In einem Kiosk in der Innenstadt leuchtet der Schriftzug „geöffnet“.
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Die Polizei in Frankfurt war im Einsatz, weil ihr ein Überfall auf einen Kiosk gemeldet wurde. Es handelte sich aber um eine gestellte Szene für ein Rap-Video. (Symbolbild)

Großeinsatz

Überfall auf Kiosk? Polizei löst Videodreh von Rapper auf

Ein Zeuge meldet der Polizei in Frankfurt einen Überfall auf einen Kiosk. Die vier maskierten Männer waren aber keine Räuber, sondern drehten ein Rap-Video.

Frankfurt – Die Polizei ist am Mittwoch (17.03.2021) mit einem großen Aufgebot an Einsatzkräften zu einem Überfall auf einen Kiosk in Frankfurt gefahren. Es stellte sich aber heraus, dass es gar keinen Überfall gegeben hat. Das Szenario war inszeniert. Ein Rapper wollte ein Musikvideo drehen und stellte für die Kamera einen Raubüberfall nach. Eine Anzeige gab es trotzdem.

Videodreh in Frankfurt: Vier maskierte Männer mit Schusswaffe im Kiosk gesehen

Gegen 20.30 Uhr rief ein Augenzeuge bei der Polizei an: Der Kiosk in der Wiener Straße im Frankfurter Stadtteil Oberrad würde gerade überfallen werden. Er könne vier maskierte Männer im Laden erkennen, von denen einer mit einer Schusswaffe bewaffnet sei. Die Polizei berichtet, sie sei daraufhin mit mehreren Streifenwagen aus der näheren Umgebung zu dem Kiosk gefahren.

Kurz bevor die Beamten den vermeintlichen Tatort erreichten, kontrollierten sie zwei Männer. Sie erklärten, dass im Kiosk ein Video gedreht werden würde. Daraufhin fuhr das Überfallkommando vor, betrat den Verkaufsraum schlagartig und sicherte die jungen Männer, die sich im Kiosk aufhielten, berichtet die Polizei. Alle waren schwarz gekleidet und hatten weiße Sturmhauben bei sich.

Videodreh in Frankfurt: Inszenierter Raubüberfall als Start der Rapper-Karriere

Einen ähnlichen Vorfall gab es auch schon bei einem Videodreh des Rappers Kollegah in Frankfurt. Anwohner glaubten auch hier, dass es sich um einen echten Überfall gehandelt hat. Zeugen sahen, dass in einem Juweliergeschäft im Bahnhofsviertel Schusswaffen gezogen wurden. Die Polizei hatte den Dreh gestoppt.

Verantwortlich für die Aktion in der Wiener Straße sei ein 22-Jähriger gewesen, der durch das Video groß rauskommen wollte. Der Videodreh sollte der Beginn seiner Karriere als Gangsterrapper sein. Zusammen mit seinen vier „Homeboys“ im Alter von 23, 22, 38 und 23 Jahren, die als Schauspieler, Statisten und Kameramann bei dem Dreh halfen, inszenierte er den Raubüberfall. Bei der Durchsuchung einer Sporttasche des angehenden Rappers wurde eine Schreckschusspistole sichergestellt. Der Betreiber des Kiosks war laut Polizei in die Pläne eingeweiht und hatte sich einverstanden erklärt.

Videodreh in Frankfurt: Anzeige gegen Rapper

Der aufstrebende Rapper muss nun die Kosten für den Polizeieinsatz tragen und erhält eine Strafanzeige, weil er gegen das Waffengesetz verstoßen habe. (Theresa Ricke)

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