist ohne Zweifel Alexander Kristoff. Der Norweger in Diensten des UAE-Team Emirates gewann nicht nur das Rennen im vergangenen Jahr sondern ging bereits 2016 und 2014 als Sieger hervor. Sein Sieg im vergangenen Jahr hatte er jedoch seinem starken Anfahrer Rick Zabel zu verdanken. So hätte dieser das Rennen auch selbst gewinnen können, ließ jedoch seinen Chef passieren. In diesem Jahr könnte der Weg für Zabel, Sohn der deutschen Sprint-Legende Erik Zabel, in seinem Team Katusha-Alpecin frei sein. Nicht unterschätzen sollte er dabei jedoch seinen Teamkollegen Nils Politt. Dieser fuhr bereits herausragende Ergebnisse bei den Frühjahresrennen heraus und wurde unter anderem bester Deutscher beim Klassiker „Paris-Rubaix“. Für deren Teamkollegen, den Topsprinter Marcel Kittel, könnte die Fahrt durch den Taunus mit insgesamt 3500 Höhenmetern zu bergig sein, um noch im Schlussspurt vorne mit zu fahren. Ebenso dürfte es Andre Greipel, vom Team Lotto-Soudal gehen, der sich bei einem Sturz beim Rennen Mailand-Sanremo das Schlüsselbein brach und nun sein Comeback feiern wird.

Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt

Auch internationalen Klassikerspezialisten, wie Edvald Boasson Hagen (Dimension Data), Michael Matthews (Team Sunweb) oder der belgische Meister Oliver Naesen (AG2R La Mondiale), wollen in diesem Jahr an der Alten Oper ein Wort um die Radklassiker-Trophäe mitreden. Doch damit nicht genug: Ihren Start angekündigt haben unter anderem auch die mehrfachen Etappensieger des Giro d’Italia Fernando Gaviria (Quick-Step Floors) und Nacer Bouhanni (Cofidis Solutions Crédits) sowie die deutschen Nachwuchssprinter Pascal Ackermann (BORA-hansgrohe) und Phil Bauhaus (Team Sunweb).

Der Radklassiker zieht etablierte Namen genauso an, wie die jungen Talente. Mit Benoit Cosnefroy (AG2R La Mondiale) steht der amtierende Weltmeister der U23-Kategorie in Eschborn am Start des Eliterennens. Fabio Jakobsen sprintete im letzten Jahr zum Sieg bei der U23-Ausgabe von Eschborn-Frankfurt und fährt jetzt ebenfalls bei den Profis. Ein hochspannendes Rennen ist somit garantiert.

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