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Neues Schwimmbad in Frankfurt: Spatenstich in Bornheim

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Von: Katja Sturm

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So soll das neue Schwimmbad im Untergeschoss des Sportcenters 4 der TG Bornheim einmal aussehen.
So soll das neue Schwimmbad im Untergeschoss des Sportcenters 4 der TG Bornheim einmal aussehen. © n.n.

Das 6-Millionen-Projekt in Frankfurt Bornheim beinhaltet ein Schwimmbad, sowie eine Fitness- und Kampfsport-Anlage.

Frankfurt – Ursprünglich sollten die Mitglieder der Turngemeinde (TG) Bornheim 1860 schon ab diesem Mai im eigenen Schwimmbad im neuen Sportcenter 4 baden gehen können. Doch dann kam die Pandemie samt Bewegungsstopp; die Zahlen derer, die einen Vertrag mit dem Verein hatten, gingen von mehr als 31.000 auf zwischenzeitlich 27.000 herunter. Im vergangenen Spätsommer setzte sich der Vorstand aber noch mal zusammen und beschloss, das Bauvorhaben doch noch „mutig“ auf den Weg zu bringen, sagt der langjährige Vorsitzende Peter Völker. Am Montag den 04.04.2022 erfolgte der Spatenstich.

Über dem Parkplatz an der Inheidener Straße soll nun bis zum Frühjahr 2023 ein dreigeschossiger Neubau auf Stelzen entstehen. Im untersten Stockwerk ist neben Umkleiden und Duschen ein 22,5 Meter langes und acht Meter breites Schwimmbad mit Tiefen zwischen 1,35 und 1,80 Metern geplant, in dem in erster Linie Kurse abgehalten werden sollen. Der Verein betreibt bereits das Gartenbad Fechenheim und hat, vertraglich damit gekoppelt, dienstags das Panoramabad exklusiv für sich. Nach dessen Schließung soll diese Absprache mit den Bäderbetrieben laut Völker auch für das neue Familienbad am Ratsweg gelten.

An der Schaufel (v.l.): Peter Völker, Stadtrat Mike Josef, Petra Römer, Thomas Völker, Architekt Lars Waldeck.
An der Schaufel (v.l.): Peter Völker, Stadtrat Mike Josef, Petra Römer, Thomas Völker, Architekt Lars Waldeck. © sauda

Frankfurt: Schwimmbad für Seepferdchen-Anwärter – „Wir brauchen mehr Wasser“

Obwohl so 2019 bereits mehr als 5000 Teilnehmer in 500 Schwimmkursen versorgt werden konnten, gibt es vor allem bei den Seepferdchen-Anwärtern lange Wartelisten. Der hohen Nachfrage will die TGB mit dem neuen Projekt nachkommen. „Wir brauchen mehr Wasser“, betont Völkers Stellvertreterin Petra Römer, die im Sommer seine Nachfolge als Vorsitzende antreten will. Auf der zweiten Etage soll ein 340 Quadratmeter großes Gym mit dem Motto „Dschungel“ eingerichtet werden, was sich unter anderem in Grünpflanzen ausdrücken wird. Im obersten Geschoss bekommen die Liebhaber der Kampfsportarten ihr 190 Quadratmeter großes Dojo im traditionellen japanischen Stil. Daneben ist ein weiterer Bewegungsraum vorgesehen.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach dient der Energiegewinnung. Die Kletterwand an der bisherigen Außenfassade bekommt einen neuen Platz am Sportcenter 4, der Balkon wird dann mit 70 Zentimetern über dem Bürgersteig schweben. Die Zahl der Parkplätze auf dem eigenen TGB-Gelände soll sich nicht verringern. Im Gebäude ist ein Aufzug vorgesehen, um Gehbehinderten wie Rollstuhlfahrern einen barrierefreien Zugang zum Bad zu ermöglichen. Um ihnen ins Becken zu helfen, wird es, sagt Völker, einen Kran geben.

Die Planer gehen derzeit von Kosten in Höhe von knapp sechs Millionen Euro aus. Die TGB-Verantwortlichen sind sich darüber im Klaren, dass diese gerade in der aktuellen Situation mit weiter grassierendem Coronavirus und Ukraine-Krieg und den damit verbundenen Lieferschwierigkeiten und Materialmangel schnell höher ausfallen könnten und haben deshalb einen Puffer von fünf bis zehn Prozent eingeplant. 2,1 Millionen Euro gibt die Stadt dazu, 647.000 Euro kommen vom Land Hessen. Den Rest stemmt der Verein selbst über Mitgliedsbeiträge und Darlehen.

Frankfurt braucht das Schwimmbad dringend – „Jede Wasserfläche“ ein Gewinn

Die jüngsten Zahlen lassen erkennen, dass die Menschen wieder zum Sport zurückkehren. Bereits am 1. Januar konnte die TGB wieder einen Mitgliederzuwachs verzeichnen und bewegt sich laut Völker erneut bei mehr als 29 000. Monatlich kämen neue dazu, obwohl während der Coronavirus-Krise auch die obligatorischen Werbeveranstaltungen wie der „Tag der offenen Tür“ ausfielen. „Früher haben wir täglich 1000 Leute bei uns gezählt, jetzt sind es schon wieder 850“, sagt Völker. Ohne die Hilfe der Stadt hätte man das neue Sportcenter trotzdem nicht in Angriff nehmen können.

„Die TG schlägt heute ein weiteres Kapitel ihrer Erfolgsgeschichte auf“, sagte vor dem Baubeginn Frankfurts Sportdezernent Mike Josef (SPD). Diese zeichne aus, dass der Verein sich immer wieder neu definiere und partizipativ Ideen der Mitglieder als weitere Angebote aufnehme. „Auch in der Veränderung kann Kontinuität liegen“, betonte der Stadtrat. „Wir haben nicht viele Stadtteile mit Bädern“, fuhr er fort. „Jede Wasserfläche, die dazukommt, ist ein Gewinn.“ Durch den Neubau steigt auch der Bedarf bei den Übungsleitern. Diese zu finden oder Kandidaten auszubilden, wird, so Völker, „Hauptaufgabe des Sportteams“ in nächster Zeit sein. (Katja Sturm)

Die Landschaft der Schwimmbäder in Frankfurt ist derzeit stark im Wandel. Der Abriss des alten Rebstockbads hat mittlerweile begonnen. Der Neubau soll nach jetzigen Zeitplan 2025 stehen. Das Schwimmbad in Hausen und das in Nieder-Eschbach werden mit einem Dach versehen, damit sie auch in den Wintermonaten genutzt werden können.

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