In Mietshaus-Siedlungen wie hier in der    Nordweststadt wachsen die Sperrmüllberge oft unkontrolliert an.
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In Mietshaus-Siedlungen wie hier in der Nordweststadt wachsen die Sperrmüllberge oft unkontrolliert an.

Bußgeld für Müllsünder

Kampf gegen illegale Entsorgung: Sonder-Ermittler der FES jagt Frankfurter Sperrmüll-Sünder

  • Julia Lorenz
    vonJulia Lorenz
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Viele Leute werfen Matratzen und Möbel einfach in die Landschaft. Ein FES-Mitarbeiter soll sie aufspüren, die Bußgelder werden erhöht. Die Entsorgung wird komplizierter.

  • Kampf gegen Sperrmüll: FES setzt in Frankfurt Sonder-Ermittler ein
  • Frankfurt: Zahl der illegalen Ablagerungen von Sperrmüll nimmt zu
  • Bußgeld für Müllsünder in Frankfurt soll erhöht werden

Frankfurt - Wer in Frankfurt ausgediente Dinge wie Fernseher, Tische, Stühle, Matratzen, Teppiche oder ähnliches loswerden möchte, hat es leicht. Man muss nur zum Telefon greifen und bei der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, kurz: FES, anrufen und einen Termin ausmachen. Wenige Tage später kommt die Müllabfuhr vorbei und sammelt den Sperrmüll ein. Kostenlos.

Sperrmüll in Frankfurt: FES setzt Sonder-Ermittler ein

Doch trotz dieses einfachen Prozederes hat die Zahl der gemeldeten wilden Sperrmüllablagerungen in den letzten Jahren zugenommen. Das teilte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) jetzt auf eine Anfrage von Robert Lange mit. Der CDU-Stadtverordnete wollte wissen, was der Magistrat gegen den illegalen Sperrmüll unternehmen wird.

"Als Ermittler wird von Seiten der Stabsstelle Sauberes Frankfurt ein Mitarbeiter der FES zu 50 Prozent mit dem Aufgabenbereich ,Illegale Sperrmüllablagerungen' eingesetzt", so Heilig. Die aus dieser Tätigkeit gewonnenen Erkenntnisse würden beständig an die Stadtpolizei übermittelt, die wiederum die Verfahren weiter betreut.

Sperrmüll in Frankfurt: Ab 2021 gelten neue Regeln

Darüber hinaus wird zum 1. Januar 2021 in Frankfurt eine geänderte städtische Abfallsatzung in Kraft treten. Ab dann hat die Bereitstellung von Sperrmüll grundsätzlich auf privaten Grundstücken zu erfolgen, sofern dort ausreichend Platz vorhanden ist und die Transportstrecke zum Müllfahrzeug nicht zu lang ist.

Die Satzung gilt sowohl für frei vereinbarte Abholtermine als auch für die in Wohnsiedlungen, wo die Sperrmüllabfuhr regelmäßig vorbeikommt. Sei aufgrund baulicher Gegebenheiten eine Bereitstellung auf dem Privatgrundstück nicht möglich, müsse dies um Vorfeld mit dem Entsorger abgestimmt und im Einzelfall geprüft werden.

Wer in Frankfurt illegal Sperrmüll ablädt, begeht bald eine Ordnungswidrigkeit

"Mit dieser Änderung besteht erstmalig die Möglichkeit, Sperrmüllbereitstellungen im öffentlichen Raum als Ordnungswidrigkeiten zu behandeln", so Heilig. "Auf diese Weise will der Magistrat erreichen, dass der öffentlichen Raum zukünftig weitgehend frei von Müllablagerungen gehalten wird." Die Beseitigung von beigestelltem Restmüll, der nicht bei der Sperrmüllabfuhr mitgenommen werden kann, obliege dann den Grundstückseigentümern. Heilig sagt: "Grundsätzlich geht der Magistrat davon aus, dass mit dieser Maßnahme auch die Hemmschwelle deutlich höher ist, auf Privatgrundstücken wild Sperrmüll zu entsorgen."

Zum 1. Juli sind außerdem schon die Bußgelder für Müllsünder erhöht worden. Wer jetzt illegal Müll entsorgt oder schon Tage vor dem mit der FES vereinbarten Termin auf die Straße stellt, muss jetzt 300 Euro respektive 250 Euro zahlen - 50 Euro mehr als früher. (Von Julia Lorenz)

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