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Auf den VGF-Info-Bildschirmen in den Frankfurter U- und S-Bahn-Stationen läuft jetzt ein Spendenaufruf für Oscar, wie hier in der Konstablerwache.

VGF ruft zu Spenden auf

Unterstützung für Oscar (6): Teure Spezialtherapie ist seine letzte Hoffnung

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Seit drei Jahren kämpft Oscar (6) gegen eine Krebserkrankung. Um eine teure Immuntherapie in Barcelona finanzieren zu können, sammeln die Eltern Spenden für ihren Sohn.

Frankfurt - Oscar (6) musste in seinem noch recht jungen Leben schon viel mitmachen: Operationen, Chemotherapien, Stammzelltransplantation, Bestrahlungen, Immuntherapie. Seit drei Jahren kämpft Oscar gegen eine Krebserkrankung des Nervensystems, ein sogenanntes Neuroblastom. Doch seine Zuversicht, seine Energie und seinen Lebenswillen hat der Junge dabei nie verloren.

Oscars Krankengeschichte begann vor drei Jahren. Damals quälten ihn immer häufiger Schmerzen. Erst im rechten Bein, dann in den Schultern. Die Ärzte verordneten Antibiotika und Schmerztabletten. Doch nichts half. Am 23. Dezember 2016 gab es dann die niederschmetternde Diagnose: Neuroblastom der Stufe vier, mit Metastasen in den Unter- und Oberschenkeln, in Hüfte, Wirbelsäule, Schulter, Schädel und Knochenmark. Kurz nach Weihnachten musste der Junge in die Frankfurter Universitätsklinik zur Chemotherapie.

Neun Monate nach der Diagnose gilt Oscar als "krebsfrei" – ein halbes Jahr später ist die Krankheit zurück

Viele Strapazen muss er über sich ergehen lassen, bis er neun Monate später als "krebsfrei" gilt. Die Freude ist groß bei der Familie, doch schon ein halbes Jahr später wird ein neuer Tumor an einer Rippe entdeckt. Oscars Behandlungsmarathon beginnt von vorne.

"Momentan geht es Oscar recht gut", erzählt sein Vater Jens Foerster. "Er hat zwar abermals seine Haare verloren, aber er kann wieder ein bisschen laufen." Vor einigen Wochen sah das noch ganz anders aus. Der kleine Junge konnte plötzlich nicht mehr laufen. Es wurden neue Metastasen am Kopf und im Mund entdeckt. Zwei Chemotherapien waren nötig, um das Wachstum der Metastasen zu stoppen. "Das ist wichtig", sagt Foerster. "Oscar muss einen stabilen Krankheitsverlauf haben, damit er in Barcelona behandelt werden kann."

Barcelona ist der Hoffnungsschimmer für die Familie. Dort wird eine Immuntherapie angeboten, die in einer Krebsklinik in New York entwickelt wurde. Sie soll wirksamer sein als die in Deutschland angebotenen. Der Haken: Zwar handelt es sich um eine offizielle europäische Studie, doch die endgültige Zulassung fehlt noch. Deshalb übernimmt die Krankenkasse die Behandlungskosten von mindestens 200 000 Euro dafür nicht. Deshalb haben Jens Foerster und seine Frau Paula eine Spendenaktion ins Leben gerufen.

Spenden für Impfungen in New York – Immuntherapie in Barcelona

"Ehrlicherweise muss man sagen, dass wir das Geld für die Immuntherapie zusammenhaben", sagt Foerster. Das Geld sei auch schon an die Klinik in Barcelona überwiesen, am Sonntag geht der Flug von Oscar und seinen Eltern in die spanische Großstadt. "Aber nach der Behandlung ist vor der Behandlung", sagt Foerster. Denn mit der Immuntherapie sei es nicht getan, um das Neuroblastom zu besiegen. Anschließend braucht Oscar Impfungen, die ausschließlich in der Krebsklinik in New York angeboten werden. Weitere 160 000 Euro sind nötig.

"Mit diesen Spritzen wird das Immunsystem dauerhaft in die Lage versetzt, Neuroblastom-Zellen zu erkennen", erklärt Foerster. Sprich: Eine Wiederkehr des Tumors soll vermieden werden. Der Vater sagt: "Mit der Immuntherapie und den Impfungen in Kombination wird die Gefahr, dass der Krebs wiederkommt, um 20 bis 30 Prozent reduziert."

Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) und Rennfahrer Timo Glock unterstützen Oscar

Deshalb sammelt die Familie nun weiter Geld. Unterstützung bekommt sie dabei jetzt von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). Seit gestern läuft auf den großen Info-Screens in den U-Bahnhöfen Hauptbahnhof, Hauptwache, Konstablerwache, Bockenheimer Warte, Festhalle/Messe und Südbahnhof ein Spendenaufruf für Oscar - zehn Tage lang, 110-mal pro Tag. "Uns hat Oscars Schicksal bewegt", sagt VGF-Sprecher Bernd Conrads. "Im Rahmen unseres sozialen Engagements unterstützen wir auch gerne Einzelschicksale, wenn es wie bei dem Jungen um Leben und Tod geht."

Hilfe kommt zudem von dem DTM-Rennfahrer Timo Glock. Über das Auktions-Portal "United Charity" (www.unitedcharity.de) versteigert er ein Fan-Paket, zu dem unter anderem ein Original-Rennanzug sowie ein signiertes Helm-Visier gehören. Die Auktion läuft noch bis zum 4. Oktober. Derweil freut sich Oscar auf Barcelona. "Er ist sehr entspannt und zuversichtlich", sagt Foerster. Hat er die Behandlung hinter sich, bekommt er einen Hund. Das hat ihm seine Mutter versprochen. Doch zuvor, da muss Oscar noch mal all seine Kraft zusammennehmen und kämpfen.

Von Julia Lorenz

Ein kleiner Junge aus Langen leidet an der selben Krebserkrankung wie der kleine Oscar. Die Eltern haben mit Unterstützung vieler Menschen in den letzten Wochen und Monaten Spenden gesammelt um dem kleinen Elliot eine Therapie in New York ermöglichen zu können. Jetzt haben sie ihr Spendenziel erreicht. 

Info: So können Sie spenden

Um über Oscars Erkrankung und die Krebstherapien zu berichten, haben Jens und Paula Foerster eine Homepage eingerichtet: www.unitedforoscar.com. Außerdem gibt es einen Account bei Facebook und Instagram. Dort informieren sie auch über die Spendenaktion, mit der sie Geld für die Immuntherapie in Barcelona sammeln. Spenden sind über den Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder Darmstadt möglich. Die IBAN-Nummer ist: DE 1350 8501 5000 0078 1053, das Stichwort lautet "Oscar". jlo

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