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Silvester in Frankfurt: Für die Polizei in diesem Jahr „außergewöhnlich ruhig“

Corona-Krise

Bilanz der Silvesternacht in Frankfurt: Zehn Festnahmen

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  • Lukas Rogalla
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  • Rebecca Röhrich
  • Tim Vincent Dicke
    Tim Vincent Dicke

Die Polizei zieht ein Fazit nach einem besonderen Silvester. Mit dabei waren unter anderem zehn Festnahmen, trotz Ausgangssperren.

  • Wegen weiterhin zu hoher Corona-Fallzahlen gelten in Frankfurt an Silvester 2020 strengere Regeln.
  • Böllerverbot, Alkoholverbot, Feierverbot, keine großen Menschenmengen: Dafür soll die Polizei sorgen.
  • Die Bundespolizei verbietet das Abbrennen von Feuerwerk sowie das Mitführen von Waffen auf mehreren Bahnhöfen.

+++ 16.30 Uhr: Die Silvesternacht in Frankfurt verlief für die Polizei zwar „außergewöhnlich ruhig und friedlich“, dennoch melden die Einsatzkräfte zehn, teils vorläufige, Festnahmen. Anlässlich einer Personenkontrolle gegen 21.30 Uhr soll es zum Widerstand gegen Beamte gekommen sein. Um etwa 23 Uhr wurden brennende Mülltonnen gemeldet, die die Feuerwehr schnell wieder löschen konnte. Ermittlungsverfahren seien bereits eingeleitet worden.

Nahe der Hauptwache wurde gegen 1 Uhr der Verdacht auf ein Sexualdelikt bekannt. Zwei Personen wurden vorläufig festgenommen. Es wird weiter ermittelt. Nach Mitternacht nahmen die Verstöße in Frankfurt gegen das Feuerwerks- und Böller- sowie das Alkoholverbot zu, so etwa am Fünffingerplätzchen in Bornheim. Es habe auch Festnahmen wegen Nötigung, Verstoßes gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz gegeben.

Zahlreiche Kontrollen an Silvester in Frankfurt

Über die gesamte Silvesternacht wurden in Frankfurt „Personen im mittleren dreistelligen Bereich kontrolliert“. Die Polizei stellte Verstöße im „mittleren zweistelligen Bereich“ gegen das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit fest. Man habe keine Anreisen von Personen aus dem Umland feststellen können. Nicht alle Verstöße, die man festgestellt habe, wurden aufgrund der Kurzfristigkeit der Allgemeinverfügung geahndet. „Oftmals“, so die Polizei, „musste lediglich an die Regelungen erinnert werden.“

Polizei: „außergewöhnlich ruhig“ an Silvester in Frankfurt

+++ 08:52: Ungewöhnlich ruhig war die Silvesternacht in Frankfurt, wie die Polizei auf Nachfrage bestätigt. Zwar hätten ein paar Mülltonnen gebrannt und nicht überall hätten sich die Menschen an das durch die Corona-Pandemie auferlegte Böllerverbot an bestimmten Plätzen gehalten, im Großen und Ganzen sei der Jahreswechsel in Frankfurt ruhig aber abgelaufen. „Kein Vergleich zu den Vorjahren“, heißt es vonseiten der Polizei. Eine komplette Bilanz werde allerdings erst gegen Mittag gezogen werden können.

Silvester in Frankfurt: Verbotszonen nicht eingehalten - So verlief der Start ins Jahr 2021.

Silvester in Frankfurt: Heftiges Böllern in Bornheim

Update vom Freitag, 01.01.2021, 06:57 Uhr: In der Verbotszone am Fünffingerplätzchen in Frankfurt Bornheim wurde kurz nach Mitternacht heftig geböllert, wie die Polizei Frankfurt auf Twitter meldet. Auch am Friedberger Platz im Frankfurter Nordend sollen sich Menschen nicht das dort verhängt Böllerverbot gehalten haben, wie Nutzer auf Twitter berichten.

Update vom Mittwoch, 30.12.2020, 13.15 Uhr: Ein Böllerverbot in weiten Teilen Frankfurts gilt auch für mehrere Bahnhöfe. Im Zeitraum vom 31.12.2020, 12.00 Uhr bis zum 01.01.2021, 9.00 Uhr ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern am und im Hauptbahnhof Frankfurt nicht gestattet. Auch für die Hauptwache gilt das Verbot, hier für die Ebene C mit den Gleisen 2 und 3, sowie für die Konstablerwache in der Ebene D mit den Gleisen 2 und 3. Das Verbot erlässt die Bundespolizeidirektion Koblenz mittels einer Allgemeinverfügung.

Waffenverbot – Bundespolizei will in Frankfurt an Silvester 2020 öfter kontrollieren

Ebenfalls untersagt ist das Mitführen von Waffen, wozu laut Bundespolizei Schusswaffen, Schreckschusswaffen, Hieb, Stoß- und Stichwaffen zählen, also auch Messer. Das Verbot gilt für alle Bahnhöfe im Stadtgebiet Frankfurt am Main, außerdem in den S-Bahnen der Linien 1 bis 6 sowie 8 und 9. Die Bundespolizei kündigt an, Silvester 2020 verstärkt Kontrollen durchzuführen.

