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Eine weitere Regionaltangente soll den Verkehr in Frankfurt entlasten: Die Machbarkeit einer Schienentangente östlich von Frankfurt soll geprüft werden. Bisher gibt es zwei Vorschläge, in welchen Korridoren sie verlaufen könnte.

Regionaltangente Ost

Schnellbahn-Ring um die Stadt soll Frankfurt entlasten: Kommt die Regionaltangente Ost?

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Ein Schienenring um die Stadt Frankfurt soll Züge und Bahnhöfe in der Innenstadt entlasten und die Reisezeiten für Fahrgäste verkürzen. Eine Ost-Umgehung soll jetzt auf ihre Machbarkeit geprüft werden. Es gibt zwei Vorschläge.

  • Eine Studie soll die Machbarkeit einer Ost-Umgehung um die Stadt Frankfurt prüfen.
  • Es gibt zwei Vorschläge für den Verlauf der Schienen.
  • Auf der Regionaltangente West sollen 2026 die ersten Bahnen rollen.

Frankfurt - Die Idee für die Regionaltangente Ost (RTO) feiert bald 30. Geburtstag: 1992 sah der Umlandverband eine Schienenverbindung von Bad Vilbel über Maintal und Offenbach bis Neu-Isenburg vor. Mit der Umgehung soll der Verkehr um Frankfurt geleitet werden. Für ihr Pendant, die Regionaltangente West (RTW) von Bad Homburg via Höchst und den Flughafen Frankfurt bis Neu-Isenburg und Dreieich, läuft das Genehmigungsverfahren seit 2017. 2026 sollen die ersten Bahnen hier rollen.

Nachdem die RTW vorankommt, sind in der Politik auch Forderungen nach dem Bau auch der Osttangente zuletzt immer wieder laut geworden. Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hatte 2017 eine Variante vorgeschlagen, die Teile des Straßenbahnnetzes nutzt und über die Friedberger Landstraße, entlang der A661 und via Fechenheim führt.

Frankfurt: Politik will Verkehrsprojekt Regionaltangente Ost "energisch vorantreiben"

All diese Ideen dürften nun in einer Machbarkeitsstudie unter die Lupe genommen werden. Diese solle in Kooperation Frankfurts mit dem RMV und den Nahverkehrsorganisationen des Wetterau- und des Main-Kinzig-Kreises durchgeführt werden, kündigt der Magistrat in einem aktuellen Bericht an. Bereits im Februar 2019 hatte das Stadtparlament auf Antrag der Römerkoalition von CDU, SPD und Grünen beschlossen, die Stadtregierung solle das Vorhaben „energisch vorantreiben“.

Beim RMV laufen Vorbereitungen für die Studie, bestätigt Sprecherin Vanessa Rehermann. Sie müsse über eine Ausschreibung vergeben werden, dafür müssten noch die Unterlagen vorbereitet werden. „Eine realistische Abschätzung, wann die Studie in die Ausschreibung geht, ist derzeit jedoch schwierig, da die höchst dynamische Lage rund um das Coronavirus einen großen Teil unserer Ressourcen bindet“, erklärt die RMV-Sprecherin.

Neben der Machbarkeit soll die Studie auch bereits eine Kosten-Nutzen-Analyse umfassen, erklärt der Magistrat der Stadt Frankfurt. Damit wäre es der Politik bereits möglich, sich zumindest im Groben für eine der Lösungen zu entscheiden. Die sind höchst unterschiedlich. So ist die Regionaltangente West als Zweisystem-Stadtbahn konzipiert. Die Fahrzeuge ähneln denen einer Straßenbahn, können aber auch auf normalen Bahnstrecken fahren - etwa zwischen Bad Soden und Höchst sowie am Flughafen. Eine solche Lösung wäre auch nötig, wenn die RTO Teile des Frankfurter Straßenbahnnetzes mitnutzen soll.

Verkehrskonzept für Frankfurt: Ost-Tangente könnte 45 Kilometer lang werden

2016 hatte Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker (CDU) jedoch wieder vorgeschlagen, die RTO ähnlich der Ursprungsidee zwischen Bad Vilbel und Offenbach mit einer rund 15 Kilometer langen Neubaustrecke in einem weiter östlich gelegenen Bogen via Maintal und Mühlheim zu bauen. Die Züge könnten von dort über Offenbach und Frankfurt-Süd zum Flughafenterminal 3 und nach Mörfelden-Walldorf fahren.

Dafür könnte ein Neubau nicht nur als Tram-, sondern als vollwertige Eisenbahnstrecke sinnvoller sein. Vorteil einer solchen Streckenführung ist laut Becker, dass damit neue Wohngebiete im Nordosten Frankfurts erschlossen und damit überhaupt erst realisiert werden - zwischen Bergen-Enkheim und Niederdorfelden.

Die Ost-Tangente könnte insgesamt rund 45 Kilometer lang werden, also etwa so lang wie ihr Gegenstück im Westen. Der Bau der RTW soll 1,1 Milliarden Euro kosten. In den RTW-Bahnen werden pro Tag 100.000 Fahrgäste erwartet. Beide Tangenten sollen Züge und Bahnhöfe in der Innenstadt entlasten und die Reisezeiten für Fahrgäste verkürzen.

Dennis Pfeiffer-Goldmann

Wegen eines Notarzteinsatzes kommt es aktuell zu mehreren Teilausfällen, Umleitungen und Verspätungen im Netz der Deutschen Bahn in und um Frankfurt. Betroffen ist neben der S-Bahn-Linie S6 besonders der Regionalverkehr.

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