Zuversicht und Anpacken auch in der Krise: Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen wie Sylvia Schwind kümmern sich weiter unermüdlich um ihre schutzbefohlenen Tiere. Hier gibt&#39s Futter für das kürzlich geborene Lamamädchen Hermine und ihre Mama Gerda. 
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Zuversicht und Anpacken auch in der Krise: Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen wie Sylvia Schwind kümmern sich weiter unermüdlich um ihre schutzbefohlenen Tiere. Hier gibt's Futter für das kürzlich geborene Lamamädchen Hermine und ihre Mama Gerda. 

Tierpark in Gefahr

Der Kobelt-Zoo kämpft ums Überleben

Corona bedroht die Zukunft des Tierparks in Frankfurt-Schwanheim - doch die Hilfsbereitschaft aus dem Stadtteil für den Zoo ist groß.

  • Frankfurt-Schwanheim: Corona-Krise bringt Zoo in Bedrängnis
  • Eröffnungstermin am 1. Mai ist wegen Corona stark gefährdet
  • Zoo bedankt sich für großzügige Spenden und hofft auf mehr

Schwanheim - Was der Führungsstab und die Mitarbeiter des Trägervereins des Schwanheimer Kobelt-Zoo in diesen Tagen erleben, gleicht einer emotionalen Achterbahnfahrt: Gerade erst freuten sie sich über die Geburt von Lama-Mädchen Hermine - doch die anhaltende Corona-Krise lässt sie inzwischen um die Zukunft ihres beliebten, ehrenamtlich betriebenen Tierparks in Frankfurt fürchten. „Unsere Kasse ist leer“, macht Zoo-Leiterin Elke Diefenhardt gegenüber der „Frankfurter Neuen Presse“ deutlich. „Wir kämpfen ums Überleben.“

Von Anfang Mai bis Ende September hat der 17.000 Quadratmeter große Tierpark an allen Wochenenden und Feiertagen seine Pforten geöffnet. Doch der Eröffnungstermin am 1. Mai ist wegen Corona stark gefährdet.

Das ist nicht nur der Saisonstart - der Termin bringt dem kleinen Trägerverein auch Einnahmen, die helfen, die Rechnungen des vergangenen Winters zu bezahlen. Denn die Fixkosten laufen weiter - Futter, Pacht, Strom, Wasser. Die Kasse des Frankfurter Vereins ist leer, auch weil er auf Anordnung des Forstamts 40 Bäume fällen lassen musste und seit 1. Januar knapp 1000 Euro monatlich für die Entsorgung des Mist-Containers zahlen muss.

Frankfurt: Rettungschirm ist für den Zoo keine Option

Vom gerade aufgespannten Rettungsschirm des Landes profitieren kann der kleine Frankfurter Tierpark nicht. Denn: „Wir sind kein Wirtschaftsbetrieb“, erklärt Elke Diefenhardt. Die Besucher können am Eingang ein Eintrittsgeld in beliebiger Höhe zahlen. Auf freiwilliger Basis - willkommen ist jeder.

Als eingetragener Verein wollen sich die Ehrenämtler aber beim Land Hessen um finanzielle Unterstützung bemühen. Das bedeute einen ziemlichen bürokratischen Aufwand - doch das Team des Kobelt-Zoos will nichts unversucht lassen.

Nun hofft es auf einen „verspäteten 1. Mai“, wie es in einem emotionalen Beitrag auf der Facebook-Seite des Kobelt-Zoos heißt. „Denn das Eröffnungsfest ist so viel mehr als nur eine Einnahmequelle“, betont Sarah Rezagholinia. Es sei „ein Wiedersehen mit Freunden. Bei Gegrilltem und kühlen Getränken die Menschen treffen, die man im September verabschiedet hat.“ Darunter seien auch „Kinder, die im letzten Sommer noch getragen wurden und plötzlich auf uns zugelaufen kommen“. Kurz: „Viele liebe Menschen, die den Zoo und seine Bewohner so lieben wie wir“.

Das bewahrheitet sich in diesen Tagen auch auf andere Weise: Gerade erst hat die Turngemeinschaft Schwanheim dem Frankfurter Kobelt-Zoo 500 Euro gespendet.

Zoo in Frankfurt-Schwanheim: "Wir sind überwältigt von dieser Spende"

„Und das in Zeiten, wo ja die Vereine selbst hart kämpfen müssen“, kommentiert Finanz-Chefin Monika Greitzke die großzügige Hilfe. „Wir sind überwältigt. Das zeigt, wie wichtig wir den Schwanheimern sind. Wir gehören einfach zum Stadtteil dazu.“ 2018 hatte die Frankfurter Binding-Brauerei den Trägerverein zum „Beliebtesten Stadtteilverein“ gekürt. Auch andere Bürger hätten schon gespendet. „Damit“, so sind Elke Diefenhardt und ihre Mitstreiterinnen zuversichtlich, „kommen wir erstmal über den Mai.“

Wer helfen möchte: Spendenkonto bei der Volksbank Frankfurt, mit IBAN: DE 53 5019 0000 0000 49 28 09.

Michael Forst

Der beliebte Kobelt-Zoo am Schwanheimer Waldrand in Frankfurt* geht mit Zuversicht und einem neuen tierischen Bewohner seiner Wiedereröffnung entgegen. Der Neustart nach der Corona-Zwangspause gelang dem Kobelt-Zoo in Frankfurt.

Die Zoos in Hessen sind wegen des Coronavirus seit ein paar Wochen geschlossen*. Das sorgt für finanzielle Einbußen, aber auch die Tiere spüren, dass etwas nicht stimmt.

Der Zoo in Frankfurt am Main beherbergt insgesamt 4500 Tiere aus 450 Arten. Ein Besuch ist ein Erlebnis für Groß und Klein. Alles, was dazu wichtig ist.

*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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