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Rund um den Zoo wird es bald wieder blühen: Der U-Bahn-Tunnel unter dem Tierpark wirkt sich nicht auf das Grün aus.

Verlängerung U4

Sorge um Untertunnelung des Grüneburgparks – Zoo Frankfurt im Vergleich

Die Linie U4 soll verlängert werden und dabei unter dem Grüneburgpark verlaufen. Gegner befürchten eine Gefährdung der Bäume – der Zoo Frankfurt soll das Gegenteil beweisen.

  • Linie U4 soll bis Campus Westend verlängert werden
  • Proteste gegen Untertunnelung von Grüneburgpark
  • Zoo Frankfurt als positiver Vergleich

Frankfurt - Der geplante U-Bahn-Tunnel, der die Linie U4 bis zum Campus Westend verlängert und unter dem Grüneburgpark verlaufen soll, stößt auf Widerstand. Entschieden oder geplant ist allerdings noch nichts. Noch handelt es sich lediglich um eine von zehn Varianten, die Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) jüngst präsentiert hat.

Die Bürgerinitiative Grüneburgpark und die Arbeitsgemeinschaft Westend riefen Anfang Februar dennoch frühzeitig zu einem Protest im Park auf, drückten vor Pressevertretern und interessierten Bürgern ihre Sorge aus, ein Tunnel könnte das Grundwasser von den Bäumen abschneiden. Ähnliches sei im Palmengarten geschehen, nachdem dort nur ein kleiner Abwasserkanal unter die Erde gelegt wurde, lautete eins der Argumente.

Frankfurt U4: Gutachten bestätigen keine Gefährdung des Grüneburgparks

Tatsache ist jedoch: Derzeit gibt es noch keinerlei Gutachten oder fachkundige Erörterungen, die die Gefährdung des Parks oder das Gegenteil bestätigen. Ein entsprechendes Gutachten soll aber folgen. Fest steht allerdings: Auch unter dem Zoo Frankfurt verläuft seit Jahrzehnten ein U-Bahn-Tunnel - ohne bisher erkennbare Auswirkungen auf die Bäume im Tierpark.

"Am 20. Februar 1985 war Spatenstich in der Nähe der Eissporthalle. Dann begann der Tunnelbau in Richtung Westen", sagt Bernd Conrads, Sprecher der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) auf Anfrage. Die VGF wolle sich derzeit nicht in die politische Diskussion um die befürchteten Schäden im Grüneburgpark einschalten, stellt er klar. Er würde lediglich die Fragen zur U-Bahn unter dem Zoo Frankfurt beantworten. "

© Open Streets Map

Die Entscheidung, welche Variante letztlich gebaut wird, trifft die Stadtverordnetenversammlung", sagt Conrads und erzählt weiter vom Tunnelbau vor über 30 Jahren. In Betrieb genommen wurde der Abschnitt 1995. "Damals wurden allerdings nicht wie heute Tunnelbohrmaschinen benutzt. Das wurde bergmännisch gemacht", so Conrads. "Mit Spitzhacke und Bagger." Was die Größen der Röhren betreffe, seien die unter dem Zoo verbauten Tunnel von derselben Größe wie moderne Tunnelröhren, etwa siebeneinhalb Meter im Durchmesser. Auf 700 Metern Länge läuft die U-Bahn unter dem Zoo Frankfurt entlang, teilweise nur sechseinhalb bis sieben Meter unter der Erdoberfläche.

Frankfurt U4: Zoo Frankfurt hat keine Nachteile von Untertunnelung

"Selbstverständlich gab es damals auch ein Grundwassermanagement, wie bei allen Tunnelbohrungen in Frankfurt", bedauert Conrads. Mehr habe er über dieses Thema aber nicht herausfinden können.

Obwohl die U-Bahn teils nur knapp sieben Meter unter dem Boden verläuft, geht es den Bäumen im Zoo Frankfurt gut. "Ich kann nur sagen, dass wir hier keinerlei Probleme feststellen können", sagt Zoo-Sprecherin Caroline Liefke. "Den Bäumen oder dem Grün hat die Bahn bisher nicht geschadet."

Sicherlich ist der Grüneburgpark nur bedingt mit dem Frankfurter Zoo vergleichbar. Dennoch zeigt das Beispiel Zoo, dass U-Bahn-Tunnel und Bäume sich vertragen können. Ob ein möglicher Tunnelbau dem Grüneburgpark Schaden zufügt, wird letztlich aber nur das entsprechende Gutachten klären können.

NIKLAS MAG

EineAnbindung des Uni-Campus Westend ans U-Bahn-Netz würde um die 260 Millionen Euro kosten. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung aller Varianten für den U4-Lückenschluss zwischen Bockenheimer Warte und Ginnheim. Die Uni-Variante ist damit nicht die teuerste Lösung. Es geht aber auch günstiger. Die Entscheidung für denLückenschluss der Linie U4 wurde ins Jahr 2020 verschoben.

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