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Frankfurt: Stadt will mit Helaba über Grundstück verhandeln

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Von: Julia Lorenz

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Das Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner hat diesen Vorschlag für den Opern-Neubau gemacht. Entwurf: gmp architekten
Das Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner hat diesen Vorschlag für den Opern-Neubau gemacht. Entwurf: gmp architekten © -/gmp · Architekten von Gerkan,

Magistrat lotet Neubau der Oper an der Neuen Mainzer Straße aus - Im Sommer soll mehr Klarheit herrschen

Frankfurt -Der Magistrat will mit der Hessischen Landesbank (Helaba) über den Kauf eines Areals für die Oper verhandeln. Der Helaba gehört das Grundstück an der Neuen Mainzer Straße 47-51. Heute befindet sich dort noch der Hauptsitz der Frankfurter Sparkasse, künftig könnte dort ein Neubau der Oper stehen.

In einem aktuellen Magistratsbericht heißt es, dass es "angesichts des kritischen baulichen und technischen Zustands der Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz sowie des hierdurch gegebenen latenten Risikos für einen Ausfall des laufenden Spielbetriebs" erforderlich sei, "möglichst zeitnah" zu einer abschließenden Standortentscheidung für die neuen Städtischen Bühnen zu kommen. Bevor diese aber final erfolgen könne, sei die sich "durch mehrere Vorteile und Potenziale auszeichnende Variante 2 im Hinblick auf ihre finanzielle Umsetzbarkeit gemeinsam mit dem Eigentümer" auszuloten.

Entsprechende Vorlage ist im Geschäftsgang

Gemeint ist mit Variante 2 die sogenannte Kulturmeile mit einem Neubau der Oper an der Neuen Mainzer Straße nördlich des Japan-Centers sowie einem Neubau des Schauspiels am Willy-Brandt-Platz. Um Verhandlungen mit der Helaba aufzunehmen, sei allerdings ein Beschluss des Magistrats nötig. Dieser solle einen Rahmen für die Verhandlungen definieren und klarstellen, dass die Verhandlungen "ergebnisoffen und abschließend" zu führen seien.

Wie aus dem Kulturdezernat zu hören ist, ist die entsprechende Magistratsvorlage bereits im Geschäftsgang. Bis zum Sommer 2022 sollen die Verhandlungen mit der Helaba nach Angaben des Magistrats möglichst weit vorangeschritten, im Idealfall gar abgeschlossen sein.

Die Kulturmeile bleibt der Favorit

Mit der Aufnahme von Verhandlungen mit der Hessischen Landesbank treibt Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) die von ihr favorisierte Kulturmeile in der Innenstadt voran. Bei der Vorstellung der vertiefenden Untersuchung der verschiedenen Standort-Varianten von der Stabsstelle "Zukunft der Städtischen Bühnen" hatte die Stadträtin darauf hingewiesen, dass diese Variante die Wallanlage und den Willy-Brandt-Platz aufwerten würde. Auch die Stabsstelle bezeichnete die Variante "ökologisch und ökonomisch" betrachtet als die "geeignetste". Sie wird mit 811 Millionen Euro Investitionskosten kalkuliert. Allerdings wurden dabei noch nicht die Kosten für das Grundstück an der Neuen Mainzer Straße berücksichtigt. Die Kulturdezernentin will sich aber ausdrücklich auch die anderen Optionen offen halten.

Die anderen Möglichkeiten sind etwa ein Neubau der Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz. Diese Variante wäre mit 891 Millionen Euro am teuersten. Die sogenannte "Spiegel-Variante", bei der die Oper am Willy-Brandt-Platz bleiben und das Schauspielhaus gegenüber in den Wallanlagen einen Neubau bekommen würde, würde mit 859 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Nicht weiter verfolgt hingegen wird von der neuen Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt die Idee, die Oper am Willy-Brand-Platz und das Schauspiel am Opernplatz gegenüber der Alten Oper neu zu bauen. Ebenfalls vom Tisch ist der Vorschlag der nicht mehr mitregierenden CDU, die Städtischen Bühnen in den Osthafen zu verlegen.

Im aktuellen Magistratsbericht heißt es zu den verschiedenen Varianten: "Die Standortentscheidung ist im demokratischen Diskurs zu treffen." Alle Fraktionen im Römer bekämen Informationsangebote, um die Meinungsbildung zu fördern. Die Möglichkeit zur Kostenreduktion durch eine Beteiligung von Stiftungen, der Wirtschaft und Investoren werde im Rahmen der anstehenden Verhandlungen konkretisiert. Ein Verkauf städtischer Liegenschaften zur Querfinanzierung sei nicht geplant.

Insgesamt wird mit einer Projektlaufzeit von zehn bis zwölf Jahren gerechnet. Fertig wäre ein Neubau von Oper und Schauspiel voraussichtlich Mitte der 2030er Jahre. Eine Sanierung der maroden Theaterdoppelanlage hatten die Stadtverordneten mehrheitlich abgelehnt. jlo/fle

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