Schüsse in Frankfurter Innenstadt
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Nach den Schüssen in der Frankfurter Innenstadt will sich die Polizei zu den laufenden Ermittlungen zunächst nicht mehr äußern (Symbolbild).

Laufende Ermittlungen

Nach Schüssen im Allerheiligenviertel: Anwohner äußern Kritik am Vorgehen der Polizei

Bei einer Auseinandersetzung verfeindeter Gruppen fallen in der Frankfurter Innenstadt Schüsse. Anwohner kritisieren das Vorgehen der Polizei.

  • Im Allerheiligenviertel in der Frankfurter Innenstadt fallen Freitagnacht (29.01.2021) mehrere Schüsse.
  • Die Polizei Frankfurt kann wenig später einen Tatverdächtigen festnehmen.
  • Anwohner üben Kritik an der Vorgehensweise der Polizei Frankfurt.

Frankfurt – Bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen im Allerheiligenviertel in der Frankfurter Innenstadt wurden in der Nacht auf Freitag (29.01.2021) mehrere Schüsse abgefeuert. Zwar konnte die Polizei bereits einen Tag später einen Tatverdächtigen festnehmen. Anwohner üben jedoch scharfe Kritik an der Vorgehensweise der Beamten. Ihre Berichte legen auch nahe, dass die Polizei das Tatgeschehen noch nicht in seiner Gänze veröffentlicht hat.

Was war passiert? Nach Auswertung von Videomaterial spielte sich die Szene nach Informationen der Polizei wie folgt ab. Gegen ein Uhr nachts griff eine größere Gruppe mehrere Menschen an, die im Allerheiligenviertel in der Frankfurter Innenstadt vor einem Kiosk gestanden hatten. Aus der Gruppe der Angreifer seien dabei auch mehrere Schüsse abgegeben worden. Im Anschluss hätten sich sämtliche Beteiligten vom Tatort entfernt.

Schüsse in der Innenstadt von Frankfurt: Polizei nimmt Verdächtigen fest

Einem Zeugen der Vorfälle waren die Schüsse aufgefallen, woraufhin dieser die Polizei Frankfurt informierte. Bei Ankunft eines größeren Aufgebots von Beamten hätten diese jedoch keine Tatverdächtigen mehr angetroffen. Dafür stellten sie Spuren fest, die darauf schließen ließen, dass vor Ort tatsächlich Schüsse gefallen waren. Am Montag (01.02.2021) teilte die Polizei schließlich mit, sie haben einen 24-jährigen Frankfurter im Zuge der Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags festnehmen und in die Untersuchungshaft überführen können.

Die Polizei bestätigte der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am vergangenen Freitag, dass es sich bei der Auseinandersetzung im Allerheiligenviertel offenbar um einen Konflikt zwischen verfeindeten Gruppen gehandelt habe. Sie betonte dabei auch, vorerst keine weiteren Fragen zu dem Vorfall zu beantworten. Zeugen des Vorfalls äußerten der „FAZ“ gegenüber währenddessen den Verdacht, eine direkt am Tatort befindliche Überwachungskamera der Polizei habe nicht richtig funktioniert, weswegen diese um Privataufnahmen des Vorfalls gebeten habe.

Anwohner kritisieren Vorgehen der Polizei Frankfurt nach Schüssen in der Innenstadt

Auf diesen privaten Videoaufnahmen soll dem Bericht der „FAZ“ zufolge zu sehen sein, dass es gut anderthalb Stunden nach den Schüssen in der Frankfurter Innenstadt zu einem erneuten Treffen in der Allerheiligenstraße gekommen sei. Ein Anwohner berichtet der Zeitung, mehrere Männer wären in Autos angefahren gekommen, hätten sich an der Ecke zur Breiten Gasse versammelt und seien plötzlich wieder zu ihren Fahrzeugen gerannt und davon gefahren.

Anwohner des Allerheiligenviertels, welches neben dem Rotlichtmilieu ebenfalls für den Handel mit Drogen in Frankfurt bekannt ist, werfen der Polizei in dem Vorfall eine „chaotische Vorgehensweise“ vor. Auch fühlten sie sich der „FAZ“ zufolge von der Polizei nicht ausreichend über die Sicherheitslage in ihrem Viertel informiert. Mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen erklärte ein Sprecher der Polizei Frankfurt auf Nachfrage, dass auch zu den Zeugenaussagen der Anwohner keine Stellung bezogen werde. (red)

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