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Wegen Sexismus und Homophobie in Kommentaren auf Facebook ist jetzt ein CDU-Mann in Frankfurt zurückgetreten.

Nieder-Eschbach

Sexistische Kommentare: CDU-Mann tritt zurück

Wegen Sexismus und Homophobie in Kommentaren auf Facebook ist jetzt ein CDU-Mann in Frankfurt zurückgetreten.

Frankfurt - Zwei sexistische und homophobe Facebook-Einträge haben für einen CDU-Funktionär aus den nördlichen Stadtteilen Konsequenzen. Michael Stauder ist am Sonntag von seinem Posten als Vorsitzender der CDU in Nieder-Eschbach zurückgetreten. Zudem stellt er sein Amt als Fraktionschef der Christdemokraten im Ortsbeirat 15 zur Verfügung.

Frankfurt: CDU-Mann tritt wegen Facebook-Kommentaren zurück

Stauder hatte am Wochenende das Urteil kommentiert, wonach die Grünen-Politikerin Renate Künast weitreichende Diffamierungen ihrer Person dulden muss. Auf der Facebook-Seite von Bürgermeister Uwe Becker (CDU), der das Urteil kritisierte, schrieb Stauder, Künast müsse Kritik akzeptieren. Er ergänzte: "Mal zum Spaß, so wie die ,Frau' aussieht, kann man(n) verstehen, dass Männer sich lieber dem ,warmen' Lager zuwenden."

Michael Stauder

Zudem beteiligte sich der 55-Jährige, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, an der Diskussion über die "Fridays-for-Future"-Demonstrationen auf der Facebook-Seite von Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU). Zu einem Foto, das eine junge Frau mit einem Plakat mit der Aufschrift "Fickt lieber miteinander anstatt die Erde" zeigt, schrieb Stauder: "Zu dem feschen Mädel (...) kommt mir dann so ein Gedanke: ,Na, dann bück dich, du Luder.'"

Frankfurt: Sexismus und Homophobie auf Facebook

Die Einträge sorgten in den sozialen Medien für scharfe Reaktionen. Der Stadtverordnete Nico Wehnemann (Die Partei) forderte Stauders Rücktritt von allen politischen Ämtern und nahm auch den Vorsitzenden der Frankfurter CDU, Jan Schneider, in die Pflicht. Er müsse "Verantwortung übernehmen und ,seine lustige Bauerntruppe' endlich mal von sexistischen Arschlöchern befreien oder den Laden dicht machen".

Auf Nachfrage zeigte sich Stauder reumütig. Er entschuldigte sich für die mittlerweile gelöschten Posts: "Der Teufel hat mich geritten." Er hoffe, dass "sein Fehler" damit aus der Welt sei. Wenig später aber meldete sich CDU-Chef Schneider in der Redaktion und verkündete Stauders Rücktritt. 

geo

Ebenfalls wegen Sexismus hat der AStA Frankfurt die Liberale Hochschulgruppe an der Goethe-Uni herausgeworfen. Sie musste ihre Räumlichkeiten aufgeben.

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