Frankfurt Sachsenhausen: Das war&#39s - traditioneller Flohmarkt verschwindet
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Frankfurt: Mit dem Flanieren und Trödeln unter den hochgewachsenen Platanen in Sachsenhausen ist es erst einmal vorbei. Ab 25. Januar gibt es den Frankfurter Flohmarkt alle zwei Wochen am gegenüberliegenden Mainkai.

Trödel

Traditioneller Flohmarkt verabschiedet sich aus Sachsenhausen

  • vonAlexandra Flieth
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In Frankfurt verschwindet ein traditioneller Flohmarkt nach über 40 Jahren aus Sachsenhausen. Sein neuer Standort steht bereits fest. 

  • Veränderungen in Frankfurt-Sachsenhausen
  • Ein traditioneller Flohmarkt wechselt den Standort
  • Das hat Konsequenzen für die Händler

Frankfurt - Seit Wochen bereits ist es bei Händlern und Besuchern des Frankfurter Flohmarkts am Schaumainkai das Gesprächsthema Nummer Eins: Der Umzug der traditionellen Veranstaltung von der Südseite zum Mainkai auf das gegenüberliegende Nordufer, das seit dem 30. Juli 2019 für den Autoverkehr gesperrt ist.

Der 13-monatige Verkehrsberuhigungs-Versuch spaltet die Gemüter. Durch die Sperrung des nördlichen Mainufers kommt es besonders zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf Sachsenhäuser Seite, was dort zu großem Unmut führt. Der geplante Umzug des Flohmarkts soll eine Entlastung bringen, so die Idee. Zumindest alle zwei Wochen am Samstag, wenn die Veranstaltung dort organisiert wird.

Frankfurt-Sachsenhausen: Flohmarkt kommt ans gesperrte Mainkai-Ufer

Erstmals am 25. Januar soll der Flohmarkt am gesperrten Mainkai-Ufer in Frankfurt aufgebaut werden. Dieser Umzug bringt eine Menge Veränderungen mit sich. "Wie bei jedem neuen Markt, müssen wir auch hier schauen, wie es sich entwickelt", sagt Michael Lorenz von der städtischen Managementgesellschaft für Hafen und Markt (HFM), die unter anderem Betreiberin des Flohmarktes ist. Lorenz ist dort unter anderem zuständig für Märkte.

Den Flohmarktumzug musste das HFM-Team innerhalb kürzester Zeit bewältigen. "Die größte Herausforderung", erzählt Lorenz, "ist in den vergangenen Wochen die Erteilung der Genehmigung für den Flohmarkt am Mainkai gewesen." Denn obwohl die HFM ein städtisches Unternehmen sei, müssten auch sie die notwendigen Genehmigungen bei den zuständigen Behörden einholen. Nach bisherigem Stand solle der Umzug temporär für die Zeit der probeweisen Sperrung des nördlichen Mainufers für den Autoverkehr erfolgen.

Frankfurt-Sachsenhausen: Händler haben keinen festen Platz am Flohmarkt mehr 

Die Flächen für die Stände sind auf der Nordseite des Flusses wesentlich reduziert. Lorenz sagt hierzu: "Es wird auf der Nordseite 850 Standmeter geben, verteilt auf zwei Reihen." Zum Vergleich: Am Schaumainkai sind es 1800 Standmeter", erklärt er. "Uns stehen drei Fahrbahnen zur Verfügung, die mittlere Spur muss für Rettungsfahrzeuge frei bleiben."

Für Aussteller bedeute dies, dass sie künftig zwar Standmeter buchen könnten, aber keinen Anspruch mehr auf einen festen Platz haben. "Die Plätze werden von uns direkt vor Ort verteilt", sagt Lorenz. Dauer-Buchungen, wie sie bisher für Händler möglich waren, gebe es nicht mehr.

Frankfurt-Sachsenhausen: Parkplätze soll es unweit des Flohmarktes geben.

Parkplätze für die Händler soll es auch auf der Nordseite nahe zum Flohmarktgeschehen geben. "Wir wissen, dass 80 Prozent der Händler mit dem Auto anfahren. Deswegen war es für den Umzug essenziell, auch Parkmöglichkeiten anzubieten." Diese sollen an der Untermainbrücke bereitgestellt werden. Gastronomische Angebote werde es weiterhin geben. "Drei Stände werden wir unterbringen auf einer ehemaligen Parkfläche am Eisernen Steg."

Dass der Flohmarkt nah zur Innenstadt von Frankfurt organisiert werde, sei ein Alleinstellungsmerkmal der Veranstaltung. "Für den Flohmarkt ist der Bezug zur Innenstadt entscheidend", weiß Lorenz. Viele Besucher würden ihren Bummel mit weiteren Erledigungen verknüpfen, zum Beispiel mit dem samstäglichen Einkauf auf dem Wochenmarkt oder mit einem Besuch beim Friseur.

"Ganz wichtig war uns, mit den Anwohnern auf der Nordseite in Kontakt zu treten und sie über die geplante Durchführung des Flohmarktes zu informieren", sagt Lorenz. Wegen der Nähe zur Wohnbebauung könnten die Händler daher auch erst um 7 Uhr mit dem Aufbau beginnen und nicht, wie bisher, bereits ab 6 Uhr morgens. Ansonsten blieben die Zeiten dieselben. Der Markt laufe bis 14 Uhr und bis 16 Uhr müsse alles wieder abgebaut sein. 

Von Alexandra Flieth

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