Die Sparkassen-Filiale zwischen Fritz-Kissel- und Heimatsiedlung schließt nächste Woche. Die zumeist älteren Bewohner müssen dann zum nächsten Standort am Schweizer Platz, um ihre Bankgeschäfte zu erledigen oder Geld abzuheben.  
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Die Sparkassen-Filiale zwischen Fritz-Kissel- und Heimatsiedlung schließt nächste Woche. Die zumeist älteren Bewohner müssen dann zum nächsten Standort am Schweizer Platz, um ihre Bankgeschäfte zu erledigen oder Geld abzuheben.  

Schock für Kunden

Sparkassenfiliale in Sachsenhausen macht dicht – Zeitpunkt überrascht

Schock für Sparkassen-Kunden aus Frankfurt-Sachsenhausen: Eine der Filialen in dem Stadtteil schließt – und zwar schon in Kürze. 

Frankfurt – Ein Aushang an der Filiale der Frankfurter Sparkasse in der Mörfelder Landstraße 216 beunruhigt seit einigen Wochen die Bewohner der Heimatsiedlung und der Fritz-Kissel-Siedlung, die dort Kunden sind: Die Filiale schließt noch vor Weihnachten ist darauf zu lesen.

Vor allem die älteren Anwohner sind sehr besorgt deswegen. Die frühere Seniorenbeauftragte Marlis Guttmann, die für die Linke im Ortsbeirat 5 sitzt, wurde von einigen Bekannten aus der Heimatsiedlung darauf angesprochen.

"Daraufhin haben wir den Antrag formuliert, um die Bürger zu unterstützen", berichtet der Fraktionschef der Linken, Knut Dörfel. Der Ortsbeirat beschloss einstimmig, die Stadt aufzufordern, sich für die Sachsenhäuser Bürger einzusetzen. Der Magistrat soll "an die Geschäftsführung der Frankfurter Sparkasse 1822 herantreten und ermöglichen, dass die im Umfeld wohnenden Mitbürger weiter problemlos ihre Geldgeschäfte abwickeln können", heißt es im Text.

Sparkasse in Sachsenhausen: Filiale schließt am 20. Dezember

Denn im Umkreis der Filiale, so die Linke, wohnten mehr als 6000 Menschen - 3700 in der Kissel-Siedlung, 2200 in der Heimatsiedlung, mehr als 250 in der Altenwohnanlage Riedhof. Und die Filiale bietet weit und breit den einzigen Geldautomat, geschweige denn Bankschalter.

Trotz der vielen Anwohner wird die Filiale aber tatsächlich in einer Woche geschlossen. Das bestätigt die Sprecherin der Frankfurter Sparkasse, Julia Droege-Knaup. "Die Filiale schließt am nächsten Freitag, 20. Dezember, 16 Uhr." Seit Jahren schon sei zu beobachten, dass immer weniger Kunden in die Filiale kommen, um eine Beratung in Anspruch zu nehmen.

Frankfurt: Filialenschließung ist eine Umstellung für ältere Bewohner

"Daher haben wir zunächst die Öffnungszeiten am Standort insgesamt reduziert und gleichzeitig in die Abendstunden erweitert, um den Betrieb bei geringeren Kosten und einer besseren Verfügbarkeit gerade für Berufstätige noch länger aufrechterhalten zu können", erläutert die Sprecherin. Doch nun sei klar, dass sich die Filiale betriebswirtschaftlich nicht mehr lohne. "Da die Kundenfrequenz weiter sank und sich auf absehbare Zeit keine Änderung dieses Trends abzeichnet, haben wir uns dazu entschieden, den Standort zu schließen", so Droege-Knaup.

Einen Geldautomaten oder Kontoauszugsdrucker werde es leider auch nicht mehr dort geben. "Wir können gut nachvollziehen und bedauern es, dass dies gerade für ältere Menschen eine Umstellung bedeutet, wenn sie ihre Frankfurter Sparkasse nicht mehr am gewohnten Ort finden." Für ans Haus gebundene, ältere Menschen würden bereits jetzt Beratungsgespräche zu Hause angeboten. "In Einzelfällen ist bei mobilitätseingeschränkten Personen zudem die zeitlich befristete Ausgabe von Taxigutscheinen für die Fahrt zu Beratungsgesprächen denkbar."

Sind Bank-Busse die Lösung?

Bank-Busse werden aber nicht in die Kissel- und Heimatsiedlung fahren. Diese werden nur dort eingesetzt, wo gar keine öffentlichen Verkehrsmittel hinfahren. Für die Sachsenhäuser Kunden stünden aber die Filialen am Affentorplatz und am Schweizer Platz, zu Verfügung. Dort würden künftig die Öffnungszeiten "deutlich erweitert", beteuert die Sparkassen-Sprecherin.

"In die Filiale am Schweizer Platz werden übrigens viele unserer Beschäftigten aus der Mörfelder Landstraße ,umziehen', so- dass unsere Kunden dort ihre persönlichen Berater wiedersehen werden." Der Schweizer Platz sei nur 1,6 Kilometer vom Standort Mörfelder Landstraße entfernt und sei mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

DerTrend zur Schließung kleinerer Bankfilialen ist in allen Stadtteilen weiterhin zu beobachten. Kürzlich erst schloss die Naspa-Filiale an der Bruchfeldstraße in Niederrad nach 55 Jahren. Online-Banking und wenige Kundenbesuche waren auch hier die Gründe.

Der nächste Geldautomat befindet sich im Hit-Markt an der Mörfelder Landstraße 129. Zudem bieten Supermärkte das Abheben von Geld ab einem bestimmten Einkaufsbetrag. 

red/FFM

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