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Eltern der gefährdeten Hortgruppen hatten bereits begonnen, Unterschriften zu sammeln. Das ist nun unnötig. Foto: Degelmann

Gute Nachrichten für Eltern

Dank eines Neubaus: Kita Sonnenwind bleibt bestehen

Gleich mehrere gute Nachrichten hatte Bildungsdezernentin Sylvia Weber parat, als sie am Freitag im Ortsbeirat 12 (Kalbach, Riedberg) sprach. Dank eines Neubaus bleibt zum einen die Kita Sonnenwind bestehen, zum anderen können auch die Hortplätze in zwei anderen Einrichtungen bestehen bleiben.

Frankfurt - Einen so entspannten Abend wie am vergangenen Freitag dürfte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) auf dem Riedberg selten erlebt haben. Wenn sie sich in den vergangenen Jahren dort Fragen von Bürgern stellte, musste sie sich meist harsche Kritik angesichts des Mangels an Schul- und Kindergartenplätzen anhören, der in dem Stadtteil vielen Familien zu schaffen machte. Dieses Mal war es anders: Bei der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 12 (Kalbach, Riedberg) bestätigte die Bildungsdezernentin, was Baureferent Jan Schneider (CDU) dem Gremium bereits Ende Oktober mitgeteilt hatte: Die Kindertagesstätte Sonnenwind, die eigentlich geschlossen werden sollte, bleibt nun doch erhalten.

Der Grund: Auf einer Fläche am Bonifatiusbrunnen, die die Stadtverwaltung zuvor in Erbpacht vergeben hatte, war der Investor nicht rechtzeitig aktiv geworden, so dass das Areal wieder an die Stadt zurückfiel. Dort könne nun ein Gebäude für eine viergruppige Kita errichtet werden, sagte Weber: "Das ist eine gute Lösung." Der entsprechende Auftrag an das Amt für Bau und Immobilien (ABI) sei bereits ergangen, die Freigabe der Planungsmittel sei auf dem Weg. "In absehbarer Zeit werden wir das ,Okay' dafür bekommen, das wird ganz zügig vorangehen", versicherte die Bildungsdezernentin.

Frankfurt-Riedberg: Hoher Raumbedarf

Derzeit besteht die Tagesstätte aus drei Gruppen. Mit der vierten Gruppe werden 20 weitere Kindergartenplätze geschaffen. Mit dem bisherigen Träger der Kita Sonnenwind, der Caritas, habe man sich dahingehend verständigt, dass die Stadt den Bau übernimmt und die Einrichtung dann weiterführt, sagte Sylvia Weber. Auch die Hortbetreuung in der Kita Schatzinsel und in der Kita Weltraum, die ebenfalls eingestellt werden sollte, läuft nun weiter. "Es gibt keine Notwendigkeit, daran etwas zu ändern", erklärte die Dezernentin. Schließlich sei der Bedarf an Hortplätzen am Riedberg immer noch hoch.

Frankfurt-Riedberg: Bau der Kita Sonnenwind soll bald beginnen

Mit dem Bau des neuen Gebäudes wolle man so bald wie möglich beginnen, kündigte Weber an: "Bis dahin bleibt die Kita Sonnenwind dort, wo sie ist. Und wenn das Ding fertig ist, ziehen alle um." Das werde voraussichtlich in zwei bis drei Jahren der Fall sein. Weil die Grundschule Riedberg jetzt auch Container am Gerichtsplatz nutzen könne, hätten sich auch dort die Raumnöte zumindest etwas entspannt.

Erst im vergangenen Frühjahr hatte das Bildungsdezernat die Schließung der Kita Sonnenwind angekündigt. Diese ist in demselben Gebäude wie die Grundschule Riedberg untergebracht, die jedoch dringend mehr Platz für eigene Zwecke braucht. Deshalb sollten die Plätze der Kita Sonnenwind auf die Kitas Schatzinsel und Weltraum verteilt werden, die dortigen Hortplätze verschwinden. Bei betroffenen Eltern hatte das heftige Proteste ausgelöst: Dank der Neubau-Pläne erübrigt sich das einst geplante Vorgehen nun. Sehr zur Erleichterung etlicher Eltern und Kita-Mitarbeiter, die die Sitzung am Freitag verfolgten. "Wir sind wahnsinnig froh", sagte Marion Filges-Dingel, Leiterin der Kita Sonnenwind.

Frankfurt: Pläne für weitere Kita in Riedberg nicht vom Tisch

Trotz des geplanten Neubaus seien die Pläne zum Bau einer 13. Kita am Riedberg noch nicht vom Tisch, erklärte Sylvia Weber. "Dafür suchen wir nach wie vor nach einem Standort." Ortsbeirat Matthias Jakob (SPD) verwies in diesem Zusammenhang auf ein Areal auf dem Campus Riedberg, das dafür eventuell in Frage kommen könnte. Es sei allerdings als Erweiterungsfläche für die Universität vorgesehen, sagte die Bildungsdezernentin: "Da hält die Uni die Hand darauf." Aber man werde "dranbleiben", versicherte sie.

Die Anwesenheit von Bildungsdezernentin Sylvia Weber nutzte in der Sitzung des Ortsbeirats 12 (Kalbach, Riedberg) eine Zuhörerin, um ihre Sorge über das geplante neue Verfahren bei der Vergabe von Plätzen an weiterführenden Schulen auszudrücken. Dass man hier künftig vom Losglück abhängig sei, sei "eine belastende Aussicht". Auch Weber zeigte sich über die Pläne des Staatlichen Schulamts nicht sonderlich glücklich. Dass im Hinblick auf die Schwerpunkte bei der Schulwahl nur noch Musik und Sport ausschlaggebend seien, schaffe Ungleichheit. "Aus meiner Sicht ist das kontraproduktiv", so Weber. Schließlich seien andere Fächer, etwa Natur- und Gesellschaftswissenschaften, ebenfalls wichtig. Auch die Tatsache, dass Wohnortnähe nicht mehr gelten solle, sehe sie als problematisch an. Anfang Dezember habe sie einen Termin mit dem Staatlichen Schulamt, kündigte Weber an: "Ich hoffe, dass wir da noch die Möglichkeit haben, hier zu intervenieren."

bid

Kinder mit und ohne Behinderung sollen in Frankfurt nicht nur in der Schule, sondern auch in Kitas gemeinsam betreut werden. Eltern schlagen Alarm.

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