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Das neuste Gymnasium in Frankfurt hat im vergangenen Sommer am Römerhof in einer Containeranlage eröffnet.

Übergang 4/5

Schock für Eltern: Über 500 Schüler dürfen nicht auf Wunsch-Schule

Jeder zehnte Viertklässler kommt nach den Sommerferien nicht auf seine Wunschschule. Andererseits konnten aber 91 Prozent der Wünsche für eine weiterführende Schule erfüllt werden. Der Stadtelternbeirat bewertet die Situation als entspannt. Es gibt aber auch andere Stimmen.

Frankfurt - In den vergangenen Tagen war es wieder so weit: Mütter und Väter von Viertklässlern gingen täglich angespannt an den Briefkasten. Ist der Brief, welche weiterführende Schule das Kind nach den Sommerferien besuchen wird endlich da? Ist es eine Zusage für die Wunschschule? Oder wurde der Sprössling irgendeiner Schule im Stadtgebiet zugewiesen? Mittlerweile müssten alle Bescheide bei den Familien angekommen sein - mal mit guten, in vielen Fällen aber auch mit schlechten Nachrichten.

Wunschschule: Telefone bleiben stumm

Etwa 530 Schüler können laut Aussagen des Staatlichen Schulamts in diesem Jahr nicht auf ihre Wunschschule gehen. Somit wird etwa jedes zehnte Kind einer anderen Schule zugewiesen, als es ursprünglich bei der Schulwahl als Erst- und Zweitwunsch angegeben hatte. Schulamtsleiterin Evelin Spyra sagte, im Umkehrschluss bedeute dies, dass 91 Prozent der Erst- und Zweitwünsche erfüllt worden seien. Circa 5900 Kinder werden in diesem Jahr von der vierten in die fünfte Klasse wechseln - und damit auch die Schulform.

Mit zehn Prozent Lenkungen, wie das Schulamt die Zuweisungen nennt, lägen diese auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Abgenommen habe hingegen die Zahl der Kinder, die nicht auf ihrem Wunschgymnasium angenommen wurden. Waren es 2018 noch rund 360, so sind es in diesem Jahr 100 weniger. Umgekehrt sieht die Tendenz bei den Integrierten Gesamtschulen aus. Dort sei die Zahl der unerfüllten Wünsche gestiegen. Genaue Zahlen werden erst am Freitag bekanntgegeben.

Während sich Eltern, die keinen Platz für ihr Kind an einer der Wunschschulen bekommen hatten, in den vergangenen Jahren noch telefonisch an den Stadtelternbeirat wenden konnten, erreichen sie jetzt nur noch einen Anrufbeantworter. "Wir beraten nicht mehr", sagt Eckhard Gathof, der Vorsitzende des Elternbeirats. "Aber die Eltern können uns ja trotzdem noch anrufen." Dies habe in den vergangenen Tagen aber niemand gemacht. Niemand hätte um Rückruf gebeten. "Die Lage ist entspannt", sagt Gathof. Auch in den kommenden Tage rechne er nicht "mit einer großen Welle" an Beschwerden. "In der Vergangenheit wurden viele gymnasiale Plätze geschaffen", sagt Gathof. So wurde das Adorno-Gymnasium in Höchst ebenso neu eröffnet wie das Gymnasium Nord in Westhausen, das Gymnasium am Römerhof und die Kooperative Gesamtschule in Niederrad. Außerdem werde auch in diesem Jahr an einigen Schulen eine zusätzliche Klasse aufgenommen. Dazu zählen das Adorno-Gymnasium, die Freiherr-vom-Stein-Schule, die Liebig- und Ziehenschule sowie die Schule am Ried. Und das Adorno-Gymnasium zieht im Sommer ins Westend. "Das sorgt für eine weitere Entspannung", ist sich der Elternbeiratsvorsitzende sicher.

Wunschschule: Warteliste und Widersprüche

Eine ganz andere Situation beschreibt Alix Puhl, Elternbeirätin an der Carl-Schurz-Schule in Sachsenhausen und ehemalige Vorsitzende des Stadtelternbeirats. "Bei mir steht seit einer Woche das Telefon nicht mehr still", sagt sie. Vor allem Eltern aus Sachsenhausen würden sich bei ihr melden, weil ihr Kind einer Schule - meist in einem weit entfernten Stadtteil - zugewiesen wurde. Sie seien verärgert und verzweifelt zugleich. "Es kann doch nicht sein, dass wir jedes Jahr dieselbe Not haben", sagt Puhl. "Klar, es hätte noch schlimmer kommen können, aber auch 500 Kinder ohne Wunschschule sind einfach zu viel."

Wer mit der Zuweisung nicht einverstanden ist, kann sich auf die Warteliste der präferierten Schulen setzen lassen. Dazu rät das Staatliche Schulamt, aber auch der Stadtelternbeirat. Immer wieder würden Plätze frei werden. Zudem kann man den juristischen Weg einschlagen und Widerspruch gegen die Zuweisung einlegen. In der Vergangenheit blieb dies meist jedoch ohne Erfolg. Deshalb rät der Stadtelternbeirat, sich auch mit der Möglichkeit auseinanderzusetzen, dass es bei der Zuweisung bleibt. Und so gibt der Stadtelternbeirat den Hinweis mit auf den Weg: "Lassen Sie Ihrer Unzufriedenheit nicht vor dem Kind freien Lauf."

VON JULIA LORENZ UND STEVEN MIKSCH

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