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Erkältungswelle

Frankfurt schnieft und röchelt

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Die Grippewelle steht bevor, aber Erkältungen setzen Frankfurt jetzt schon außer Gefecht: Die Arztpraxen sind voll, die Büros in der Stadt halb leer, und auch viele Kinder sind krank.

Erkältungskrankheiten haben derzeit Konjunktur. Kinder stecken sich in der Kita an, die Eltern an den Kindern, die Arbeitskollegen an den Eltern. „Die Praxis ist voll“, sagt Dr. Sylvia Mieke, kommissarische Vorsitzende des Frankfurter Hausärzteverbands. „An einem normalen Werktag haben wir jetzt so viele Patienten zu behandeln wie sonst nach Feiertagen.“ Dabei sei es weniger die echte Grippe, eine meldepflichtige Viruserkrankung, als vielmehr der grippale Infekt, der den Patienten zu schaffen mache.

Das bestätigt Dr. Reiner Goltermann, der eine sogenannte Meldepraxis betreibt. „Ich schicke Patientenproben ans Robert-Koch-Institut.“ Grippe ist bei seinen Patienten nicht auffällig. „Allerdings sind viele meiner Patienten geimpft“, erläutert der Hausarzt. Wogegen keine Impfung hilft – Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber – das füllt auch bei ihm das Wartezimmer. Schätzungsweise doppelt so viele Krankschreibungen wie sonst. Dr. Udo Götsch vom Stadtgesundheitsamt stellt fest: „Die echte Grippe kommt immer später. Jetzt, Ende Januar, geht es richtig los.“ 44 Prozent der Proben, die die Meldepraxen an das Robert-Koch-Institut geschickt haben, waren positiv: Der Grippeerreger konnte nachgewiesen werden. Die Meldepraxen, darunter die von Goltermann, nehmen bei Patienten, die einschlägige Symptome zeigen, Proben. So ermöglichen sie dem Robert-Koch-Institut, der zentralen Überwachungs- und Forschungseinrichtung, einen aktuellen Überblick. Alleine in Frankfurt wurden laut Götsch im Januar 20 bis 25 Fälle echter Grippe gemeldet.

Eine weitere Bedrohung, die im Winter häufig ist, sind Noro-Viren. „In zwei Altenheimen wurde Noro im Januar nachgewiesen“, sagte Götsch, „in zwei weiteren gab es Patienten mit typischen Noro-Symptomen.“ Allerdings wurden dort keine Stuhlproben ans Stadtgesundheitsamt geschickt, so dass auch kein Noro-Nachweis möglich war – ebenso wenig wie bei zwölf Kindertagesstätten, in denen sich im Januar Durchfall verbreitet hatte. Doch auch hier deutet alles auf ein Noro-Virus hin. Es verbreitet sich schnell durch die Luft oder mit Hautkontakt. Doris Sanitfaller, Pädagogische Leiterin der Frankfurter Kitas, beruhigt jedoch: „Das ist alles nicht ungewöhnlich für die Jahreszeit. Kinder haben Husten, Schnupfen und vielleicht auch Durchfall.“

In den Kitas beobachte man seit Jahren eine erste Welle im November und Dezember, danach dann eine zweite im Januar und Februar. Diese wütet derzeit. Aber bei den Kita-Kindern wurde noch keine Grippe festgestellt, und es seien auch kaum Kinder länger als eine Woche krank. Noch keine Einrichtung musste wegen Krankheit geschlossen werden.

Nicht nur Ärzte, auch Apotheken spüren den Ansturm. Barbara End, Inhaberin der Berger Apotheke, stellte fest: „Die Kunden fragen, was sie gegen die Erkältungskrankheit tun können.“ Nicht viel. Antibiotika seien meist wirkungslos, wenn es sich nicht um eine bakterielle Infektion handelt. Generell sei Vorbeugung das Beste. Gesund ernähren, viel trinken, in frischer Luft bewegen, regelmäßig Lüften, die Räume nicht überhitzen und bei Kontakt mit Erkrankten oft die Hände waschen. All diese Tipps kommen freilich zu spät, wenn die Nase bereits läuft.

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