Der Rechtsanwalt Dr. Dr. Seyed Iranbomy aus Frankfurt (vorne) verklagt Donald Trump und die USA.
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Der Rechtsanwalt Dr. Dr. Seyed Iranbomy aus Frankfurt (vorne) verklagt Donald Trump und die USA.

Wegen verstorbenem Sohn

Darf nicht am Grab seines Sohnes trauern: Frankfurter Rechtsanwalt verklagt Donald Trump

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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Rechtsanwalt Seyed Iranbomy stellt in Frankfurt Strafanzeige gegen US-Präsident Donald Trump, weil er nicht am Grab seines Sohnes trauern darf.

  • Rechtsanwalt Seyed Iranbomy aus Frankfurt hat seinen Sohn in den USA verloren
  • Die Vereinigten Staaten unter Donald Trump verweigern Iranbomy die Einreise
  • Kostet ihn seine Herkunft das Visum?

Frankfurt - Sein Sohn, Student in Washington, kam im Juni 2019 in den USA bei einem Unfall ums Leben. Der Frankfurter Rechtsanwalt Dr. Dr. Seyed Iranbomy hat nicht ein einziges Mal an seinem Grab in den USA stehen können, um zu trauern. Die USA verweigern dem gebürtigen Iraner die Einreise. Ohne Angaben von Gründen. Die „Frankfurter Neue Presse“ hatte als erste darüber berichtet.

Jetzt hat Iranbomy Strafanzeige gestellt gegen den Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump, den US-Botschafter, die US-Generalkonsulin in Frankfurt. Die Anzeige, die Iranbomy am Mittwoch im Polizeipräsidium Frankfurts abgegeben hat, lautet auf „Verletzung der Menschenrechte und Verletzung der amerikanischen Verfassung und Verletzung des Kriegsrechts“. 

Anwalt aus Frankfurt bekommt kein Visum - wegen Donald Trump?

Letzteres begründet Iranbomy damit, dass das Recht auf Beerdigung selbst in Kriegszeiten ein anerkanntes Recht ist, nach Artikel 34 der Genfer Konvention vom 12. August 1949 und des Protokolls 1 vom 8. Juni 1977. „Die USA haben das anerkannt“, empört sich der Rechtsanwalt aus Frankfurt, „und verweigerten trotzdem mir in Friedenszeiten, meinen Sohn zu beerdigen.“ 

Die Verweigerung eines Visums für den deutschen Staatsbürger hat im Sommer vergangenen Jahres bundesweit Aufsehen erregt. Unter anderem haben sich der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann, die Bundestagsabgeordnete Uli Nissen, die Vizepräsidentin des Europaparlaments, Nicola Beer sowie US-Kongress-Abgeordnete bei der US-Amerikanischen Administration beschwert. 

Frankfurt: Stört die Regierung von Donald Trump Iranbomys Herkunft?

Iranbomy hatte sich seit Jahren für die Pflege der deutsch-amerikanischen Beziehungen eingesetzt. Sein Name stand auf der Liste der empfohlenen Anwälte für US-Bürger des amerikanischen Außenministeriums. Der Anwalt aus Frankfurt selbst hatte seit 2013 ein Zehn-Jahres-Visum für die USA. Mit dem Amtsantritt des jetzigen Präsidenten Donald Trump war es ihm ohne Angaben von Gründen entzogen worden. Iranbomy vermutet, dass seine iranische Herkunft eine Rolle spielen könne.

Seine Anzeige jetzt bezieht sich auf falsche Verdächtigung. Seinen Aussagen zufolge – das US-Generalkonsulat hat sich bislang nicht zu der Sache geäußert – habe er das Visum nicht erhalten, weil die USA befürchten, er nutze den Vorwand der Beerdigung seines Sohnes, um illegal in die USA einzureisen und dort zu bleiben. „Das habe ich ja vorher auch nicht getan, als ich das Visum hatte!“, so der Rechtsanwalt aus Frankfurt.

Frankfurt: Donald Trump entzieht Visum - Iranbomy will am Grab des Sohnes trauern

Iranbomys Auffassung nach ist es die Pflicht des deutschen Staates, ihn, seit 40 Jahren Staatsbürger, vor der Willkür eines anderen Staates zu schützen – und ihm die Möglichkeit zu verschaffen, am Grab seines Sohnes zu trauern. Sein Sohn ist in den USA begraben, weil seine Mutter US-Amerikanerin ist. 

tjs

Angela Merkel und Heiko Maas sollen helfen, ein Visum für den Rechtsanwalt Shahram Iranbomy aus Frankfurt zu bekommen*, damit er in den USA das Grab seines verstorbenen Sohnes besuchen kann.

Ein 20-Jähriger stirbt in den USA. Der Vater, ein iranischer Rechtsanwalt namens Dr. Dr. Seyed Iranbomy, veranstaltet nun in Frankfurt eine Trauerfeier - inklusive Protestaktion gegen Trump und die USA.

*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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