?Liebe eine kleine Miete als keine Miete?: FSV-Stadion am Bornheimer Hang.
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?Liebe eine kleine Miete als keine Miete?: FSV-Stadion am Bornheimer Hang.

Trotz Insolvenz

FSV Frankfurt soll Hausherr am Bornheimer Hang bleiben

Die städtische Stadiongesellschaft will ihren Betreibervertrag mit der insolventen Fußball-GmbH des FSV Frankfurt fortführen. Dies hat der Aufsichtsrat der Stadioneigentümerin gestern beschlossen. Der Vertrag soll aber an die schwierige Finanzlage des Vereins angepasst werden.

Ein Etappenziel auf dem Weg zum angestrebten Neustart hat der FSV Frankfurt gestern erreicht. Der Aufsichtsrat der kommunalen Sportpark Stadion GmbH stimmte der Fortführung des Betreibervertrags für das Stadion am Bornheimer Hang grundsätzlich zu. „Die Geschäftsführung wurde beauftragt, über die künftigen Konditionen mit dem FSV als Stadionbetreiber zu verhandeln“, sagte der Aufsichtratsvorsitzende, Sportdezernent Markus Frank (CDU), dieser Zeitung. Dass es zu einer Einigung kommt, ist sehr wahrscheinlich. Denn der Aufsichtsrat segnete laut Frank Eckpunkte ab, die bereits mit der Vereinsführung und dem Insolvenzverwalter abgestimmt wurden.

Dass die städtische Vermieterin dem Verein finanziell entgegenkommen wird, sei notwendig, sagte Frank. Die für den Profibetrieb zuständige Tochtergesellschaft des FSV musste nach zwei Abstiegen Konkurs anmelden.

Noch vor dem Beschluss des städtischen Stadion-Aufsichtsrats berichtete Insolvenzverwalter Fabio Algari Dienstagvormittag bei der Gläubigerversammlung der FSV-GmbH von entsprechenden Verhandlungen mit der Stadt und ihrer Sportpark Stadion GmbH. Dabei sei „die aktuelle und künftige wirtschaftliche Situation“ des FSV dargestellt und erläutert worden, schrieb Algari in seinem Bericht für die Gläubiger.

Regionalliga nicht vorgesehen

Das für 30 Millionen Euro zweitligatauglich umgebaute Fußballstadion am Bornheimer Hang wird seit 2013 dem FSV überlassen. Der Verein beziehungsweise seine GmbH zahlte dafür laut Vertrag 530 000 Euro im Jahr, so lange er in der Zweiten Bundesliga spielte und 300 000 Euro in der Dritten Liga. Den nun eingetreten Fall eines Abstiegs in die Regionalliga sah der alte Vertrag gar nicht vor.

Mit den nun noch im Detail zu regelnden (aber auf jeden Fall günstigeren) neuen Konditionen rückt das ursprüngliche Ziel der Stadt, die Baukosten für das Stadion durch die Zahlungen des FSV wieder hereinzuholen, in weitere Ferne. Ein jähes Ende des seit 1931 am Bornheimer Hang beheimateten Traditionsvereins wegen zu hoher Forderungen wollte aber niemand riskieren. Zumal kein anderer Stadionnutzer in Sicht ist, der die Sportanlage bewirtschaften und betreuen will. „Lieber eine kleine Miete als keine Miete“, sagte Sportdezernent Frank.

Nur auf Papier beglichen

Die Gläubigerversammlung stimmte am Dienstag einer Fortführung der insolventen FSV-GmbH „bis auf weiteres“ zu. Der Start in die neue Saison kann damit angegangen werden. Die 2008 für den Profibetrieb gegründet Tochtergesellschaft des Vereins ist laut Insolvenzbericht derzeit mit mindestens 3 757 377 Euro überschuldet. Der städtischen Stadiongesellschaft schuldet sie demnach rund 387 000 Euro. Diese Forderungen seien jedoch durch ein „vorrangiges Verwertungsrecht“ des Vermieters gesichert, sagte Algari. Gemeint sind Investitionen des FSV in das Stadion, etwa die Video- und Lautsprecheranlage, die gepfändet werden könnten. Wobei die Stadt diese wohl kaum abbauen und verkaufen würde, die Begleichung der Schulden also eher auf dem Papier stattfindet.

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