Dieses Jahr an Silvester verboten: Feuerwerk auf dem Römerberg in Frankfurt

Das Verbot von Waffen wird mit der hohen Anzahl an Gewaltdelikten im Umfeld von Bahnhöfen begründet, oft seien die festgestellten Täter zum Tatzeitpunkt alkoholisiert gewesen. Von dem Verbot ausgenommen sind Polizeikräfte, der Zoll, die Bundeswehr, der bezirkliche Ordnungsdienst, die Feuerwehr, Rettungsdienste, medizinische Versorgungsdienste, Sicherheitsdienste sowie Mitarbeiter von Gastronomiebetrieben und Handwerker.

Silvester in Frankfurt: Harte Corona-Regeln bleiben in Kraft

Erstmeldung vom Montag, 28.12.2020, 18.50 Uhr: Frankfurt – Eine Sache steht für 2021 bereits jetzt fest: Der Rutsch ins neue Jahr wird völlig anders sein als in Zeiten ohne Corona-Pandemie. Aufgrund weiterhin hohen Infektionszahlen hat die Stadt Frankfurt zahlreiche harte Regelungen über Silvester beschlossen, die Polizei soll die Maßnahmen umsetzen und Verstöße konsequent ahnden. Doch wie bereiten sich die Einsatzkräfte auf den kommenden Einsatz vor?

Böllerverbot, Alkoholverbot, Feierverbot, keine großen Menschenmengen – Silvester wird in Frankfurt 2020 kaum wiederzuerkennen sein. Der Grund: Die Kontaktbeschränkungen für den öffentlichen Raum gelten uneingeschränkt auch am letzten Tag des Jahres. Höchstens fünf Personen aus zwei Hausständen dürfen gemeinsam ins neue Jahr rutschen, dazugehörige Kinder bis einschließlich 14 Jahre bleiben in der Rechnung unberücksichtigt.

Silvester 2020 in Frankfurt: Böller- und Alkoholverbot wegen Corona

Seit dem 16. Dezember 2020 gilt zudem ein Alkohol- und Feierverbot in der Öffentlichkeit. Das Feuerwerks- und Böllerverbot, welches die Stadt Frankfurt ausgesprochen hat, gilt in der Zeit von Silvester, 18 Uhr, bis Neujahr, 3 Uhr. Neben dem Bahnhofsviertel, Alt-Sachsenhausen und Teilen des Mainufers, sind auch viele weitere Teile der Stadt zu Böller-Sperrzonen erklärt worden.

Während des Jahreswechsels sind Hohlbeinsteg und Eiserner Steg einschließlich der Brückenköpfe komplett gesperrt. Es kann auch zu Straßensperrungen kommen. Polizei und Stadt Frankfurt kündigten an, Kontaktbeschränkungen und Verbote zu kontrollieren, gegen Verstöße soll konsequent vorgegangen werden.

Corona: Polizeipräsident äußert sich zum bevorstehenden Silvester-Einsatz in Frankfurt

An der Hauptwache, dem Mainkai und auf dem Römerberg in Frankfurt hat die Polizei eine mobile Videoüberwachung eingerichtet, um die Einhaltung der Verordnungen zu überwachen. Die Landespolizei wird in der Innenstadt durch die Kräfte der Stadtpolizei unterstützt – einige Abschnitte werden ununterbrochen bestreift. Die Innenstadtwache in der Hauptwache dient als Anlaufstation für Hilfesuchende.

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie gelten in Frankfurt auch an Silvester strenge Regeln. Stadt und Polizei kündigen ein konsequentes Vorgehen an. (Archivbild)

Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill appellierte an die Bürgerinnen und Bürger: „Nach Monaten der Einschränkungen durch die Pandemie kann ich durchaus verstehen, dass man nach Weihnachten auch Silvester mit seiner Familie, seinen Freunden und Bekannten feiern will.“ Jedoch bleibe die Bewältigung der Coronavirus-Pandemie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Silvester in der Corona-Krise: Bleibt es in Frankfurt wirklich ruhig?

Bereswill geht nicht davon aus, dass es in Frankfurt die ganze Nacht ruhig bleibt. „Gerade vor dem aktuellen Hintergrund kann man von einer dynamischen Lage in der Silvesternacht ausgehen, deswegen spielt eine hohe Flexibilität in unserem Einsatzkonzept eine wichtige Rolle.“ Die Polizei werde „konsequent gegen Straftaten sowie Verstöße gegen die Allgemeinverfügung vorgehen.“

Ob sich die Frankfurter an die Corona-Regelungen zu Silvester halten? Derzeit lässt sich das nicht mit Sicherheit sagen. Aus der Hauptstadt Berlin kommen eindeutige Aussagen – dort wird sich auf den üblichen Ausnahmezustand vorbereitet. „Wir hoffen natürlich, dass es ruhiger wird als sonst, aber das können wir eben noch nicht absehen“, sagte ein Sprecher der Hauptstadt-Feuerwehr. (Tim Vincent Dicke)

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