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Heinz Göppner mit Hundedame Rina am kleinen Rondell auf der Seckbacher Galerie. Aus Protest haben viele Hundehalter ihre Beutel dorthin gelegt, wo der Mülleimer wieder hin soll - und auch die Bänke wollen sie wiederhaben.

Stadt verspricht Besserung

Mülleimer abgebaut: Spaziergänger reagieren mit Hundekot-Protest

Im Sommer ist der kleine Park auf der Seckbacher Galerie über der A 661 ein beliebter Treffpunkt. Viele Nutzer ärgern sich, dass die Stadt dort Bänke abbaute. Sie werden ersetzt, verspricht die Stadt - teilweise durch Seniorenbänke mit Armlehnen.

Frankfurt - Die kleinen roten Beutel zeigen den Protest, erklärt Heinz Göppner, als er mit seiner betagten Hundedame Rina am Südwestende der Seckbacher Galerie angekommen ist. "Die Hundehalter wollen ihren Mülleimer wiederhaben und legen aus Protest ihre Beutel dort ab, wo der Eimer früher hing. Diese sechs Beutel sind alleine von heute", erklärt er. Ebenso ärgerlich sei, dass die Stadt die Bänke an dem kleinen Rondell am Ende der Galerie abgebaut habe. "Dafür stehen nun vier Bänke vorne am großen Rondell, nahe der Heinz-Herbert-Larry-Straße. Aber dort ist es ungemütlich und wegen des vielen Verkehrs ganz schön laut. Dort sitzt kaum jemand." Er spreche im Namen vielen anderer Nutzer, wenn er sage: "Wir wollen unsere Bänke wiederhaben." Und die sollen sie auch bekommen, wie aus dem Grünflächenamt zu vernehmen ist.

Frankfurt-Seckbach: Spaziergänger wollen Bänke und Mülleimer zurück

Nicht nur am Rondell standen die Bänke, sondern auch am Weg entlang der Galerie. "Mit dem Rücken zur Sonne, denn das ist viel angenehmer." Nun aber stehen nur noch zwei Bänke mit Blick nach Süden, hinüber zu den Hochhäusern an der Kohlbrandstraße - und Richtung Mittagssonne. Genau so soll die Stadt sie wieder aufstellen, sagt Göppner.

"Neben den Hundehaltern, die sich hier treffen, kommen auch viele Senioren, etwa aus dem Hufeland-Haus und vor allem aus den Seniorenwohnungen drüben jenseits der Autobahn hierher", erzählt Göppner. Auch behinderte Hufeland-Bewohner kommen gerne hierher, die lange Rampe hinauf von der Wilhelmshöher Straße. Für letztere seien die abgebauten Bänke wichtig gewesen, sagt Monika Müller-Löwenberg, die mit ihrem Hund hier ebenfalls oft spazieren geht. "Die sind erschöpft, wenn sie hier oben ankommen und brauchen die Bänke." Am anderen, großen Rondell säßen nur selten Menschen, dort seien sie nicht so wichtig. "Da ist auch schon mal der Rettungshubschrauber gelandet", erzählt sie.

Frankfurt-Seckbach: Der Klang der Autobahn, ein Hauch von Meeresrauschen

Ganz hinten am Rondell sei dabei der schönste Platz, sagt Göppner. "Von dort aus schaut man über das Maintal, man sieht den Spessart und den Odenwald." Die Autobahn, sagt er, liegt so weit unten, dass man die kaum wahrnehme. Und stehe man nicht direkt vorne am Rand der Galerie, wo sowieso kein Weg hinführt, störe der Verkehrslärm auch nicht so sehr wie manch einer glauben könnte. "Sitzt man hier auf der Bank in der Sonne, klingt das fast wie Meeresrauschen", sagt er und grinst.

Stadt Frankfurt verspricht in Seckbach Besserung

Die auf der Seckbacher Galerie abgebauten Bänke seien verschlissen gewesen, aber auch durch Vandalismus stark beschädigt, heißt es aus dem Grünflächenamt dazu: Sie seien nicht mehr verkehrssicher gewesen und mussten entfernt werden. Leider habe sich das Aufstellen der neuen Bänke verzögert, weil das Amt den Anbieter gewechselt habe und bei diesem noch nicht alles so schnell vonstatten gehe wie bisher üblich. Nicht nur würden die abgebauten Bänke ersetzt, sie würden auch gemütlicher: Statt des bisherigen einfachen Modells sollen Seniorenbänke aufgestellt werden, die etwas höher sind und Armlehnen haben. Auch der Müllbehälter am hinteren Rondell, der "abgefackelt" worden sei, werde dort wieder aufgehängt.

Im Grüneburgpark polarisieren Hunde und ihre Besitzer. Die einen wollen den Vierbeinern möglichst viele Freiheiten lassen, andere fordern die Einhaltung des Leinenzwangs und verweisen auf den Hundeauslauf.

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