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Die Turnerschaft Heddernheim versorgt sich seit zwei Jahren selbst mit Solarstrom vom Dach. Viele Flächen sind aber noch ungenutzt.

Mit Solaranlagen das Klima retten

Stadtverordnete fordern schnellere Förderung der Photovoltaik in Frankfurt

Es geschieht zu wenig und zu langsam - das war der allgemeine Tenor in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung beim Thema Förderung von Photovoltaikanlagen. 

Frankfurt - Bis 2050 will die Stadt klimaneutral sein - zu spät, wie einige Stadtverordnete finden. Sie forderten bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung eine ausgeglichene Klimabilanz schon für das Jahr 2030. Erreichen könne die Stadt dieses ehrgeizige Ziel vor allem mit der Förderung von Solarenergie, sogenannten Photovoltaikanlagen. Denn so könne der Kohlendioxid-Ausstoß rasch verringert werden. Doch davon sei die Stadt aktuell weit entfernt. "Es bewegt sich was, aber es wird nicht die Welle erzeugt, die es für den Kohle-Ausstieg braucht", kritisierte die grüne Stadtverordnete Ursula auf der Heide den Zwischenbericht des Magistrats zur Förderung der Photovoltaik auf Privatgebäuden.

Dringlichkeit des Klimaschutzes: Es muss mehr passieren

Das bisherige Engagement von Wohnungsunternehmen wie der städtischen AGB Holding, der Nassauischen Heimstätte (NH) und des regionalen Energieversorgers Mainova beim Ausbau der Photovoltaik sei zwar gut - es müsse jedoch mehr passieren. "Klimaschutz ist die soziale Frage des Jahrhunderts", betonte auf der Heide.

Auch Erhard Römer von der Fraktion "die Frankfurter" machte in seinem Wortbeitrag auf die Dringlichkeit des Klimaschutzes aufmerksam. Laut ihm muss der Wandel von der kommunalen Ebene aus in Gang gebracht werden. "Die Bürger müssen über alle Hilfen, den Klimawandel zu bremsen, aufgeklärt werden." Als Beispiele nannte er die Städte Bottrop und Konstanz, wo zusätzliche Photovoltaikanlagen errichtet werden, um den eigenen Energiebedarf ohne Kohlestrom decken zu können. Auch in Frankfurt gebe es genug Möglichkeiten, um ähnliches zu erreichen. Neben Hausdächern, versiegelten Flächen und Parkdecks schlägt Römer Grünanlagen wie den Monte Scherbelino und den Hügel an der Olof-Palme-Straße im Mertonviertel als mögliche Standorte vor, um dort Solarmodule zu installieren.

"Wer Bannwald abholzen lässt und hundert Jahre alte Kastanienbäume umbringt, kann sich nicht mit der Aussage ,Grüngürtel ohne Photovoltaikanlage' rausreden", sagte Römer.

Weitere Maßnahmen für den Klimaschutz in Frankfurt

SPD-Stadtverordneter Roger Podstatny geht noch einen Schritt weiter. "Es sollte sich nicht alles auf die Photovoltaik konzentrieren." Er schlägt Wärmepumpen im Main als Energielieferanten vor und ein Parkhaus am Stadion, von dem aus Pendler den öffentlichen Nahverkehr nutzen könnten - auch so könne der Kohlendioxidausstoß verringert werden.

Außerdem bringt der Sozialdemokrat die Logistik-Tram wieder aufs Tableau. Diese könnte statt Personen auch Pakete transportieren und - weil sie anders als die Paketlieferwagen elektrisch betrieben wird - die Umwelt entlasten. Von 2010 bis 2018 hat sich die Anzahl der Photovoltaikanlagen in der Stadt Frankfurt von etwa 700 auf 1527 mehr als verdoppelt. Die Anlagen erzeugen eine Leistung von rund 30 000 Kilowatt peak (kWp). Das entspricht in etwa dem jährlichen Durchschnitts-Strombedarf von ungefähr 7500 Vier-Personen-Haushalten.

Von Svenja Wallocha

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