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Ist geschockt: Isabell Müller-Germann, Betreiberin des Gnadenhofes Glückswiese an der Okrifteler Straße. Auf ihrem Reitplatz fand jetzt ein Mitarbeiter einen erschossenen Fuchs. Jäger vermuten, dass er mit einer Armbrust erlegt wurde.

Anzeige wegen Wilderei

Schock für Reiterhof Glückswiese: Fuchs erschossen und Gänse erwürgt

Die Betreiberin des Reiterhofs Glückswiese in Frankfurt-Sindlingen ist fassungslos. Drei Tiere wurden auf ihrem Gelände tot aufgefunden.

Frankfurt – Isabell Müller-Germann ist fassungslos. Am Samstag fand sie zwei tote Gänse auf ihrer Glückswiese in Frankfurt-Sindlingen. Am Montag lag ein erschossener Fuchs auf dem Reitplatz. "Ich habe keinerlei Erklärung dafür", sagt sie traurig. Seit 13 Jahren bietet sie auf ihrer Glückswiese heimischen Tieren ein artgerechtes Zuhause. Die meisten sind Tierschutzfälle oder aus schlechter Haltung gerettet worden.

Frankfurt: Besitzerin findet tote Tiere - Gänse erwürgt und Fuchs erschossen

"Seither fahre ich jeden Morgen sehr früh mit einem ganz schlechten Gefühl hierher. Vor lauter Sorge, dass noch mehr passiert sein könnte", sagt die Frankfurterin stockend. Den ersten Schock bekam sie am Samstag, als sie die zwei toten Gänse fand. "Um meinen lieben Franz trauere ich sehr", sagt sie. "Er war in seiner Badestelle und ich dachte zuerst, es sei ein Fuchs gewesen. Aber an beiden Gänsen war keinerlei Blut zu sehen und auch keine Bissspuren. Ihre Köpfe waren ganz merkwürdig nach hinten gedreht." Müller-Germann vermutet, dass beide erwürgt worden sind. "Aber wer erwürgt einfach so Gänse und lässt sie da?", fragt sie sich immer noch.

Zwei Tage später lag ein toter Fuchs auf dem Reitplatz in Frankfurt-Sindlingen. Ein Mitarbeiter habe ihn um sechs Uhr früh entdeckt. "Er war voller Blut", sagt die Tierschützerin und schaudert. Erschossen. "Wir haben einen hohen Zaun hier. Es ist eigentlich ausgeschlossen, dass er mit der Schusswunde noch über so einen hohen Zaun springen konnte."

Tote Tiere auf Reiterhof Glückswiese in Frankfurt: War es eine Armbrust?

Die Tierliebhaberin hat die zuständigen Frankfurter Jäger sofort darüber informiert. "Nach Begutachtung wurde festgestellt, dass er professionell mit einem Lungenschuss getötet wurde. Die Jäger vermuten eine Armbrust oder eine kleinkalibrige Waffe von Wilderern", berichtet Müller-Germann. Auch hier sei es nicht ganz klar, warum das Tier einfach liegengelassen worden sei. "Das nimmt man doch mit und verwertet es", wundert sie sich. Die Jäger hätten noch am Montag Anzeige bei der Polizei Frankfurt wegen Wilderei erstattet.

In der Frankfurter Glückswiese leben 24 Pferde und Ponys, bis Samstag zehn Gänse, 26 Hühner, fünf Enten, fünf Ziegen, 20 Schafe, fünf Schweine, drei Hunde, zwei Esel und zwei Rinder. Vor allem Kindern macht es Spaß, sich um die Tiere zu kümmern und auf einigen der Pferde und Ponys zu reiten. Müller-Germann vermittelt ihnen geduldig den Wert von Tieren als Lebewesen und nicht als Wert für Menschen.

 "Der Kontakt zu den Tieren lässt sie selbst entdecken, wie viel Leben in ihnen steckt", so Müller-Germann. Auch den Umgang mit Pferden und beim Reiten bringt sie naturnah und ohne Druck auf Tier und Reiter näher. "Die Freundschaft zum Tier ist viel wichtiger als der Nutzen", ist sie überzeugt.

Frankfurt Reiterhof Glückswiese: Philosophie ist Leben schützen

Umso schlimmer findet sie das Geschehene. "Unsere Philosophie ist es, Leben zu schützen", sagt sie. Seit langer Zeit sei Ruhe bei ihr und den Tieren. "Vor acht oder neun Jahren hatten wir größere Probleme mit einem Jäger. Seitdem er nicht mehr im Revier ist, läuft alles gut. Die jetzigen Jäger sind sehr umgänglich und kooperativ", sagt sie.

Vor drei Jahren haben Unbekannte nachts die Pferde von ihrer Koppel auf die Straße getrieben. Ein Pferd wurde dabei schwer verletzt, zwei Autos wurden beschädigt, wie fnp.de* berichtete. Die Polizei Frankfurt half dabei, die Pferde davon abzuhalten, auf die Autobahn zu rennen. Der Täter wurde nie ermittelt. "Es gab auch eine Zeit mit anonymen Anzeigen gegen uns", sagt sie. "Das konnte geklärt werden und es hat sich gelöst. Die Leuten wussten nicht, dass wir gequälte Tiere wieder aufpäppeln und ihnen Gnadenbrot geben."

Seit Monaten habe sie keinen Stress mit irgendwem gehabt, sagt die engagierte Frau. "Warum jemand dem lieben Fritz den Hals umgedreht hat und der zweiten Gans auch noch und warum ein erschossener Fuchs auf dem Platz lag, weiß ich nicht. Es macht mich sehr traurig, dass Menschen so sinnlos Gewalt an Tieren ausüben."

Von Sabine Schramek

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