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Frankfurt Skyliners müssen heute beim FC Bayern gewinnen

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Es sei „nur das nächste Spiel“, meint Skyliners-Trainer Gordon Herbert vor dem zweiten Viertelfinal-Spiel gegen den Titelanwärter aus München. Doch das ist Taktik. Der Druck ist groß.

Eine Busfahrt kann lustig sein – heißt es. Zu viel Bus fahren kann aber auch auf die Laune schlagen. In den vergangenen zweieinhalb Wochen haben die Basketballer der fast mehr Zeit in ihrem Mannschafts-Bus verbracht als auf dem Trainingsplatz. Sie fuhren nach Bremerhaven, nach Berlin, nach Oldenburg und nach München. Und kamen stets frühmorgens zurück, als die meisten Menschen noch schliefen. „Wir hatten sechs Spiele in 15 Tagen und saßen viel im Bus. Das hat Energie gekostet“, sagt Trainer Gordon Herbert gestern.

Nach dem erfolgreichen Endspurt in der Bundesliga-Hauptrunde war nun im ersten Play-off-Spiel am Samstag beim FC Bayern der Tank ein wenig leer. „Einige von uns haben auf einem Bein gespielt. Das ist keine einfache Situation“, so Herbert. Dies sei aber ausdrücklich „nicht als Entschuldigung“ für die 72:85-Niederlage in München gemeint. „Wir schauen nach vorne.“ Auf das zweite Viertelfinal-Duell gegen den Titelkandidaten an diesem Mittwoch (18.15 Uhr) in der heimischen Arena in Unterliederbach.

Ein Sieg ist ein Muss. Sonst wäre der Traum von der großen Überraschung und dem Einzug ins Halbfinale praktisch bereits ausgeträumt. Ein 0:2-Rückstand wäre wohl nicht wettzumachen. Dann müssten die Frankfurter drei Spiele in Folge gewinnen. Kaum vorstellbar gegen das bayerische Starensemble, das in der gesamten Saison auf nationaler Ebene erst drei Spiele verloren hat und nach dem Pokalsieg nun das Double gewinnen will.

Herbert weiß freilich um die große Bedeutung dieser zweiten Partie, will aber keinen zu großen Druck für seine Spieler aufbauen. Es sei keine besondere Partie, sondern „nur das nächste Spiel“. Außerdem: „Wir sind schon im letzten Hauptrundenspiel in Oldenburg gut mit Druck umgegangen, und davor auch. Wir kennen Drucksituationen.“

Wichtiger sei, dass seine Mannschaft wieder zu Kräften komme. Denn nach den vielen Auswärtsspielen in letzter Zeit bekamen die Akteure freilich in den nächtlichen Heimfahrten nicht den gewohnten Schlaf. Zwar erhält jeder Skyliners-Profi im Mannschafts-Bus zwei Sitze, auf denen er sich ausbreiten kann. Aber um eine waagerechte Liegefläche zu erhalten, bräuchte es pro Person vier Sitze. Und die stehen aus Kapazitätsgründen nicht zur Verfügung.

Herbert drosselte daher in den vergangenen Tagen etwas die Trainingsintensität. Erholung war angesagt. „Wir müssen unser Energie-Level zurückholen.“ Denn in seinem Team müssen die wenigen Leistungsträger ihre maximale Leistung abrufen. Nur, wenn Bundesliga-Topscorer Phil Scrubb und Spielmacher Tai Webster im Angriff am oberen Limit spielen und zudem Unterstützung der Kollegen erhalten, ist ein Coup möglich. Die Münchner hingegen haben mit ihrem ausgeglichenen Kader mehr Möglichkeiten. Coach Dejan Radonjic kann sechs Spieler auf der Ersatzbank zurückgreifen, die nahezu dasselbe Niveau aufweisen wie die Akteure, die beim Start auf dem Parkett stehen. „Sie haben eine Elfer-Rotation mit erfahrenen und hochwertigen Spielern“, betont Herbert. Der Skyliners-Trainer „muss“ hingegen auch auf junge Spieler setzen, die ihre ersten Play-off-Partien bestreiten. „Play-offs sind härter, physischer. Und wir haben immer noch einige Jungs im Team, das sind noch keine Männer.“ Ob Spielmacher Isaac Bonga (Magenprobleme) und Center Jonas Wohlfarth-Bottermann (lädiertes Knie) heute eingesetzt werden können, wird sich kurzfristig entscheiden.

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