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Spielhalle

"Das ist fahrlässig"

Ärger wegen neuer Spielhalle: Lokalpolitiker setzen sich zur Wehr

Lokalpolitiker in Frankfurt Bockenheim wollen eine neue Spielhalle verhindern. Sie sorgen sich um die Wohnqualität im Stadtteil.

Frankfurt - Die Spielhalle in der Ginnheimer Straße 14 gegenüber des Elisabethenkrankenhauses wirkt am Samstag unscheinbar, es ist kaum Betrieb. Den Mitgliedern des Ortsbeirats 2 in Bockenheim ist sie dennoch, genauso wie die ca. sechs weiteren Spielhallen und Wettbüros im Stadtteil, ein Dorn im Auge. Bei einem Stadtteilrundgang durch das Viertel erklären die Fraktionen der Linken, FDP, CDU und Grünen, dass die vermehrte Ansiedlung von solchen Vergnügungsstätten die Lebensqualität im Stadtteil senke.

Frankfurt Bockenheim: Nicht alle wollen eine neue Spielhalle

"Besonders in der Ginnheimer Straße ist die Einrichtung einer solchen Vergnügungsstätte fahrlässig", sagt Maria-Christina Nimmerfroh (FDP). Die Spielhalle sei nur knapp 300 Meter von einer Jugendeinrichtung entfernt, gesetzlich vorgeschrieben seien 500. Außerdem senkten die Einrichtungen die Attraktivität als Wohnviertel.

Während sich die Fraktionen im Stadtteil über das Problem einig sind, gibt es unterschiedliche Lösungsvorschläge. FDP und CDU halten die bestehende Gesetzeslage für ausreichend. Laut Bauverordnung seien Wettbüros und Spielhallen in Wohngebieten wie Bockenheim nur ausnahmsweise zugelassen. "Wir müssen einfach zusehen, dass hier im Stadtteil auf die Umsetzung dieser Verordnung geachtet wird", so Nimmerfroh.

Spielhalle in Frankfurt Bockenheim: Mehr Mitsprache

Die Linksfraktion indes fordert die Aufsetzung eines kompletten Bebauungsplans für den Stadtteil. "Dieser gebe Bürgern einen größeren Handlungsspielraum und Mitsprache bei der Gesamtgestaltung", sagt Hans-Jürgen Hammelmann (Linke). Anwohnerin Gisela Becker hält die Idee für sinnvoll. "Durch einen Bebauungsplan kann die Anarchie bei der Gestaltung des Stadtteils eingedämmt werden", so Becker, die in der Bürgerinitiative für den Schutz des Grüneburgparks aktiv ist. Gewerbenutzung, Bestandsschutz, Wohnungsbau und sogar Bepflanzung könne so von den Bürgern mitbestimmt werden.

Hammelmann will durch den Bebauungsplan auch den Erhalt von historischen Gebäuden festschreiben. "Was jetzt mit dem Gebäude in der Leipzigerstraße 68 passiert ist, darf nicht nochmal geschehen." Das historische Gebäude aus dem Jahr 1828 wurde vom Eigentümer, der Gaumer GmbH, über Jahre leer stehen gelassen. Im Frühjahr wurde es dann für abbruchreif befunden und wird nun durch einen vierstöckigen Neubau ersetzt.

Auch die Nutzung des Tibethauses könnte durch so einen Plan geregelt werden. Seit der Besetzung am 5. Oktober wird diskutiert, was mit dem Areal geschehen soll. Daniel Brenner von den Grünen plädiert für eine soziale Nutzung und einen Erhalt des Backhauses. Auch er hält den Bebauungsplan für sinnvoll.

Nicht akut bedroht

Ortsvorsteher Axel Kaufmann (CDU) will erstmal abwarten, welche Nutzung der Investor des Grundstücks vorsieht. CDU und FDP halten die Festschreibung eines Bebauungsplans für überflüssig. "Nicht alle Gebäude in Bockenheim sind akut vom Abriss bedroht", so Nimmerfroh. Außerdem sei es wichtig, nachzuverdichten und durch höhere Gebäude mehr Wohnraum zu schaffen.

Wie aus dem Nichts tauchen zwei maskierte Männer in einer Spielhalle in der Heidestraße in Frankfurt Bornheim auf. Sofort bekommen es die Mitarbeiter mit der Angst zu tun.

Auszeichnung für ein Wahrzeichen Frankfurts: Der Ginnheimer Spargel in Bockenheim gilt ab sofort als Denkmal. Dabei ist er gerade einmal 40 Jahre alt.

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