Verkehrsdezernent Klaus Oesterling.
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Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling.

Parkdruck nimmt zu

Parkprobleme in Seckbach - Verkehrsdezernat kann den Anwohnern nicht helfen

Anwohner bemängeln den zunehmenden Parkdruck in Frankfurt-Seckbach. Jetzt wird auch noch das Parkhaus in der Atzelbergstraße geschlossen. Ein Kurz-Interview mit Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD).

  • Der Parkdruck in Frankfurt-Seckbach nimmt zu.
  • Lösungsvorschläge zu Parkproblemen wurde von der Bundesregierung abgelehnt
  • Kostenlosen Parken in Frankfurt soll nach und nach abgeschafft werden

Herr Oesterling, seit in Bornheim der Parkraum bewirtschaftet wird, stehen die Autos der Pendler vermehrt in Seckbach. Betroffen sind vor allem Atzelberg und Zentgrafenstraße. Können Sie das bestätigen?

Nun, ich werde nicht widersprechen. Das ist leider so: Wenn man Parkraumbewirtschaftung einführt, weichen die Pendler in umliegende Quartiere aus. Das geht so lange, bis diese Quartiere ihrerseits bewirtschaftet werden. Es setzt sich wellenartig fort. Wir beobachten es, seit wir im ersten der vier Bornheimer Anwohnerparkzonen die Bewirtschaftung eingeführt haben.

Können Sie denn den Anwohnern helfen?

Leider nein, sie müssen leider warten. Ich kann es nicht ändern. Die einzige Möglichkeit, es zu verbessern, wäre, dort auch die Parkraumbewirtschaftung einzuführen.

Frankfurt: Lösungsvorschläge von der Bundesregierung abgelehnt

Warum geschieht das nicht?

Wir können die Parkraumbewirtschaftung nur sukzessive einführen, weil wir ja die Parkautomaten aufstellen müssen. Es gäbe intelligentere Lösungen, die aber an der Bundesregierung gescheitert sind.

Welche?

Das, was der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende Michael zu Löwenstein vorgeschlagen hat, was ich ebenso unterstützt habe wie der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al Wazir: dass die Pendler nämlich Parkscheine bei den Kiosken oder den Automaten der VGF kaufen können und dann in definierten Zonen nahe den Stationen mit ihren Autos stehen dürfen, als Pendler. Leider hat die Bundesregierung dies abgelehnt.

Parkplatzprobleme verschärfen sich in Frankfurter Stadtteilen

Die Lage in Seckbach wird also nicht so schnell besser?

Die Wilhelmshöher Straße in Seckbach wird demnächst saniert. Einerseits fallen da vorübergehend weitere Parkplätze weg. Andererseits wird die Anfahrt für Pendler nach Seckbach schwieriger. Die müssen dann nach Alternativen suchen. Zum Beispiel entlang der U7.

Warum lässt man dann nicht einfach die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung sterben? Warum verschärft man denn das Parkplatzproblem, indem man bestimmte Zonen privilegiert und andere nicht?

Aus zwei Gründen: Wir haben es gewollt. Und es war seit Jahren die Forderung der Ortsbeiräte. Diese Grundsatzentscheidung ist aber auch notwendig aus Gründen der Stickoxidbelastung. Wenn wir Fahrverbote für Dieselautos vermeiden wollen, müssen wir den Autoverkehr reduzieren. Das entspricht den Vorgaben der Gerichte und wird Bestandteil des Luftreinhalteplanes der Landesregierung sein. Da gibt es keine Alternative. Wir werden deshalb das kostenlose Parken beenden, zuerst innerhalb des Alleenrings, dann in den angrenzenden Stadtteilen und schließlich in den Außenstadtteilen. tjs

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