Jetzt aber schnell, die Ampel ist schon rot. Carlo Enk kämpft derweil für eine längere Grünphase. Foto: Rainer Rüffer
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Jetzt aber schnell, die Ampel ist schon rot. Carlo Enk kämpft derweil für eine längere Grünphase. 

Petition gestartet

Sorge um Senioren und Schulkinder: Nach nur 9 Sekunden wird die Ampel rot

  • Matthias Bittner
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Eine Petition wird gestartet, um die Grünphase zu verlängern. Grund dafür ist die Angst um Senioren und Schulkinder.

Frankfurt - Mit seinen 43 Jahren ist Carlo Enk im besten Alter. Das Laufen bereitet ihm im Moment jedenfalls noch keine Probleme. Trotzdem schaffe er es bei normalem Schritttempo kaum oder gar nicht, die Eschersheimer Landstraße während der Grünphasen der Fußgängerampeln zu überqueren. "Die Ampel an der Kreuzung mit der Fürstenbergerstraße zeigt neun Sekunden grün. Das habe ich gestoppt", sagt er.

Enk macht sich Sorgen um Senioren und Schulkinder, die eine der Hauptverkehrsadern in Frankfurt überqueren müssen. Regelmäßig habe er in der Vergangenheit schon beobachtet, dass die Lichtsignalanlage auf Rot springe, wenn Fußgänger erst einen Teil der zurückzulegenden Strecke geschafft hätten und die wartenden Autos schon wieder losführen. Der 43-Jährige will solche gefährlichen Situationen künftig ausschließen können. Deshalb hat er auf der Plattform "Frankfurt fragt mich" eine Petition eingestellt. Sie ist seit 22. Dezember online, 111 Unterstützer haben sie bereits unterzeichnet.

Eschersheimer Landstraße: Drei Kreuzungen nachbessern

"Ich fordere hiermit, die Grünphasen für die Fußgängerampeln deutlich zu verlängern, um Schulkindern und auch älteren Mitmenschen ein sicheres Überqueren der Eschersheimer Landstraße zu ermöglichen!", heißt es in der Petition. "Die Stadt soll nicht nur fahrradfreundlicher, sondern auch fußgängerfreundlicher werden", begründet Enk seinen Vorstoß. Angepasst werden müssten die Grünphasen an den Kreuzungen Wolfsgangstraße, Fürstenbergerstraße und Hansaallee.

Der 43-Jährige wohnt mit seiner Frau und den beiden Kindern, die die Engelbert-Humperdinck-Schule in der Wolfsgangstraße besuchen, im Westend. Damit sich der Magistrat der Sache annimmt, prüft und berichtet, welche Möglichkeiten es gibt, um die Situation zu entschärfen, müssen 200 Unterstützer die Petition unterzeichnet haben. "Das ist eine ganze Menge", sagt Enk. Er hat schon Flyer verteilt und aufgehängt, um für sein Anliegen zu werben.

Nach Angaben von Ortsvorsteher Axel Kaufmann (CDU) gebe es regelmäßig Hinweise mit vergleichbarer Stoßrichtung. Nehme der Ortsbeirat die Hinweise auf und gebe diese weiter, antworte die Straßenverkehrsbehörde stets: "Wenn die Ampel auf Rot springt, dauert es einige Sekunden, bis das Signal für Autofahrer schließlich Grün zeigt. Zum Überqueren der Straße bleibt also noch Zeit."

Ampelschaltungen sind laut Ingmar Bolle von der Straßenverkehrsbehörde immer Kompromisse. Zwischen allen Verkehrsbeziehungen und Verkehrsarten müsse der bestmögliche Kompromiss gefunden werden. Die Eschersheimer sei eine der Hauptverkehrsachsen für den Kraftfahrzeugverkehr, Ampeln entlang der Achse würden von einem Verkehrsrechner koordiniert gesteuert - da stünde querender Verkehr grundsätzlich erst einmal hintenan, so Bolle. Das System Ampel sei eine Folge der Massenmotorisierung und diene der Vermeidung von Gefahren zwischen Kraftfahrzeugen und vor allem dem Schutz des Fuß- und Radverkehrs vor Kraftfahrzeugen - und umgekehrt, um den Kraftfahrzeugverkehr möglichst "ungestört" abwickeln zu können. Das sind eindeutige Worte, doch Kaufmann bietet trotzdem an, sich der Sache anzunehmen.

Escherheimer Landstraße: Natur und Tiere sollen zur Ruhe kommen

Das gilt nicht für Enks zweites Anliegen. Er macht sich nachts für eine Beleuchtung der Hauptwege im Grüneburgpark stark. "Das lehnt der Ortsbeirat ab, damit Natur und Tiere im Park auch mal zur Ruhe kommen können", sagt Kaufmann. Eindeutig ist dazu auch die Aussage von Simone Jacob, Sprecherin des Grünflächenamtes: "Flächen in Grünanlagen werden nicht beleuchtet, außer es handelt sich um einen ausgewiesenen Schulweg."

Es sei nicht sein Interesse, den ganzen Park zu illuminieren, erklärt Enk. Ihm gehe es nur um die Hauptwege. Mit moderner Lichttechnik sei heutzutage eine gedämpfte Beleuchtung möglich. Der Grüneburgpark sei einer der wichtigsten Naherholungsgebiete im Westend und den angrenzenden Stadtteilen. "Durch fehlende Beleuchtung ist der Park in der dunkleren Jahreshälfte sowohl am Morgen als auch in den Abendstunden nur sehr eingeschränkt beziehungsweise gar nicht nutzbar", schreibt der 43-Jährige in seiner Online-Petition. Die Beleuchtung der Hauptwege diene der Erhöhung der Sicherheit. Dies komme vor allem Kindern und Jugendlichen auf dem täglichen Schulweg sowie älteren Mitmenschen zugute und fördere gleichzeitig die Attraktivität des Parks.

Von Matthias Bittner

In Eschersheim in Frankfurt steht der älteste Baum der ganzen Stadt. Die Linde hat in ihrem langen Leben bereits einiges mitbekommen: Schon Tote hingen in ihren Ästen.

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