Hier wird eine 14-Jährige in einer schulbasierten Corona-Impfklinik für Schüler ab zwölf Jahren in San Pedro (Kalifornien, USA) geimpft. Die Schulen setzen auf Maskottchen, Preise und Wettbewerbe, um Jugendliche ab zwölf Jahren dazu zu bewegen, sich impfen zu lassen.
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Hier wird eine 14-Jährige in einer schulbasierten Corona-Impfklinik für Schüler ab zwölf Jahren in San Pedro (Kalifornien, USA) geimpft. Die Schulen setzen auf Maskottchen, Preise und Wettbewerbe, um Jugendliche ab zwölf Jahren dazu zu bewegen, sich impfen zu lassen.

Corona-Pandemie

„Gigantische Aufgabe“: Stadt Frankfurt bereitet sich auf Corona-Impfung an Schulen vor

  • Julia Lorenz
    VonJulia Lorenz
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Für Impfungen an Schulen in Frankfurt gibt es fürs erste keine Priorisierung – Gesundheitsamt und Stadtschulamt arbeiten dennoch an einem Konzept für die Schüler.

Frankfurt – Kinder ab zwölf Jahren können jetzt auch gegen Corona geimpft werden. Nachdem die europäische Arzneimittelbehörde EMA zu dem Schluss gekommen war, dass die Anwendung des Vakzins von Biontech/Pfizer für Kinder sicher sei, hat nun auch die EU-Kommission grünes Licht gegeben. In Hessen – wie auch in vielen anderen Bundesländern – werden Schüler nun aber doch nicht priorisiert geimpft. Sie müssen sich, wie alle anderen auch, selbst um einen Impftermin im Impfzentrum oder bei einem niedergelassenen Kinderarzt bemühen. Denn zusätzliche Impfdosen soll es für sie nicht geben.

Frankfurt bereitet sich dennoch bereits auf die Impfung der Kinder und Jugendlichen vor. „Dafür brauchen wir alle Beteiligten“, sagt Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). Die Stadt baue dabei auf drei Säulen: das Impfzentrum, die niedergelassenen Ärzte und die mobilen Impfteams vor Ort, die auch in den Alten- und Pflegeheimen, den Gemeinschaftsunterkünften von Flüchtlingen und Obdachlosen, in den Stadtteilen und bei nicht-mobilen Menschen zu Hause unterwegs sind. „Nur so werden wir die wahrhaft gigantische Aufgabe leisten können“, sagt Majer.

Mobile Teams für Corona-Impfungen an Schulen in Frankfurt: Großer Organisationsaufwand

Derzeit arbeitet das Gesundheitsamt gemeinsam mit dem Stadtschulamt an einem Konzept, wie das Impfen in den Schulen vor Ort durch die mobilen Teams durchgeführt werden kann. „Für die Schulen ist das ein enormer organisatorischer Aufwand“, erklärt die Sprecherin von Majer, Kirsten Gerstner, auf Anfrage dieser Zeitung. Denn die mobilen Teams würden die Schüler nur in den Arm pieksen und einen Stempel in den Impfausweis drücken. Alles andere – das Bereitstellen geeigneter Räume, das Zusammenstellen der nötigen Unterlagen samt der Einwilligung der Eltern, das Zusammentrommeln der Schüler – müssten die Schulen in Frankfurt selbst organisieren. Zudem müsste sichergestellt werden, dass die Sorgeberechtigten aufgeklärt werden und die Möglichkeit bekommen, Fragen zu stellen und die Maßnahme womöglich auch abzulehnen. Auch dürften die Kinder nicht beeinflusst werden und seien Stigmatisierungen zu vermeiden.

Und über all dem stehe natürlich der Grundsatz: Die Eltern müssen die Durchführung dieser medizinischen Maßnahme, welche die Corona-Impfung nun einmal sei, in der Schule akzeptieren. Deshalb habe man sich dagegen entschieden, nur auf die mobilen Teams zu setzen. „Sie sollen nur punktuell zum Einsatz kommen“, erklärt Gerstner. Berufsschüler etwa seien selbst mobil und könnten den Weg ins Impfzentrum auf sich nehmen.

Frankfurt plant Impfaktionen für ältere Schüler im Impfzentrum: Noch reichen die Dosen nicht

Gleichzeitig gibt es laut Gerstner auch Überlegungen, Impfaktionen für ältere Schüler in der Festhalle zu organisieren, so wie man das mit den Lehrern im Frühjahr auch gemacht hatte. „Voraussetzung dafür ist aber natürlich, dass wir genügend Impfstoff haben und daran scheitert es derzeit immer noch“, so Gerstner. „Wir verwalten hier immer noch einen Impfstoffmangel.“ Doch es gilt auch noch, offene Fragen zu klären: Etwa, wie das Impfen der Kinder und Jugendlichen, die jünger als 16 Jahre alt sind, im Impfzentrum ablaufen soll. Bei ihnen reicht eine schriftliche Zustimmung der Eltern wie bei den älteren Jugendlichen nicht aus. Ein Erziehungsberechtigter müsste die Impfwilligen in die Festhalle begleiten. Doch wer überprüft die Ausweise?

Und: Wie gehen die Organisatoren und Ärzte im Impfzentrum damit um, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) den Ärzten noch nicht empfohlen hat, Kinder zwischen zwölf und 15 Jahren zu impfen? Gerstner sagt: „Da warten wir noch auf Informationen des Landes, wie wir damit umgehen sollen. Wir werden auf jeden Fall nicht gegen eine Empfehlung der Stiko handeln.“ In Frankfurt hat es bisher 338.655 Impfungen gegeben, davon sind 64.325 von den mobilen Impfteams durchgeführt worden. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie haben sich 38.758 Frankfurter Bürger mit Covid-19 infiziert, 792 sind an den Folgen der Lungenerkrankung gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag gestern bei 47,8 . (Julia Lorenz)

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