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Schon fast unheimlich: Ansonsten herrscht in den Abendstunden in Alt-Sachsenhausen großer Andrang. Jetzt sind die Gassen wie leer gefegt. Das nutzen ein paar zwielichtige Gestalten für Einbrüche.

Nichts mehr zu holen

Einbrecher gehen auf Beutezug – doch in Zeiten des Coronavirus ...

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In Frankfurt-Sachsenhausen wurde versucht, in mehrere Lokale einzubrechen. Dank dem Coronavirus sind die Einbrecher ohne Beute wieder abgezogen.

Frankfurt-Sachsenhausen - "Hallo ihr Einbrecher": Mit diesen Worten beginnt ein Eintrag von Gastronom Jürgen Vieth in dem sozialen Netzwerk Facebook. "Es gibt nichts mehr in unseren Lokalen zu holen: kein Geld, kein Schnaps, keine Laptops. Nichts. Außer jede Menge Ärger für euch, ihr wisst doch: Der kennt den, der wiederum den usw. bis wir euch finden. Wir haben jetzt ja genug Zeit." Der Eintrag endet mit den Worten: "Und außerdem lauert in unseren Lokalen das Coronavirus."

Frankfurt-Sachsenhausen: Totenstille im Ausgehviertel

Am vergangenen Wochenende wurde in drei Lokalen in Alt-Sachsenhausen versucht einzubrechen. In einer Shisha-Bar und einer Kneipe wurde versucht, die Tür aufzuhebeln, in einer anderen Lokalität drangen die Unbekannten durch ein Fenster ein. Die Einbruchsversuche und Einbrüche wurden bei der Polizei angezeigt. 

"Geklaut wurde allerdings nichts", sagt eine Wirtin, die weder ihren Namen noch den ihrer Kneipe in der Zeitung lesen will. "Wir gehen davon aus, dass die Einbrecher gestört wurden und abgehauen sind." Allerdings wäre auch nichts zu holen gewesen. "Wir haben hier kein Bargeld, keine Wertgegenstände. Und auch Schnapsvorräte sind nicht viele vorhanden."

Seit Mittwoch haben Bars und Tanzclubs geschlossen. Seit Samstag sind nun auch Cafes und Restaurants zu. "Alt-Sachsenhausen ist eigentlich belebt, jetzt herrscht hier Totenstille", sagt die Kneipenwirtin.

Frankfurt-Sachsenhausen: Türen und Fenster geschlossen halten

Das kann Jürgen Vieth, der in dem Ausgehviertel sechs Gaststätten betreibt, nur bestätigen. "Das lädt Verbrecher natürlich ein", sagt Vieth. In seine Lokale, darunter das Oberbayern, Frau Rauscher und der Froschkönig, sei zwar noch nicht eingebrochen worden, aber: "Wir haben hier schon Männer-Gruppen herumstreunen sehen, die augenscheinlich die Gegend ausgekundschaftet haben", sagt Vieth. 

Deshalb habe er in seinen Lokalen längst Vorkehrungen getroffen, um sich gegen Eindringlinge zu schützen. "Wir haben die Türen verstärkt, die Fenster von ihnen mit Holzverschlägen gesichert und alles, was wertvoll ist und zu Geld gemacht werden kann, rausgeschafft", so der Gastronom. Das rät er auch den anderen Wirten. Zudem sollte man sich abends nicht mehr alleine in den dunklen Gassen Alt-Sachsenhausens aufhalten - zu gefährlich. "Die Atmosphäre ist mittlerweile wirklich gruselig."

Frankfurt: Polizei kann noch keinen Anstieg von Einbrüchen feststellen

Die Polizei kann (noch) keinen nennenswerten Anstieg von Einbrüchen oder anderen Straftaten feststellen, seitdem die Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelten. "Aktuell ist es wirklich ruhig", sagt ein Polizeisprecher. 

Nichtsdestotrotz rät er Gastronomen und allen anderen Frankfurtern, wenn sie das Haus verlassen: Haustüren abschließen, Fenster geschlossen halten und nicht gekippt lassen, keine Wertgegenstände von außen sichtbar liegen lassen, Bargeld auf der Bank lassen oder wegschließen. "Mit diesen Maßnahmen hat man schon einmal gute Vorkehrungen getroffen, damit ungebetene Gäste draußen bleiben.

von Julia Lorenz

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