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Anwohner finden die Beleuchtung um den S-Bahnhof Niederrad zu dunkel. (Symbilbild)

Zu schwache Beleuchtung

Angstraum S-Bahnhof: Pendler stehen im Dunklen - Debatte um Beleuchtung

Die Straßen um den S-Bahnhof Niederrad sind abends dunkel und unheimlich. Anwohner fordern eine bessere Beleuchtung. Das kann jedoch noch dauern. 

Frankfurt - Sobald S-Bahn-Pendler aus dem Bahnhof Niederrad heraustreten, stehen sie im Dunkeln: Die riesige Unterführung unter den Bahngleisen, die auch die Straßenbahnhaltestelle überdacht, ist schattig-dunkel, trist und grau. Abends ist es dort heller, weil die Unterführung mittlerweile gut ausgeleuchtet ist, und im Bahnhof selbst leuchten zusätzlich die Reklametafeln den Weg aus.

Unheimlich zumute wird es vielen Fußgängern erst auf den Straßen, die vom Bahnhof wegführen. "Die Beleuchtung dort ist schwach, so dass der Kontrast umso größer ist, wenn man aus dem Bahnhof rausläuft und in Richtung Stadtteil geht", sagte ein Anwohner jüngst in der Bürgerfragestunde beim Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen). Stefanie Then, Stadtbezirksvorsteherin in Niederrad, bestätigt das: "Die Beleuchtung fällt zu den Straßen hin ab, sie sind nicht wirklich gut ausgeleuchtet", so Then.

Frankfurt: Pendler im Dunklen - Amtsleiterin spricht von "unterschiedlicher Wahrnehmung"

Die Adolf-Miersch-Straße nach Osten und die Lyoner Straße in Richtung Westen sind die Hauptachsen, die von der Bahnstation wegführen. "Die Beleuchtung wird nach den gültigen Normen und Richtlinien ausgeführt", sagt Michaela Kraft, Leiterin des Frankfurter Amts für Straßenbau und Erschließung. Die dort verwendeten Leuchten seien "die gängigen Natriumdampf-Hochdruckleuchten", so Kraft.

"Wir prüfen stetig den Einsatz von alternativen Leuchten. Sollten wir im Jahr 2022 bei der nächsten turnusmäßigen Überprüfung der Leuchten in den genannten Straßen feststellen, dass bessere Leuchten zur Verfügung stehen, werden diese getauscht", so die Amtsleiterin weiter. Wie dunkel oder hell Bürger die Beleuchtung einer Straße empfinden, sei subjektiv: "Das wird sehr unterschiedlich wahrgenommen."

Im Ortsbeirat stand ein Antrag der Grünen zur Debatte, die eine bessere Ausleuchtung des Bahnhofs fordern. Darin erinnern sie an das studentische Projekt, das vor drei Jahren vorgestellt wurde: Unter dem Titel "Lichtkaskaden" hatten Studierende der TU Darmstadt ein Konzept entworfen, wie der gesamte Bahnhof sowie die Betonwände der Unterführung kreativ beleuchtet werden könnten. "Wasserfälle" aus Licht, die an den grauen Fassaden herab strömen, hatten sich die Studenten dafür ausgedacht.

Frankfurt: S-Bahnhof Niederrad - Umsetzung von Studentenprojekt nicht geplant

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn, dem Stadtplanungsamt und dem Verkehrsdezernat wurde gar eine Ausstellung konzipiert. Grund: Rund 25 000 Arbeitnehmer sind in der Bürostadt beschäftigt, etliche davon kommen mit dem öffentlichen Nahverkehr - und zukünftig sollen 10 000 Menschen im Lyoner Quartier wohnen. Doch geschehen ist daraufhin nichts. Mark Gellert, Sprecher des Frankfurter Stadtplanungsamts, sagt auf Anfrage: "Über die Ausstellung hinaus war keine konkrete Umsetzung geplant."

Von Stefanie Wehr

Auch einen Quartierbus haben sich die Anwohner von Niederrad gewünscht. Der wird noch in 2019 in Betrieb gehen.

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