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Neue Straßenbahn-Linie in Frankfurt: Was die Stadt plant

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Von der Friedberger Warte in Bornheim soll eine Neubaustrecke via Marbachweg und Bundesbank nach Ginnheim führen. Zuletzt hatte die Stadt die Planung auf Eis liegen, Dezernent Stefan Majer schiebt sie nun wieder an.
Von der Friedberger Warte in Bornheim soll eine Neubaustrecke via Marbachweg und Bundesbank nach Ginnheim führen. Zuletzt hatte die Stadt die Planung auf Eis liegen, Dezernent Stefan Majer schiebt sie nun wieder an. © brennweiteffm/Imago

Ab 2027 könnte die Ringstraßenbahn durch Frankfurt rollen. Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) hat dafür eine wichtige Entscheidung getroffen.

Frankfurt – Eines der großen Infrastrukturprojekte im Nahverkehr soll vom Abstellgleis herunter: die Ringstraßenbahn. Nach langem Stillstand kündigt der Mobilitätsdezernent von Frankfurt, Stefan Majer (Grüne), nächste Planungsschritte an. Läuft alles rund, könnte die Tram womöglich ab 2027 von Ginnheim nach Bornheim rollen.

„Einen wichtigen Meilenstein“ habe das Vorhaben genommen, sagte der Dezernent in der jüngsten Sitzung des Mobilitätsausschusses. Die städtische Koordinierungsgruppe Verkehr habe die Planung „mit nur kleinen Änderungen“ beschlossen. Diese würden nun eingearbeitet, dann wolle er die Vorplanung im Ausschuss vorstellen und die Stadtverordneten beschließen lassen.

Neue Straßenbahn geplant: Im Dreiviertelring durch Frankfurt

Dass die Gruppe, die Verkehrsvorhaben im Hintergrund verwaltungsintern abstimmt, ihr Okay gegeben hat, wertet Majer als „eine sehr gute Nachricht“. Das hat einen Grund: Der Dezernent selbst hat damit das bisherige Haltesignal für die Planung aufgehoben. Die Vorplanung liegt großteils fertig seit mehreren Jahren in den Schubladen im Dezernat.

Die Ringstraßenbahn soll die Strecke der heutigen Linie 16 in der Ginnheimer Landstraße mit jener der 18 in der Friedberger Landstraße verbinden. Die Tram würde die überlastete Buslinie M34 ersetzen und via Wilhelm-Epstein-Straße und Marbachweg an Europaturm und Bundesbank vorbei durch Dornbusch, Eckenheim und Preungesheim rollen. Via Homburger Landstraße geht es dann zur Friedberger Warte.

Neue Straßenbahn in Frankfurt: Von Ginnheim via Dornbusch nach Bornheim

Aktuell ist geplant, dass künftig die Straßenbahnlinie 21 im Dreiviertelring durch die Stadt vom Stadion via Hauptbahnhof Frankfurt und Bockenheim nach Ginnheim fährt (statt der 16), dann die neue Strecke bedient und via Bornheim Mitte zur Hugo-Junkers-Straße in Fechenheim rollt. Im am stärksten nachgefragten Abschnitt zwischen Dornbusch und Ginnheim rechnen die Planer mit täglich fast 15.000 Fahrgästen.

Der vorige Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) erklärte mehrfach, dass die Planung erst weitergehen könne, wenn klar sei, an welcher Stelle die U4 bei ihrem Lückenschluss die Strecke der Ring-Tram kreuzt. An dieser Stelle soll eine Umsteigestation entstehen.

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Im Februar vorigen Jahres hatte Oesterling den Variantenvergleich für die U4 vorgelegt - samt Vorentscheidung, dass eine östliche Umfahrung der Bundesbank ausscheidet, die „Ginnheimer Kurve“. Damit wird die U4 in jedem Fall im Bereich des Europaturms die Epstein-Straße und die Tram kreuzen. Offen ist bisher noch, ob die U-Bahn direkt westlich oder direkt östlich der Rosa-Luxemburg-Straße verläuft.

Verkehr in Frankfurt: Entscheidung über Haltestelle nahe Bundesbank „nachziehen“

Es gebe eine vorläufige Planung dafür, doch sei diese aktuell einfach ausgeklammert worden, erklärt Wolfgang Siefert, Majers Büroleiter für Mobilität. „Ob die Straßenbahnhaltestelle zehn Meter weiter westlich oder östlich liegt“, könne ohne Probleme erst später festgezurrt werden. Dies sei bereits untersucht worden.

Die Entscheidung über die finale Lage des Tram-Halts könne man „nachziehen“, wenn die Stadtverordneten den U4-Beschluss gefällt hätten, sagt Siefert. Die Planung für die Ringstraßenbahn aber solle weiterlaufen. „In diesem Jahr“ sollten die Stadtverordneten die Tram-Vorplanung genehmigen, damit danach Bauplanung und Genehmigung laufen könnten. Bis wann die Strecke fertig ist, möchte Siefert nicht einschätzen.

Neue Straßenbahn in Frankfurt: Beschleunigt die Bundesregierung die Genehmigung?

Rechnet man übliche Verfahrensdauern mit zwei Jahren für Planung und Genehmigung ein, könnten die Bauarbeiten womöglich 2025 starten und die Strecke 2027 in Betrieb gehen. Das wäre deutlich früher als die U4, deren Lücke zwischen Bockenheim via Uni-Campus Westend nach Ginnheim bis Ende des Jahrzehnts geschlossen werden soll. Denkbar ist auch, dass beide Strecken von beschleunigten Genehmigungsverfahren profitieren, die die Berliner Ampelkoalition für den Nahverkehrsausbau angekündigt hat.

Die Ringstraßenbahn ist für Stefan Majer ein Wiedersehen: Die Idee stammt aus dem Gesamtverkehrsplan 2005, Majer hatte das Projekt bereits 2016 an Oesterling weitergereicht. 2014 empfahl die Machbarkeitsstudie den auf 17,7 Millionen Euro kalkulierten Bau der Strecke. Neu gebaut werden muss sie auf vier Kilometern, aber nicht komplett: Von Eckenheimer Landstraße bis Gießener Straße soll die Tram die U5-Gleise nutzen. Wegen der starken Nachfrage rollen auf der Buslinie M34, die die Tram ersetzt, bereits Gelenkbusse in engem Takt. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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