Jagdpächter Josef W. Göbel erläuterte am Kätcheslachweiher, welche Aufgaben er und seine Kollegen in dem Areal übernehmen: hegen, pflegen und jagen.
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Jagdpächter Josef W. Göbel erläuterte am Kätcheslachweiher, welche Aufgaben er und seine Kollegen in dem Areal übernehmen: hegen, pflegen und jagen.

Jagd

Frankfurt-Riedberg: Jagdpächter erklärt seine Aufgaben

  • vonKatja Sturm
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Der Kätcheslachpark und die angrenzenden Felder sind ein Niederwildrevier

Riedberg -Der Kätcheslachpark, auch wenn er so heißt, ist eigentlich gar kein Park. Entsprechend gilt die Grünfläche in Kalbach-Riedberg zusammen mit den angrenzenden Feldern als Jagdgebiet. Vor allem die erst kürzlich Zugezogenen in dem Frankfurter Neubauareal irritiert das, zumindest, wenn sie aus der Stadt sind und keinerlei Landerfahrung besitzen. Immer wieder treffen bei der Polizei Beschwerden darüber ein, dass Schüsse durch die Gegend knallen. Erst Mitte August hatte sich wieder jemand auf Facebook nach der Legalität dieses Geschehens erkundigt.

Der CDU-Ortsverein Kalbach-Riedberg lud am Samstag zur Aufklärung ein. Jagdpächter Josef W. Göbel erläuterte am Kätcheslachweiher, unterstützt von Ortslandwirt Gerhard Eckert, welche Aufgaben er und seine Kollegen in dem Areal übernehmen.

Lebenshilfe für Fasane und Rebhühner

"Die Jagd war hier zuerst, und dann kam der Riedberg", betonte Göbel zur Einführung. Wer wie er diese Passion pflegt und von einem Grundeigentümer das Jagdausübungsrecht übernimmt, verpflichtet sich auch der Hege. Das bedeutet, dass Tierbestände aufrechterhalten und der Lebensraum für die verschiedenen Arten verbessert werden soll.

"Wir befinden uns hier in einem Niederwildrevier", sagte der Fachmann. Früher seien einem in der Gegend Rebhühner und Fasane "ins Gesicht geflogen", doch längst hat sich die Zahl dieser Vögel reduziert, ebenso wie die Hasenpopulation.

Den Jägern obliegen "biotopverbessernde Maßnahmen", die dafür sorgen, dass die bedrohten Arten geschützt werden und die Zahl ihrer Feinde nicht ansteigt. Zum Raubwild zählen in der Gegend Waschbären und Füchse. Aber auch Nutrias, obwohl eher vegetarisch lebend, gelten als invasiv, zählen also zu den Familien, die die heimischen Ökosysteme gefährden, wenn sie sich ausbreiten. Die Jäger gehen unter anderem mit Fallen dagegen vor.

Doch es sind nicht nur Säugetiere, die es auf die tierischen Mitbewohner abgesehen haben. Krähen etwa hacken jungen Hasen die Augen aus, Elstern fressen die Eier von anderen Vögeln. Die milden Winter sorgen zudem dafür, dass Tauben zur wachsenden Plage werden, weil sie nicht mehr auf die wärmeren Gefilde im Süden angewiesen sind und so früher im Jahr Junge haben.

Man könne froh sein, dass das Gebiet sich zwischen zwei Autobahnen befindet, sagte Göbel. So gibt es nur einen offenen Zugang zum Revier; Wildschweine etwa seien darin nicht zu finden.

Wenn die Jäger auf der Pirsch sind, versuchen sie, die Risiken dabei so weit wie möglich zu reduzieren. Schüsse in Richtung Häuser seien zwar nicht verboten, betonte Göbel, werden aber trotzdem vermieden. Hunde sollten, besonders in den Brut- und Setzzeiten, die in Hessen von Mitte März bis Mitte Juli andauern, sowieso nicht ohne Leine durch die Felder laufen. Die Strafen für einen wildernden Vierbeiner sind nicht zu verachten: Lebenslanger Leinenzwang und Maulkorbtragen, das Zehnfache an Steuern und gegebenenfalls eine Anzeige gegen das Herrchen könnten aus dem Übermut resultieren.

Keine Saboteure anlocken

Anwohner regten an, im Vorfeld Bescheid zu geben, wenn die Jäger Gesellschaftsjagden mit drei und mehr Schützen veranstalten. Göbel wies darauf hin, dass die Polizei über diese Aktionen, die drei- oder viermal im Jahr stattfinden, stets informiert sei, man aber befürchte, mit einer öffentlichen Ankündigung Saboteure anzulocken. In dem Zusammenhang wies er auch darauf hin, dass die Hochsitze, die an einigen Stellen stehen, wirklich benutzt werden. Sie zu beschädigen, gefährde Leben.

Wenn man nicht jagen würde, fügte Göbel hinzu, würden sich unter anderem Seuchen ausbreiten, und Waschbären und Füchse würden auf Nahrungssuche zunehmend in Mülleimern herumwühlen, weil es für sie bald nicht mehr genug zu fressen gäbe. Das würde sich wohl niemand wünschen. KATJA STURM

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