Stunden, nachdem die Stadt das Ausschankverbot am Freitagnachmittag (11.06.2021) gelockert und die Maskenpflicht aufgehoben hat.
+
Stunden, nachdem die Stadt das Ausschankverbot am Freitagnachmittag (11.06.2021) gelockert und die Maskenpflicht aufgehoben hat.

Frankfurt

Party, aber nur bis 22 Uhr: Stadtreinigung fegt Feiernde vom Friedberger Platz

  • VonDavid Suárez Caspar
    schließen

Der Friedberger Platz in Frankfurt war schon vor der Corona-Pandemie ein beliebter Versammlungsort. Nun sollen Feiernde den Platz um 22 Uhr verlassen.

Frankfurt - Der Boden glitzert vor Scherben und ein Hauch von Vor-Corona-Normalität liegt in der Luft. Viele treffen sich zum Feiern auf dem beliebten Friedberger Platz in Frankfurt und hinterlassen dabei Müll. Doch ab Freitag (18.06.2021) heißt es: keine Partys nach 22 Uhr auf dem Friedberger Platz. Am beliebten Versammlungs- und Partyort im Frankfurter Nordend sollen künftig Ordnungs- und Reinigungskräfte freitags gegen 22 Uhr die Feiernden zum Gehen auffordern. Die Stadt hat am Freitag angekündigt, „zum bewährten Prozedere des runden Tischs aus Vor-Corona-Zeiten“ zurückkehren zu wollen.

Pünktlich um 22 Uhr fingen die Reinigungskräfte am Freitag an, den bereits angesammelten Glasmüll auf die Ladefläche der Kleinlaster zu werfen. Der entstandene Lärm wird jedoch von Musik und den Unterhaltungen der Menschenmenge übertönt. Spätestens nach dem Anschmeißen der Luftgebläse leert sich der Platz ein wenig. Viele ziehen weiter zu dem benachbarten Luisenplatz, doch auch dieser wird anschließend von der Stadtreinigung gesäubert. „Wir wollen schon ein bisschen unangenehm auffallen und die Party zum Ausbremsen bringen“, sagt Eric Laux, Einsatzleiter der FFR, einer Tochter des Entsorgungsunternehmens FES, der Frankfurter Rundschau am vergangenen Freitag. Die Feiernden sollen schlussendlich aber eingesehen haben, dass die Arbeit getan und entsprechend Platz gemacht werden müsse.

Friedberger Platz in Frankfurt: Toiletten gegen Wildpinkeln

Mit niedriger Inzidenz und weiteren Lockerungen der Corona-Regeln sammeln sich immer mehr Menschen an beliebten Orten wie dem Friedberger Platz. „Nach den letzten schweren Monaten möchte niemand den Menschen das Feiern verbieten. Es kann aber nicht sein, dass jede gute Erziehung dabei vergessen wird. Abfall gehört in die Mülltonnen, Glas in den Glascontainer. Ich setze darauf, dass es nun wieder besser gelingt, urbanes Feierabendflair mit einem verantwortlichen Umgang mit unseren Straßen, Plätzen und Grünanlagen zu verbinden“, sagt Benjamin Scheffler, Geschäftsführer der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH in der Pressemeldung der Stadt Frankfurt.

Wer trinkt, muss auch irgendwann mal auf Toilette. Damit das Wildpinkeln in Vorgärten rundum den Friedberger Platz unterbunden werden kann, sollen wie vergangenen Sommer Toiletten bereitgestellt werden, so die Stadt Frankfurt. „Der Marktbetrieb läuft wieder vollumfänglich, inklusive Weinausschank. Zudem zeigen die Erfahrungen der letzten Wochen, dass die Menschen nicht länger zuhause bleiben wollen, sondern sich erneut auf den etablierten Plätzen versammeln, um zu feiern,“ erklärt die Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt Claudia Gabriel. „Wir sind es den Anwohnern schuldig, lageangepasst zu reagieren. Und wir sprechen hier nicht von Petitessen. Wildpinkeln stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Bußgeld auch geahndet werden kann. Es gibt jetzt keine Entschuldigung mehr“, so Gabriel. (dsc)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare