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Radfahrer sind im Juni 2019 bei der Eröffnung eines 3,6 Kilometer langen Teilstücks von Hessens erstem Radschnellweg unterwegs.

Mega-Bauprojekt

Alternative für Pendler? Schneller Radweg von Frankfurt nach Darmstadt - für über 12 Millionen

Die Stadt Frankfurt beginnt erst dieses Jahr mit der Planung der Frankfurter Teilstrecke. Dafür wird es höchste Eisenbahn, denn der erste Teil der Direktverbindung ist sogar schon in Betrieb.

  • Radschnellweg zwischen Darmstadt und Frankfurt wird gebaut
  • Kosten werden auf gut 12,4 Millionen Euro geschätzt
  • Abschnitte entstehen in den nächsten zwei bis drei Jahren

Frankfurt - Eine "verkehrliche Vorplanung" soll für die knapp 13 Kilometer lange Strecke vom Holbeinsteg am Main durch Sachsenhausen und den Stadtwald bis zur südlichen Stadtgrenze an der Neu-Isenburger Friedensallee entstehen, erklärt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) in der Magistratsvorlage. Diese soll als nächstes im Ortsbeirat beraten, anschließend im Stadtparlament beschlossen werden.

Mit ihrem Votum sollen die Stadtverordneten grünes Licht geben für die Planungskosten in Höhe von 737.000 Euro. Die Kosten für den eigentlichen Bau des Radschnellwegs schätzt die Stadt Frankfurt derzeit auf gut 12,4 Millionen Euro.

Radweg Frankfurt-Darmstadt: Drei Kilometer verlaufen im Wald

Verlaufen soll der Radschnellweg vom Mainufer am Holbeinsteg durch die Holbeinstraße und die südliche Oppenheimer Landstraße sowie den Ziegelhüttenweg. Ab dem BSV-Sportplatz Louisa geht es 1,1 Kilometer den südlichen Welscher Weg bis zur Oberschweinstiegschneise, dann diese entlang und am "StadtWaldHaus" vorbei.

Schließlich soll die Strecke einen Kilometer die Kuhpfadschneise entlangführen, unter der A3 hindurch und via Feuerschneise und die verlängerte Habichtschneise bis Neu-Isenburg in der Nähe von Frankfurt.

Hier stößt die Strecke direkt auf die Kurt-Schumacher-Straße, von wo aus der Schnellweg nach Süden weiter verläuft. Somit verlaufen gut drei des 12,99 Kilometer langen Frankfurter Streckenabschnitts im Wald.

Radweg Frankfurt-Darmstadt: Nur für Radfahrer

Mit Radschnellwegen wollen Land, Region und Stadt Pendler zum Umsteigen vom Auto und Nahverkehr aufs umweltfreundliche Fahrrad bringen. Die "Raddirektverbindungen" sollen ausschließlich Fahrradfahrern vorbehalten sein, breit genug sein zum Überholen und - wo immer möglich - ohne Kreuzungen auskommen. In der Stadt Frankfurt sind Fahrradstraßen oder besonders breite Radwege vorgesehen. Da die Radler dadurch schneller fahren können, rechnet der Regionalverband mit um 30 bis 50 Prozent kürzeren Fahrzeiten. "Das Fahrrad wird damit für Entfernungen von bis zu 15 Kilometern zu einer attraktiven Option", erklärt Antje Quitta, die Radverkehrsbeauftragte des Regionalverbandes Frankfurt/Rhein-Main.

In Frankfurt soll in der Planung nur die Kreuzung Holbein-/Burnitz-/Oppenheimer Landstraße ausgenommen werden. Für diese Kreuzung plant die Stadt nämlich den Bau eines Kreisverkehrs - und berücksichtigt dabei den Radschnellweg, wie aus der Magistratsvorlage klar wird.

Radweg Frankfurt-Darmstadt: Teilstück bereits in Betrieb

Die Machbarkeitsstudie für die Radschnellverbindung hatte der Regionalverband bereits 2015 vorgelegt. Sie soll über Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Egelsbach und Erzhausen nach Darmstadt führen. Die Umsetzung liegt jetzt in den Händen der Regionalparkgesellschaft Südwest gGmbH, die in der Region schon viele interkommunale Projekte und Radwege realisiert hat. Der Regionalverband sei in einer beratenden und unterstützenden Rolle beteiligt, erklärt der Verband. Hessens Verkehrsministerium fördere das Projekt.

Das ist inzwischen schon teilweise Realität geworden: Am 6. Juni war das erste, 3,6 Kilometer Teilstück von Egelsbach bis in den Darmstädter Stadtteil Wixhausen in Betrieb genommen worden. "Die weiteren Abschnitte sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren entstehen", kündigt der Regionalverband an.

Radweg Frankfurt-Darmstadt: Anbindung an Flughafen

Bereits im vergangenen Herbst hatte die Regionalversammlung neben insgesamt neun Radschnellwegen auch beschlossen, zwei große Lücken im Radwegenetz schließen zu wollen. 

Die betrifft die Anbindung des Terminals 3 im Süden des Flughafen Frankfurt sowie eine Verbindung zwischen Hofheim und Flörsheim. Zu allen Projekten ist der Verband nach Angaben seines Beigeordnete Rouven Kötter (SPD) in Gesprächen mit den Kommunen. 

Dennis Pfeiffer-Goldmann

Der Radschnellweg stößt mancherorts auch auf Widerstände: Am Langener Bahnhof ist Ärger vorprogrammiert.

Auf diesen Routen sollen die Radfahrer rasen

Rund um die Mainmetropole will der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main diese Schnellverbindungen für Radfahrer bauen:

FRM 1 Frankfurt-Darmstadtüber Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Egelsbach und Erzhausen: Bau und Planung laufen.

FRM 2 Frankfurt-Groß-Gerauüber Flughafen und Walldorf.

FRM 3 Frankfurt-Wiesbadenüber Hattersheim, Kriftel und Hofheim.

FRM 4 Frankfurt-Bad Sodenüber Eschborn und Schwalbach.

FRM 5 Frankfurt-Friedrichsdorfüber Eschborn, Steinbach, Oberursel, Bad Homburg: Im Frühjahr soll es Klarheit über die Trassenführung geben.

FRM 6 Frankfurt-Butzbachüber Bad Vilbel, Karben, Friedberg und Bad Nauheim: Hier wird aktuell eine Machbarkeitsstudie erstellt.

FRM 7 Frankfurt-Hanauüber Mainkur und Maintal: Eine Machbarkeitsstudie liegt seit September vor, nun kann die Realisierung beschlossen werden.

FRM 8 Sachsenhausen-Hanauüber Offenbach und Mühlheim.

FRM 9 Flughafen-Seligenstadtüber Neu-Isenburg, Dreieich, Dietzenbach und Rodgau. (dpg)

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