Die Polizei warnt davor illegale Böller aus dem Ausland zu kaufen, die seien oft sehr gefährlich. Foto: dpa
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Die Polizei warnt davor illegale Böller aus dem Ausland zu kaufen, die seien oft sehr gefährlich.

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Corona in Frankfurt: Diese Regeln gelten an Silvester – Viel Polizei ist im Einsatz

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Keine Maskenpflicht, aber ein Böllerverbot gilt an Silvester in der Frankfurter Innenstadt und an anderen beliebten Orten.

Frankfurt – Es wird die zweite Silvesternacht in der Corona-Pandemie. „Auf den möglichen Inhalt einer Wundertüte sind wir vorbereitet“, sagt Torsten Englert am Dienstag. Der 41-Jährige ist der Einsatzleiter der Frankfurter Polizei für die Silvesternacht. Seit Sommer liefen bereits die Planungen für den Jahreswechsel. Die Landespolizei sei mit weit mehr Personal im Dienst, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Hinweise auf „Querdenken“-Demos gebe es derzeit nicht. Doch auch darauf sei man vorbereitet.

Es gibt anders als im Vorjahr keine Maskenpflicht in der Innenstadt und auch kein Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen, da Frankfurt aktuell unter der Sieben-Tage-Inzidenz von 350 liegt. Und doch gelten strenge Auflagen zum Jahreswechsel unter Corona-Bedingungen: An publikumsträchtigen Plätzen ist das Zünden von Feuerwerk und Böllern untersagt. Konkret gilt das Böllerverbot in der Innenstadt, am Mainufer, in Alt-Sachsenhausen, rund um den Schweizer Platz, aber auch an der Bockenheimer Warte, Berger Straße (zwischen Friedberger Anlage und Gronauer Straße) sowie rund um die Höchster Altstadt. Alle Böller-Verbotszonen hat die Stadt Frankfurt in ihrer Allgemeinverfügung auf ihrer Website zum Runterladen aufgelistet. Das Verbot gilt ab 31. Dezember, 18 Uhr, bis 1. Januar, 3 Uhr.

Frankfurt an Silvester: Keine Böller an Kliniken und Altenheimen erlaubt

Die Böllerverbote sollen eine Überlastung der Krankenhäuser und anderer Gesundheitseinrichtungen verhindern. Wie auch vor der Pandemie gilt ein Böllerverbot in der Nähe von Krankenhäusern, Altenheimen, rund um den Zoo und im Stadtwald.

Neben dem Böllerverbot würden auch die seit diesem Dienstag (28.12.2021) verschärften Corona-Regeln überwacht werden: wie dass sich maximal zehn Menschen im öffentlichen Raum treffen dürfen. Dabei wolle die Polizei zunächst kommunikativ vorgehen, also auf die Verstöße hinweisen. Aber bei Uneinsichtigkeit drohten Sanktionen. Denn: „Wenn viele Leute zusammenkommen, freut sich das Virus“, sagte der Leiter der Frankfurter Stadtpolizei, Matthias Heinrich. Die Stadtpolizei unterstützt die Landespolizei in der Nacht in Zivil und in Uniform. Ungeimpfte, die sich mit mehr als einem weiteren Haushalt treffen, also beispielsweise als Teil einer zehnköpfigen Gruppe laufen, müssten mit einer Geldstrafe von 200 Euro rechnen.

Es gebe zwar ein Verkaufsverbot von Raketen, aber eben kein allgemeines Böllerverbot. Wer also im eigenen Garten böllern will, dürfe das. Heinrich setzte aber auf die Vernunft der Menschen. Im Vorjahr habe es jedoch Fälle gegeben, wo Menschen illegale Böller aus dem Ausland kauften und zündeten. Und was passiert, wenn man eine Rakete an verbotenen Zonen wie dem Mainufer startet? Entsprechende Ordnungswidrigkeitsverfahren würden dann eingeleitet. „Das geht bei 200 Euro los und ist nach oben offen, je nachdem was passiert.“ Zudem wolle die Stadtpolizei vermehrt auch die Einhaltung der Corona-Maßnahmen etwa in Gaststätten kontrollieren, wenn diese Leute reinließen, die nicht geimpft seien. Wohnungen würden sie hingegen nicht gezielt aufsuchen, um dort die Einhaltung der Corona-Maßnahmen bei privaten Silvesterpartys zu kontrollieren. Da Tanzverbot in Hessen gilt und die meisten Clubs geschlossen sind (Ausnahmen gelten für Clubs mit gastronomischem Konzept), rechne die Polizei auch mit illegalen Partys in Kellern oder Clubs.

In den markierten Zonen, Plätzen und der Umgebung von Krankenhäusern in Frankfurt gilt an Silvester ein Feuerwerksverbot.

Frankfurt an Silvester: Fußgängerbrücken über den Main sind gesperrt

Und dann gibt es noch die Orte, die schon vor der Pandemie in der Silvesternacht problematisch waren: Die Fußgängerbrücken Eiserner Steg und Holbeinsteg seien nicht nur gefährlich, weil sich darauf viele Leute versammelten und das Virus übertragen könnten. „Sondern auch alkoholbedingt könnten Leute ins Wasser fallen, zudem gab es dort sexuelle Übergriffe auf Frauen“, so Heinrich.

All das soll verhindert werden. Deswegen sind die Fußgängerbrücken Eiserner Steg und der Holbeinsteg ab 31. Dezember von 22 Uhr bis 3 Uhr (1. Januar) komplett gesperrt. Die Polizei rät zudem Autofahrer:innen, das Mainufer und die Innenstadt in der Silvesternacht zu umfahren. Für den Autoverkehr sind bereits ab dem 30. Dezember bis 2. Januar 2022 von der Untermainbrücke bis zur Alten Brücke die Nord- und Südseiten gesperrt An Brennpunkten wie dem Mainufer sei auch berittene Polizei im Einsatz. Und auch zwischen Hauptbahnhof und Konstablerwache seien besonders viele Kräfte präsent.

Im Hauptbahnhof, aber auch in den S-Bahnen und S-Bahn-Stationen sei die Bundespolizei zur Unterstützung der Landespolizei im Einsatz. Auch die Feuerwehr sei mit vermehrten Kräften in der Nacht ausgestattet. Neben der Einhaltung der Corona-Regeln sei die Polizei auch vorbereitet auf die allgemeine Kriminalität an Silvester, also vermehrte Körperverletzung und Sachbeschädigung. Man wolle einen friedlichen Jahreswechsel gewährleisten, sagte Polizeisprecher Tobias Meier. Die meisten Bürger:innen hielten sich an die Corona-Regeln, betonte er. „Wir empfehlen insgesamt, vielleicht einfach dieses Jahr in einem kleineren Rahmen friedlich zusammen zu feiern, und dann kommen wir auch gut durch diesen Jahreswechsel“, sagte Meier. (Kathrin Rosendorff)

Ein Familienunternehmen aus Frankfurt bangt wegen des Böllerverbots um seine Existenz.

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