RMV-Fahrplan
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Der neue Fahrplan des RMV sorgt derzeit für Ärger. (Archivfoto)

Nahverkehr

Frankfurt: Neuer RMV-Fahrplan sorgt für Ärger – Züge an wichtiger Station gestrichen

  • Michael Forst
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Unmut am Industriepark Höchst in Frankfurt: Der neue Winter-Fahrplan des RMV bringt Verschlechterungen für zahlreiche Pendler mit sich.

Frankfurt – Der neue Winter-Fahrplan des Rhein-Main Verkehrsverbunds (RMV) ist da - und für hunderte Mitarbeiter im Industriepark Höchst in Frankfurt könnte er Ärger mit sich bringen. Grund: Mit Beginn des neuen Fahrplans am 12. Dezember werden drei Züge aus Richtung Limburg nicht mehr wie bisher am Industriepark, an der Station Farbwerke, halten, sondern weiter bis zum etwa zwei Kilometer entfernten Bahnhof in Höchst fahren. Betroffen sind die Züge in der Hauptverkehrszeit zwischen 6.30 und 7.30 Uhr. Und auch für den Heimweg am Abend hält ein Zug der Regionalbahn nicht mehr am Industriepark an.

Dagegen regt sich nun Widerstand auf breiter Front. „Die vielen Kolleginnen und Kollegen aus dem Raum Limburg, die mit der Bahn zu ihrem Arbeitsplatz im Industriepark fahren wollen, sind verärgert - und das zu Recht“, erklärt Ralf Erkens von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie. Er fährt fort: „Ohne Not wird ihnen nun ein deutlich längerer Weg zur Arbeit zugemutet“. Mancher überlege schon, aufs Auto umzusteigen, um Zeit zu sparen. In Zeiten des Klimawandels und der dringend nötigen Einsparung von CO2 könne das aber natürlich nicht die Lösung sein.

Neuer RMV-Fahrplan in Frankfurt: Hoffen auf Hilfe aus der Politik

Die Betroffenen fordern laut Erkens den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) auf, die Entscheidung rückgängig zu machen. Um ihre Position zu untermauern, hätten Betriebsräte in vielen der rund 90 Chemie- und Pharmaunternehmen im Industriepark eine Unterschriftenaktion gestartet.

Ein Halt der Züge am Industriepark ist künftig nicht mehr vorgesehen - sehr zum Ärger der Betroffenen.

Erste Politiker wie Frank Groos, der Bürgermeister von Brechen, haben sich bereits gegen den Wegfall der Station „Farbwerke“ ausgesprochen, erklärt Wolfgang Röpke, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender von Celanese, einem der Nachfolgeunternehmen der ehemaligen Hoechst AG. In Nicht-Corona-Zeiten, wenn das Home Office entfalle, so schätzt er, seien um die 200 oder mehr Leute davon betroffen.

RMV-Züge in Frankfurt gestrichen: „Wann klappt es mit der S-Bahn schon mal reibungslos?“

Sie hätten dann, abgesehen vom Umstieg aufs Auto, nur zwei Möglichkeiten: „Entweder sie steigen vorher in Hofheim vom Zug auf die S-Bahn um - und erreichen dann mit viel, viel Glück ohne allzu großen Zeitverlust den Industriepark“, zählt Röpke auf und fügt mit Blick auf mögliche Stellwerkstörungen hinzu: „Aber wann klappt es mit der S-Bahn schon mal reibungslos?“ Oder aber, die dritte Variante, sie führen mit dem Zug nach Höchst weiter, um entweder zu Fuß zum Nord-Tor zu laufen oder die S-Bahn zum Farbwerke-Halt zu nehmen. „In jedem Fall bedeutet dies aber eine zusätzlich Tarifstufe“, gibt er zu bedenken. Damit entstünden zusätzliche Kosten, die sich nach seiner Rechnung pro Kollegen auf etwa 400 bis 700 Euro im Jahr belaufen dürften.

Derweil bestätigt eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Anfrage, „dass drei Halte der Regionalzüge aus Limburg am Morgen und der Halt eines Zuges nach Limburg am Nachmittag mit dem Fahrplanwechsel nicht mehr möglich sind“.

Züge am Industriepark Höchst in Frankfurt gestrichen: Entscheidung für „stabileren Fahrplan“

Dies liege aber weder an fehlender Relevanz oder Home Office, sondern vielmehr daran, dass das Schienennetz am Bahnknoten Frankfurt zum Teil überlastet sei. Die DB Netz AG, die für die Vergabe der Trassen an die Eisenbahnverkehrsunternehmen zuständig sei, könne leider nicht immer alle Bestellungen erfüllen. „Von dem Verzicht auf die zusätzlichen Halte in der Hauptverkehrszeit versprechen wir uns eine bessere Fahrplanstabilität auf der gesamten vielbefahrenen Strecke“, erklärte die Sprecherin weiter.

Fahrgäste aus Richtung Limburg mit dem Ziel Farbwerke Höchst könnten ab dem 12. Dezember in Hofheim am selben Bahnsteig in die S2 einsteigen. „Da dies nur mit einer geringen Fahrzeitverlängerung einhergeht, hoffen wir sehr auf die Akzeptanz und das Verständnis der Reisenden“, sagt sie abschließend. (Michael Forst)

Der RMV plant das Angebot von Elektro-Bussen auf Abruf in Hessen – in Frankfurt wird das Projekt aber zunächst eher langsam anlaufen.

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