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Die Tram hält an der Gartenstraße, auf der Fahrbahn stehen Autos, Fahrgäste müssen kreuz und quer an ihnen vorbeilaufen. Die Sitiuation an der Haltestelle ist unübersichtlich – und gefährlich.

Straßenbahn in Frankfurt 

„Ich geriet in Panik“ - Frau schildert Todesangst an Haltestelle in Frankfurt

In Frankfurt ist die Straßenbahn-Haltestelle an der Gartenstraße gefährlich. Eine Frau schildert die Situation, in der sie Todesangst hatte.  

  • VGF und Stadt stehen in Frankfurt wegen der Straßenbahn in der Kritik
  • Die Haltestelle Schweizer Straße/ Gartenstraße in Sachsenhausen ist für viele ein Ärgernis
  • Die Station gilt manchen als gefährlich, wie eine Frau aus Oberrad schildert

Frankfurt - Die Haltestelle Schweizer Straße/ Gartenstraße in Sachsenhausen in Frankfurt ist seit Jahren ein Graus für alle, die in die Straßenbahnlinie 15 oder 16 einsteigen wollen, um stadtauswärts Richtung Südbahnhof und Oberrad zu fahren. 

An der Haltestelle auf der Gartenstraße herrscht oft Verwirrung, weil die Autos rechts an der Tram vorbeifahren, wenn diese dort hält. 

Frankfurt: Haltestelle der Straßenbahn in Sachsenhausen ist gefährlich - vor allem für ältere Menschen

Und: Wenn die Ampel vorne für den Autoverkehr Rot anzeigt, warten obendrein die Autos direkt neben der Straßenbahn in der Schlange und stehen den ein- und aussteigenden Passagieren im Weg. 

Der Abstand zwischen Tram und Autos ist in Frankfurt oft nur wenige Zentimeter breit. Für ältere Menschen oder Mütter mit Kinderwagen ist es ein Unding, dort einzusteigen.

Straßenbahn in Frankfurt: Frau aus Oberrad schildert unangenehme Situation an der Haltestelle

So war es auch, als die Oberräderin Angelika Hof kürzlich dort in die Bahn einsteigen wollte. Sie schildert eine unangenehme Situation in Frankfurt: "Ich laufe derzeit mit zwei Krücken, da mein Knie verletzt ist und operiert wurde. Ich musste mir also einen Weg durch die stehenden Autos bahnen, um zur Tür zu gelangen. Als ich mich innen am Griff festhielt, in der anderen Hand die Krücken, ging die Tür zu," erzählt sie. 

"Ich geriet in Panik. Zum Glück kam ein Mann und drückte auf den Türknopf, der noch grün leuchtete, so dass die Tür wieder aufging. Er hat mir auch hoch geholfen, während hinter mir die Autos losfuhren", beschreibt sie die chaotische Situation. "Für einen Moment hatte ich Todesangst, dass die Bahn mich mitzieht, oder die Autos hinter mir anfahren", schildert Angelika Hof ihr Gefühl. 

Panik an der Haltestelle: Normalität in Frankfurt 

Was die Oberräderin beschreibt, ist an der Haltestelle in Sachsenhausen in Frankfurt leider Gottes Normalität. Dass es hier gefährlich oder zumindest bedrohlich werden kann, ist auch dem Ortsbeirat 5 schon lange bekannt. 

Das Gremium hat schon diverse Anträge verabschiedet und die Stadt Frankfurt gebeten, die Stelle zu entschärfen. Die SPD-Fraktion forderte zuletzt Anfang 2018 in einem Antrag, wenigstens eine Ampel zu installieren, damit den Autos hinter der Straßenbahn zum Halten kommen. Diese an die Straßenbahn gekoppelten Rotsignale sind an großen Straßen wie der Mainzer Landstraße teilweise schon vorhanden.

Stadt Frankfurt sei nicht untätig gewesen 

Die Stadt Frankfurt sei indes nicht untätig gewesen, sagt Michaela Kraft, Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung. Die Gartenstraße soll umgestaltet und saniert werden, das Kopfsteinpflaster ist in schlechtem Zustand. "Eine Planung liegt vor." Mit dem Beschluss, die Stadt infolge Folge des Radentscheids zur Fahrradstadt zu wandeln, müssten laufende Planungen allerdings überdacht werden. Stadtweit "werden jetzt deutlich höhere Anforderungen gestellt, um den Radverkehr zu fördern".

Deshalb wurde die Planung gestoppt "mit der Verfügung, diese zu überarbeiten", erklärt die Amtsleiterin. Eine eigene Ampel hinter der Straßenbahnhaltestelle sei bisher in der Planung noch nicht vorgesehen gewesen, was soviel heißt wie: Das muss sich auch nicht zwangsläufig ändern. Bis April werde das Verkehrsdezernat neu überlegen, wie die Umgestaltung aussehen soll.

Frankfurt: Türen von Straßenbahnen reagieren auf Widerstände

Karola Brack, Sprecherin der VGF in Frankfurt, stellt klar, dass "die Türen der Bahnen reagieren, wenn sie beim Schließen auf Widerstände stoßen und öffnen sich wieder. Es kann also nicht passieren, dass man eingeklemmt und von der Bahn mitgezogen wird." Für Angelika Hof ist das ein schwacher Trost. "Ich werde diese Haltestelle nicht mehr benutzen, sondern vorlaufen zur Haltestelle Schwanthaler Straße."

Auf ihren Krücken ist der Weg ziemlich mühsam. "Ich kann es mir nicht leisten, das Knie weiter zu schädigen. Im Januar steht die nächste Operation an. Das Risiko gehe ich nicht mehr ein." 

Von Stefanie Wehr 

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