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Ein Mutterschaf und ein Lämmchen haben sich vorsichtig dem Schäfer Jeremir Coccaiararo genähert. Sie sind verängstigt.

Frankfurt-Seckbach

Frankfurter Schäfer beklagt Diebstahl von Lämmern: Muttertier leidet

In Frankfurt-Seckback beklagt ein Schäfer einen feigen Diebstahl: Zwei junge Schafe sind verschwunden - es ist nicht das erste Mal.

  • Schäfer in Frankfurt-Seckbach beklagt Diebstahl von zwei Lämmern.
  • Frankfurt: Schäfer hat nur fünf Schafe - und wird bestohlen.
  • Dem Schäfer aus Frankfurt wurden schon mehrmals Schafe gestohlen.

Frankfurt - Jeremir Coccaiararo lässt die Schultern tief hängen. Zwei Lämmer sind dem 64 Jahre alten Hobby-Schäfer gestohlen worden von der kleinen Weide an der Nußgartenstraße, dort an der Weggabelung hinauf zum Lohrberg. In der Nacht von Freitag auf Samstag müsse das gewesen sein, sagt er. Samstagmorgen habe er den Diebstahl bemerkt. Zwei Tage lang habe das Mutterschaf geblökt, „weil es seine Lämmer gesucht hat“. Das Blöken ist nun verstummt, aber noch Tage später sind die Tiere verängstigt.

„Normalerweise laufen sie zu mir, wenn ich auf die Weide komme“, erzählt Coccaiararo. Diesmal aber, als er sich am Montag den fünf Schafen und den beiden verbliebenen Lämmern nähert, laufen sie davon. Dicht aneinandergedrängt bleiben sie auf Distanz und lassen ihren Schäfer nicht aus dem Blick. Coccaiararo versucht sie mit einer Möhre zu locken. „Kommt, kommt, kommt“, wiederholt er immer wieder - Minuten lang. Erst als er einen Ast herunterdrückt und die Tiere mit den grünen Blättern lockt, nähern sich ihm ein Schaf und ein Lamm.

Frankfurt: Schafe gestohlen - Schäfer in Trauer

Für Coccaiararo sind die Tiere „eine Art Hobby“, sagt er. Seit fünf Jahren hält er Schafe in Seckbach. „All die Arbeit und das Futter jeden Tag, Geld verdiene ich damit nicht.“ Er hält die Tiere, weil er die Schafe mag. „Wenn die Lämmer geklaut sind, ist das Herz kaputt“, sagt er und fährt sich mit der Handkante zackig über die Brust, als würde er sein Herz symbolisch in zwei Teile schneiden. „Wenn man 300 Schafe hat, ist es fast egal, wenn zwei Lämmer gestohlen werden. Aber wenn man nur fünf hat, tut es weh.“

Coccaiararo schmerzt nicht nur sein eigener Verlust. Er weiß auch, welche Rolle die Tiere für den Stadtteil in Frankfurt spielen. Er sieht es jeden Tag. Familien mit Kindern und Spaziergänger bleiben am Zaun stehen, wenn sie an der Weide vorbeikommen. Viele zücken ihre Handys und machen Fotos von den Schwarzkopfschafen. Anfang Februar waren die Spaziergänger besonders entzückt. Die Lämmer waren gerade erst zur Welt gekommen und staksten auf unsicheren Beinen ihren Mutterschafen hinterher.

Frankfurt: Feiger Diebstahl von Schafen - Lämmer verschwunden

Knapp 15 Kilogramm wiegt ein Lamm, sagt Coccaiararo. Es müssten also mehrere Diebe gewesen sein, vermutet er. „Zwei steigen über den Zaun, ein Dritter fährt mit Auto rückwärts heran. Die beiden heben die Lämmer über den Zaun und der andere packt sie in den Kofferraum.“ So stellt sich Coccaiararo den Diebstahl vor. Wie es wirklich war, weiß er nicht.

Schon in den beiden vergangenen Jahren seien Coccaiararo Lämmer gestohlen worden. Einmal hätten die Diebe die Lämmer direkt auf der Weide geschlachtet und das Fell und den Rest des Tieres, den sie nicht verwerten konnten, in das Waldstück hinter der Wiese geworfen. Coccaiararos sagt, er hätte den Diebstahl angezeigt. Die Polizei kann das nicht bestätigen. Doch Coccaiararo macht sich ohnehin keine Hoffnungen, dass die Täter gefasst werden. "Wie denn, wenn niemand etwas gesehen hat?", sagt er und schlappt mit müden Beinen davon. 

Von Friedrich Reinhardt

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