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Schnelle Autos plus die Verkehrskonzepte der Zukunft: Die Stadt Frankfurt will die neue IAA kontroverser gestalten - und aufs gesamte Innenstadtgebiet ausweiten.

IAA soll sich verändern 

Frankfurt sieht gute Chancen für IAA-Bewerbung - mit diesem neuen Konzept

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Die Stadt Frankfurt rechnet sich gute Chancen aus, die IAA weiter ausrichten zu können. Die Automobilmesse soll sich gravierend ändern. 

  • Die Ausrichtung der IAA soll sich verändern 
  • Frankfurt stellt ein neues Konzept in Berlin vor 
  • Die Mainmetropole glaubt an die weitere Ausrichtung der Automesse 

    Frankfurt - Ein Minus-Rekord bei den Besuchern, viele Absagen von Ausstellern und demonstrierende Radfahrer vor der Tür: Der Verband der Automobilindustrie (VDA) - vor zehn Jahren selbst weggezogen aus Frankfurt - erkannte, dass es so nicht weitergehen kann mit der Automesse IAA. Und verlängerte den Vertrag mit der Messe Frankfurt nicht. Der Verband sucht ein neues Konzept, eine neue Messe - und einen Neuanfang vielleicht sogar in einer anderen Stadt.

"Es wäre ein harter Schlag, aber die Messe würde es überstehen", glaubt Uwe Brehm, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Oliver Schwebel von der Wirtschaftsförderung sagt: "Bei der IAA wird so viel umgesetzt wie im ganzen Messejahr." Und auch Wirtschaftsdezernent Markus Frank betont, wie sehr die Wirtschaft in Frankfurt an der Messe hängt. Er ist der Kopf der IAA-Bewerbung. "25 Leute aus vielen verschiedenen Dezernaten und Ämtern, und alle haben an einem Strang gezogen", sagt er. "Es hat wirklich Spaß gemacht."

IAA in Frankfurt? Wenn, dann mit neuem Konzept 

Die Vertreter Frankfurts - neben Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al Wazir (Grüne) auch Frank, Brehm, Schwebel und der Kreative Stefan Weil vom Atelier Markgraph - haben nun ihr Konzept einer künftigen IAA in Berlin vorgestellt. Eine Stunde exakt durfte die Präsentation vor der Auswahlkommission des VDA dauern. Dem Vernehmen nach glauben die Vertreter der Stadt, einen sehr überzeugenden Eindruck hinterlassen zu haben. Erst am Mittwochnachmittag steht fest, welche drei Bewerberstädte in die nächste Runde für die Automesse kommen. Bis März werden dann noch einige Detailverhandlungen mit diesen engeren Bewerbern laufen. "Die PS-Schlacht ist vorbei", sagt Uwe Brehm. Die neue IAA werde lediglich eine kleinere Fachmesse hinter den Zäunen eines Messegeländes sein.

Dazu kämen in Frankfurt öffentlich zugängliche Events, bei denen nicht nur neue Autos, sondern auch neue Mobilitätskonzepte einschließlich Fahrrad, E-Scooter, Elektromobilität, Car-Sharing, autonomem Fahren und nicht zuletzt dem Öffentlichen Nahverkehr und Elektro-Schiffen im Fokus stehen sollen.

Frankfurt: Automobilmesse IAA mit E-Scooter und Car-Sharing

Frankfurt glaubt, damit gute Chancen zu haben: Nicht nur ein "Freigehege" am Rand der Stadt - die gesamte Innenstadt könnte für die IAA zur Verfügung stehen. Die Probefahrten der Auto-Enthusiasten entlang festgelegter Strecken könnten am Mainufer beginnen oder enden. Ein weiteres Angebot könnte sein, auf Parcours auf der abgesperrten Hauptwache Schaufahrten mit Prototypen zu unternehmen. 

Die Besucher könnten sich Neuwagen also im Stadtgebiet anschauen, am Mainufer, auf der Hauptwache, auf dem Goetheplatz und dem Rossmarkt. Und zugleich die neuesten E-Scooter oder Fahrräder ausprobieren. Denn, wie gesagt: Die IAA wäre keine IAA mehr, sondern eine IMA. Eine Internationale Mobilitätsausstellung.

Oberbürgermeister Peter Feldmann hat die Idee eingebracht, die Debatten über die Mobilität der Zukunft in all ihrer Kontroverse zu führen. Foren dafür könnten in der Paulskirche geschaffen werden.

Frankfurt sei mit Flughafen, Autobahnkreuz und Eisenbahnknoten der ideale Ort dafür - und bis zur nächsten IAA soll die Stadt dann auch ein 5-G-Netz erhalten. 

Viele Städte bewerben sich für die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA). Eine Stadt wird als Favorit gehandelt. 

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