+
Seit der Mainkai-Sperrung in Frankfurt hat Sachsenhausen mit zusätzlichem Verkehr zu kämpfen. 

Sachsenhausen

Mainkai-Sperrung sorgt für Probleme: Falschparker legen Verkehr lahm

Der zusätzliche Verkehr in Sachsenhausen, der sich aufgrund der Mainkai-Sperrung auf die südliche Mainseite verlagert, bringt an vielen Stellen Probleme mit. Die Stadt will nachbessern.

Frankfurt - Die Verkehrsführung in der Schweizer Straße war noch nie optimal. Hier quetschen sich seit jeher Autos an der Straßenbahn vorbei, kurven um ein- und ausparkende Fahrzeuge herum, dazwischen werden die Radfahrer eingeklemmt, die zur (vermeintlichen) Sicherheit auf den Bürgersteig wechseln – und dort die Fußgänger ärgern. 

Für Radler ist die Straße sowieso hochgefährlich, da sie Gefahr laufen, in den Straßenbahngleisen hängen zu bleiben. Vor wenigen Monaten hat es einen Radfahrer kurz hinter der Gartenstraße erwischt: Er stürzte und brach sich beide Arme.

Frankfurt: Mehr Verkehr seit Mainkai-Sperrung - Straßenbahn im Stau

Zu all dem kommt jetzt der zusätzliche Autoverkehr dazu. Wer früher (vor der Sperrung) auf der Nordseite des Mains von West nach Ost das kurze Stück zwischen Untermainbrücke und Alter Brücke gefahren ist, muss jetzt den Umweg über die Untermainbrücke auf sich nehmen, die Schweizer Straße weiterfahren und an der Gartenstraße links abbiegen, um dann über Walter-Kolb-Straße auf die Alte Brücke Richtung Norden zu gelangen. Wer nur nach Osten will, biegt bereits am Schaumainkai links ab.

Genau dieser Umstand verursacht Stau, vor allem auf der Brücke, auf der Schweizer Straße und der Gartenstraße. Die Straßenbahn braucht zur Rush Hour gute zehn Minuten durch die Schweizer Straße. An der Kreuzung zur Gartenstraße herrscht nun Anarchie. Denn die neue provisorisch in gelb markierte Verkehrsführung, beachtet so gut wie keiner.

Frankfurt: Verkehrschaos um Schweißer Straße - Markierungen unsichtbar

Im Gegenteil: Auf der Geradeausspur, die früher nur Rechtsabbiegespur war, parken täglich Lieferwagen und Pkw (siehe Foto). Für diejenigen, die geradeaus Richtung Schweizer Platz fahren wollen, bleiben so höchstens zehn Meter, um sich hintereinander aufzureihen.

Die meisten Autofahrer scheinen die neuen Gelb-Markierungen gar nicht zu bemerken: Wer sich an die Kreuzung stellt und beobachtet, sieht, dass die meisten einfach auf der Linksabbiegerspur geradeaus weiter brausen. Dass es noch keine Zusammenstöße gab, ist verwunderlich. In der Bürgerfragestunde des Ortsbeirats 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) sagte vor kurzem eine Anwohnerin, dass die gelben Markierungen tückisch seien: Im ebenfalls gelblichen Licht der Straßenlaternen seien die Streifen kaum noch zu erkennen.

Frankfurt: Falschparker auf Fußgängerüberweg - Personalnot bei Verkehrspolizei

Rainer Michaelis, Leiter der Abteilung Verkehrssicherheit beim Straßenverkehrsamt, hat sich die Stelle angesehen. Falschparker hat er an der besagten Stelle nicht gesehen, wohl aber parkte jemand mitten auf dem Fußgängerüberweg. „Dem habe ich freundlich gesagt, dass das nicht geht“, sagt Michaelis. Die Frage, wie oft dort kontrolliert wird, um das Falschparken zu ahnden, verweist er auf die Personalnot der Verkehrspolizei. „Wenn Sie nicht mehr Leute zur Verfügung haben, können Sie nicht mehr kontrollieren, leider ist das derzeit so“, räumt er ein.

Die Stadt habe aber die Markierungen schon verbessert, indem sie einen Pfeil mehr je Spur hat aufmalen lassen. Und die Ampelphase der Linksabbiegespur auf der Untermainbrücke hat seit ein paar Tagen eine längere Grünphase: „Zwischen 10 und 21 Uhr ist die Phase auf neun Sekunden verlängert worden.“ Das soll den Stau auf der Brücke mindern helfen.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) geht davon aus, dass sich der Verkehrsführung „einspielen“ wird. Derweil erreichen ihn immer mehr Bitten von Sachsenhäusern, den Versuch Mainkai-Sperrung abzubrechen: Unter dem hohen Verkehrsaufkommen litten zunehmend auch die Geschäfte.

Von Stefanie Wehr

Die Mainkai-Sperrung in Frankfurt bleibt höchst umstritten. Jetzt schaltet sich mit der Deutschen Umwelthilfe eine neue Streitpartei ein – und überrascht. 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare