73 Filialen in Deutschland

Beliebte Schuh-Kette schließt alle Filialen: Auch Standorte in Hessen betroffen

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Die beliebte Laufschuh-Kette Runners Point schließt alle Filialen in Deutschland - auch sechs in Hessen sind darunter. Rund 900 Beschäftigte sind betroffen. 

  • Beliebte Laufschuh-Kette Runners Point schließt alle Filialen in Deutschland. 
  • In Hessen machen einige Filialen in Frankfurt, Sulzbach, Darmstadt, Wiesbaden, Kassel, Fulda und Gießen dicht. 
  • Rund 900 Jobs sind in Deutschland betroffen. 

Frankfurt - Der Handelskonzern Foot Locker schließt seine Laufschuh-Kette Runners Point und nimmt die Marke vom Markt. „Alle Filialen werden geschlossen“, sagte ein Sprecher der US-Firma am Montag (18.05.2020) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dies gelte auch für die Filialen in Österreich und der Schweiz. 

Runners Point schließt: Filialen in Frankfurt, Sulzbach, Darmstadt, Wiesbaden und Gießen betroffen

Anfang Februar gab es in Deutschland, Österreich und der Schweiz laut Geschäftsbericht insgesamt 81 Filialen. Im Internet listet Runners Point aktuell 73 Filialen in Deutschland auf, vor allem in den alten Bundesländern und in Berlin. Die Zentrale des Filialisten hat ihren Sitz in Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) mit 170 Beschäftigten. In Hessen sind die Filialen im Hessen-Center auf der Borsigallee in Frankfurt, im Main-Taunus-Zentrum* in Sulzbach, in Darmstadt, Wiesbaden, Kassel, Fulda und Gießen betroffen. 

Rechtsanwalt Jürgen Graser, der in Recklinghausen zwei Runners-Point-Betriebsräte vertritt, schätzt die Zahl der in den Filialen betroffenen Mitarbeiter auf rund 700. Zusammen mit den Jobs in der Zentrale in Recklinghausen, leiden damit rund 900 Arbeitsplätze unter der Schließung. „Wir rechnen damit, was die Stores betrifft, dass die Tätigkeit sobald wie möglich eingestellt wird“, erklärte er. 

Mehrere Filialen in Hessen dicht: Foot Locker nennt keinen genauen Grund für Runners Point-Aus 

Zuvor hatten der WDR und die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ berichtet. Foot Locker nannte keine genauen Gründe für die Pläne, sprach aber von einer vorangegangenen „Bewertung unserer Geschäftstätigkeit und der Wettbewerbslandschaft in Deutschland über den Zeitraum der vergangenen zwölf Monate“. 

Foot Locker hatte Runners Point 2013 zu 100 Prozent übernommen. Für die damals mehr als 200 Filialen in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz hatte der US-Einzelhändler damals nach eigenen Angaben 72 Millionen Euro bezahlt.

Runners Point Filialen in Deutschland geschlossen - Rund 900 Jobs gestrichen

Die Mitarbeiter seien am Freitag informiert worden, so der Sprecher weiter. „Jetzt geht es in den Dialog mit den Sozialpartnern über einen Interessensausgleich.“ Die Filialen sollen zunächst alle geöffnet bleiben, bis eine Einigung getroffen wurde.

Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche (CDU) äußerte sein Mitgefühl gegenüber der Mitarbeiter, die ihre Jobs verlören. „Dahinter stehen die Schicksale von Familien. Solche Nachrichten sind immer bitter, kommen in der Corona-Krise aber erst recht zur Unzeit“, sagte Tesche. Nachdem wie in Frankfurt viele Innenstädte nahezu als  Geisterstädte anmuteten, lief das Geschäft nach der Corona-Zwangspause gerade langsam wieder an, als die Nachricht des US-Konzerns Foot Locker kam. 

Foot Locker und Sidestep Filialen bleiben geöffnet - Muss ganz Hessen bald in Frankfurt einkaufen? 

Mit den Marken Foot Locker und Sidestep werde man auch in Zukunft für die Kunden da sein. Laut Graser sollen die Filialen der Foot-Locker-Tochter Sidestep künftig von der Foot-Locker-Europa-Zentrale in den Niederlanden aus geleitet werden. In Sidestep-Läden werden Bekleidung und Schuhe verkauft. Laut Foot-Locker-Geschäftsbericht gibt es 77 Sidestep-Läden in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz.

In Hessen steht Foot Locker den Kunden mit zehn Filialen weiter zur Verfügung, allerdings sitzen davon alleine fünf in Frankfurt. Sidestep hat zwei Filialen in Frankfurt, eine in Kassel und eine in Darmstadt-Weiterstadt. 

iwe/dpa

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