+
Symbolbild: Geht es nach Verkehrsdezernent Klaus Oesterling, soll die Linie 11 von Fechenheim kommend nicht nur bis zum Höchster Bahnhof, sondern weit darüber hinaus fahren.

Oesterlings Vorschlag

Straßenbahnlinie 11 soll weit über den Höchster Bahnhof hinaus fahren

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling hat die Idee, die Straßenbahnlinie 11 über den Höchster Bahnhof hinaus zu verlängern. Doch wie könnte das gehen?

Frankfurt - Die Höchster waren überrascht, als Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) plötzlich wieder mit der alten Idee kam, die Straßenbahn von der Endhaltestelle Zuckschwerdtstraße bis zum Höchster Bahnhof zu verlängern. Das steht zwar im Eingemeindungsvertrag, aber der ist von 1928 - und inzwischen gibt es S-Bahnen. 

Trotzdem hat die Idee einen gewissen Charme. Und bietet reichlich planerischen Konfliktstoff: Um keine Häuser abreißen zu müssen, gibt es eigentlich nur die Möglichkeit, die Straßenbahntrasse auf Höhe der Endhaltestelle zu verschwenken und auf Höhe des Bahndamms zu bringen. Weil der Bahndamm ohnehin schon im Fokus der Planungsgesellschaft der Regionaltangente West (RTW) steht, sollen deren Planer sich nun auch Gedanken darüber machen, wie man das bewerkstelligen könnte.

Wie nach Zeilsheim? – Bisher kein geeigneter Platz für Endhaltestelle gefunden

Und weil sich nun auch die Frankfurter FDP jüngst mit verkehrspolitischen Vorschlägen zum Themenkomplex geäußert hat, sieht der Verkehrsdezernent die Zustimmung der Liberaldemokraten zur Verlängerung der Straßenbahnlinie 11 bis zum Höchster Bahnhof gegeben: "Die Zahl der Befürworter dieses Projekts" scheine "immer größer zu werden", heißt es in einer Mitteilung des Büros von Oesterling: "Auch die von der FDP jetzt vorgeschlagene Verlängerung über die Jahrhunderthalle hinaus bis Zeilsheim" sei "sicherlich sinnvoll" und werde deshalb auch bereits geprüft. 

Dabei werde über eine Verlängerung bis nach Zeilsheim nachgedacht. Bisher sei es jedoch noch nicht gelungen, im äußersten Westen der Stadt einen geeigneten Platz für eine Endhaltestelle zu finden. "Wenn die FDP hier einen geeigneten Vorschlag macht, werden wir ihn konstruktiv prüfen", sagt Oesterling.

Wenig Möglichkeiten für eine Verlängerung der Straßenbahntrasse

Schaut man sich den Stadtplan an, könnte eine Verlängerung zur Jahrhunderthalle oder nach Zeilsheim nur wenigen Wegen folgen: Entweder ebenfalls der Bahntrasse bis zum S-Bahn-Halt Zeilsheim oder - mit einer Verschwenkung nach der Bleiwerksbrücke zur Pfaffenwiese (Jahrhunderthalle) und weiter durch die heutigen Gärten bis zur Märchensiedlung. 

Ein Abzweig von der bestehenden Bahntrasse nach Liederbach durch das Gewerbegebiet Silostraße oder gar die Parkstadt Unterliederbach erscheint angesichts der bestehenden Bebauung mehr als fraglich - allerdings soll auch die Regionaltangente West nach dem Höchster Bahnhof auf die Leunastraße verschwenkt werden, um auf der Leunabrücke den Main in Richtung Süden zu queren. Dort, im Westen Höchsts, soll bekanntlich eine Station der Regionaltangente in die Mitte der Leunastraße gebaut werden.

Verkehrspolitischen Vorschläge der FDP: Schritt in die richtige Richtung

Der Verkehrsdezernent bewertet die verkehrspolitischen Vorschläge der FDP als Schritt in die richtige Richtung. "Ich begrüße, dass die Frankfurter FDP sich von einer Orientierung rein auf den Autoverkehr löst und jetzt auch Vorschläge zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und zum Ausbau der Radwege macht." Auch wenn die FDP-Vorschläge zum Radverkehr jetzt zu spät kämen, weil die Regierungsfraktionen mit den Initiatoren des Radentscheids bereits eine verbindliche Vereinbarung über den Ausbau des Radverkehrs in den nächsten Jahren getroffen hätten, sei dies ein Schritt in die richtige Richtung.

Von Holger Vonhof

Lesen Sie auch

Nach Nazi-Durchsage: "Shitstorm" abgewürgt – Bahn bestreitet Löschung

Die Ansage eines Zugführers im ICE nach Frankfurt hat im Netz eine kontroverse Diskussion ausgelöst. Plötzlich war der Facebook-Beitrag verschwunden. Die Bahn bestreitet eine Löschung. 

Straßenbahnen sollen länger werden - so plant die Stadt

Immer mehr Fahrgäste nutzen Busse und Bahnen. Das Problem: Der Stadt bleibt keine Zeit, bis neue Strecken gebaut sein könnten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare