Lemmy (schwarz) und Charly (beige), die Hunde von Melanie Opitz und Thomas Förster, jagen durchs Nichtschwimmerbecken nach dem Spielzeug, das für sie geworfen wurde. Das Hundeschwimmen im Silobad lockt Mensch und Tier auch von weiter her an. FOTO: Maik Reuß
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Lemmy (schwarz) und Charly (beige), die Hunde von Melanie Opitz und Thomas Förster, jagen durchs Nichtschwimmerbecken nach dem Spielzeug, das für sie geworfen wurde. Das Hundeschwimmen im Silobad lockt Mensch und Tier auch von weiter her an.

Freizeit

Frankfurt: Schwimmbecken frei für Mops und Mischling

  • VonSabine Schramek
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Im Silobad können Hunde bis zum Sonntag paddeln, toben und planschen

Frankfurt -Line (1) hat besseres zu tun, als auf ihr Frauchen zu hören. Die möchte zwar gerne, dass die lebhafte Labradorhündin samt ihrem Ball aus dem Wasser kommt. Stattdessen aber paddelt die Hündin wie ein Raddampfer durch das warme Wasser im Silobad und klaut einem schwarzen Pudel sein Spielzeug. Beide verfolgen sich. "Die wollen wohl Seehunde werden", sagen Zuschauer am Beckenrand lachend. Überall rasen Hunde aller Art verspielt über Wiesen, platschen ins blaue Nass oder schütteln sich ihr Fell aus.

Von Aggression keine Spur - und das, obwohl oder gerade weil kein Vierbeiner an der Leine ist. Doggen beschnuppern Rehpinscher, Australian Shepherds springen über Bulldoggen, Mischlinge jagen Schäferhunde, und Labradore und Golden Retriever balgen sich um Bälle, Seile und andere Spielsachen. Freundliches Grummeln und das eine oder andere aufgeregte "Wuff" ist zu hören. Der fuchsfarbene Kajusek trägt sogar eine orangefarbene Schwimmweste. "Wenn er sich aufregt, vergisst er vor lauter Hektik manchmal zu schwimmen", erzählt sein Frauchen und sieht ihm zu, wie er ins Wasser springt, einen Bauchklatscher macht und eilig zum geknoteten Seil paddelt, das sie ihm hineingeworfen hat. "Die Weste ist nur für den Fall der Fälle."

Wasserscheue sind auch dabei

Die grau-weiße Husky-Bernhardiner-Mischlingshündin Cleopatra kann Wasser nicht ausstehen. Sie liegt lieber rücklings auf der Wiese und wälzt sich. Vincent, ein mächtiger braun-weißer Old English Bulldog, fiepst am Nichtschwimmer-Beckenrand und bellt einen Tennisball an, der nicht weit entfernt vor ihm schwimmt. Nasse Pfoten mag er nicht, aber er will unbedingt den Ball haben. Die graue Cane-Corso-Hündin Sissy sieht ihm mit schiefem Kopf zu. "Sissy war noch nie hier, und ich bin gespannt, ob sie ins Wasser geht", sagt die junge Frau. Sissy spielt lieber Fangen auf der Wiese, während jede Menge kurz- und langhaarige Hunde mit Anlauf ins Becken springen.

Basis für neue Freundschaften

Charly, eine schlanke beige "portugiesische Straßenschönheit", jagt mit dem Boxer-Labrador-Mischling Lemmy im und um die Becken um die Wette, und sie spielen Tauziehen mit eigenen und abgeluchsten Spielzeugen. Die beiden kennen sich, weil sie fast täglich zusammen Gassi gehen. Thomas Förster und Melanie Opitz wohnen am Frankfurter Berg und gehen oft gemeinsam an der Nidda spazieren. "Wir sind zum ersten Mal hier. Es ist einfach toll, wie viel Platz hier zum Toben ist und wie viel Spaß die Hunde hier haben", sagt Melanie Opitz, während Thomas Förster immer wieder Spielzeug ins Becken wirft.

Beide kommen schnell mit anderen Hundebesitzern ins Gespräch. In Gummistiefeln und wasserdichten Jacken macht es nichts aus, dass sie alle paar Minuten von sich schüttelnden Hunden geduscht werden. An einigen Ständen können Futter, Spielzeug, Leinen, handgemachte Hundeschals und Leckerli-Beutel gekauft werden.

Für Zweibeiner gibt es an Schaustellerständen Crêpes, Pommes, Spieß- und Nierenbraten oder Grillwürste und natürlich Getränke.

"Es ist toll zu sehen, wie reibungslos alle miteinander auskommen, wenn genug Platz zum Toben da ist", sind sich die Leute einig und wünschen sich mehr solcher Angebote wie das jährliche Hundeschwimmen im Silobad. Die Tiere sind am Ende des Tages hundemüde, die Menschen entspannt. Man plaudert, wirft Bälle und verteilt Leckerlis. Schnell entstehen neue Freundschaften zwischen Zwei- und Vierbeinern. Wer geht, verabredet sich für den nächsten Tag. "Wir kommen morgen auf jeden Fall wieder" heißt es, und die Hunde wedeln zufrieden mit der Rute. Auch Line scheint das zu verstehen. Plötzlich hört sie auf ihr Frauchen und apportiert brav ihren eigenen Ball. Sabine Schramek

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